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Fans liefern sich wegen Robbie Williams Kampf am Kröpcke

Hannover 1995 Fans liefern sich wegen Robbie Williams Kampf am Kröpcke

Die besondere Beziehung von Hannover und Robbie Williams begann 1995 mit einem Ende – dem der Boyband Take That. Kurz vor dem Konzert in der HDI-Arena kündigt das Teenie-Idol an, die Band zu verlassen. Am Kröpcke versammeln sich junge  Mädchen, um seine Rückkehr herbeizukreischen. Kurz darauf fliegen Dosen und Eier. 

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Proteste am Kröpcke 1995. Kurz vor dem Konzert in Hannover verließ Robbie Williams die Band Take That.

Quelle: HAZ-Archiv/dpa

Hannover. Die Geschichte mit Robbie Williams und Hannover beginnt am 24. Juli 1995 auf dem Kröpcke. Und Robbie Williams, dessen Auftritt in der HDI-Arena von den Fans sehnlichst erwartet wurde, ist nicht einmal dabei. Nicht auf dem Kröpcke, und nicht bei Take That. In Hannover versammelt sich also eine Gruppe mit knapp 20 jungen Mädchen, um die Rückkehr von Bandaussteiger Robbie Williams in die englische Teenie-Kultband herbeizukreischen. „We want you back“ steht auf den Transparenten, die im Takt der „Robbie, Robbie“-Sprechchöre geschwenkt werden.

Dann kommt plötzlich Leben in die Bude. Einige Meter weiter rollen Gegendemonstranten von der „Anti-Take-That-Organisation“ ihr bepinseltes Bettlaken „ATTO“ aus. Im Nu wird der Kröpcke zum Spielfeld. Zwei Mannschaften stehen sich gegenüber, Zuschauer strömen herbei. 50 Take-That-Fans stehen 70 Jugendlichen gegenüber. „Take That ist Scheiße“, schallt es von links. „Ihr Schweine“ von rechts. Dann greifen die Gegendemonstranten an. Aus einem naheliegenden Supermarkt hat jemand Eier organisiert. Mit einer ersten Salve von zwei Zehnerkartons drängen sie ihre Kontrahentinnen in die Defensive. Die zeigen sich nach einer kurzen Auszeit aber unbeeindruckt und nehmen wieder hinter ihren Transparenten Aufstellung.

Nach seiner Zeit als Teenie-Idol bei Take That feierte Williams auch Solo-Erfolge. Beim Konzert am 25. Juli 1995 stand der Sänger nicht mehr mit den anderen Band-Mitgliedern auf der Bühne. 

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Das „Robbie, Robbie“ wird lauter, der Kröpcke ist mittlerweile mit Schaulustigen überfüllt. Das Publikum bejubelt gelungene Aktionen auf beiden Seiten. Besondere Anerkennung findet die Standfestigkeit der jungen Damen, die den nachfolgenden Eierhagel tapfer über sich ergehen lassen und hinterher dementsprechend bekleckert aussehen.

Punks, Polizei, Platzverweise

Nach rund 45 Minuten wechseln sich bei „ATTO“ ein paar Punks ein, die vom Bahnhof herübergekommen sind. Sie machen sich mit äußerst unsportlichen Aktionen nicht nur beim Publikum unbeliebt. Sie entreißen den Teenagern ihre Transparente. Bierdosen und Flaschen fliegen auf die jungen Robbie-Fans. Wenige Minuten später sind rund 50 Polizisten als Schiedsrichter in Grün-Weiß da und verteilen mehrere Platzverweise. Fünf Dosenwerfer werden abgeführt.

Konzert in der HDI-Arena

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Nach etwa zwei Stunden ist das Spiel, beendet, das als Eierschlacht vom Kröpcke auch überregional zur Kenntnis genommen wird. Die Robbie-Fans wandern singend zum Steintor. Der Kröpcke ist mit Eigelb bekleckert. „Robbie come back“ steht auf einem zerknitterten Plakat.

Und in der Tat. Robbie kommt zurück. Allerdings nicht zu Take That, sondern als Solokünstler auf die große Bühne. Und er kommt nach Hannover, dort zunächst aber ins Capitol, wo ihn 1999 knapp 2000 Fans einmal noch in einem ziemlich intimen Rahmen feiern können. Williams hat Hits wie „Angels“ und „Let Me Entertain You“ in Gepäck, er singt im Fußballtrikot und lässt einmal die Hose runter. Vielleicht ist das ein Gruß an „ATTO“, zumindest die jungen Demonstrantinnen vom Kröpcke dürfen das so interpretieren. Irgendwie haben sie gewonnen.

Dreimal war Robbie Williams bereits in Hannover. Die besten Bilder seiner drei Konzerte.

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Und vier Jahre später hat Robbie Williams gewonnen. Sein zweites und drittes Soloalbum sind durch die Decke gegangen, und als er im Sommer 2003 bei unmenschlicher Hitze auf dem wegen des Stadionumbaus extra eingerichteten Expo-Ost-Gelände vor 70.000 Fans tritt, tut er das auch quasi durch die Decke. Kopfunter hängt er da, wie auf dem Cover von „Escapology“. Und er zeigt, dass er, und nur er das Zeug hat, das Rampensau-Vakuum zu füllen, das Freddie Mercury hinterlassen hat. Dieser Typ ist ein Typ, er hat Dampf, Ausstrahlung und Humor, und singen kann er auch noch. Was also soll ihn aufhalten?

Krise und Comeback kopfüber

Es sind dann persönliche Krisen und schlechte Platten, die die Karriere-Fahrt ein bisschen drosseln. Doch dann kommt Williams wieder ins Rollen. Zunächst mithilfe seiner alten Band Take That, in die er sich für eine kurze Periode und ein Album wieder einreiht. Und dann auch wieder solo. Im Jahr 2013 ist er wieder in Hannover, diesmal im Stadion vor 46 000 Menschen, er ist wieder gut, aber nicht mehr der große Popmessias, der er noch zehn Jahre zuvor war. Seine Show ist einfach gutes Entertainment. Mit Kreischalarm. Natürlich. Ohne geht nicht. Nicht auf dem Kröpcke. Und nicht vor der Bühne. „Come back“ stand auf den Plakaten damals. Im Jahr 2017 erfüllt Robbie Williams wieder einmal alte Wünsche.

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