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Aus der Stadt "Robinson Kruse" feiert am Sonnabend Premiere
Hannover Aus der Stadt "Robinson Kruse" feiert am Sonnabend Premiere
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00:33 19.10.2015
Von Uwe Janssen
Christian Kruse mit seinem Stück "Robinson Kruse" im Figurentheater Theatrio am Großen Kolonenweg. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Er sieht ganz gut aus. Anfangs. Rasiert und im weißen Hemd liegt der gestrandete Robinson Crusoe im Sand. Der Sand ist aus Holz. Denn der Strand ist ein Tisch. Später ist Robinson verändert, trägt Rauschebart und Felljacke. 28 Jahre lang hat Daniel Defoe seinen berühmten Schiffbrüchigen auf der einsamen Karibikinsel leben und überleben lassen. In einer Stunde Theater hat man keine Zeit, einen Bart wachsen zu lassen. Ginge bei diesem Robinson sowieso nicht, denn er ist eine Puppe. Der Puppenspieler heißt Christian Kruse, deshalb heißt das Stück für Kinder ab sechs Jahren „Robinson Kruse“. Am Sonnabend ist Premiere im Figurentheaterhaus Theatrio am Großen Kolonnenweg 5.

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Christian Kruse hat mit seinem Stück "Robinson Kruse" im Figurentheater Premiere.

„Es ist ein Stück über Einsamkeit, Freundschaft und Begegnung verschiedener Kulturen“, sagt Kruse. Dazu braucht er eine zweite Puppe: Freitag hat einen Wuschelkopf und ist sogar ein wenig größer als sein Freund und Herr. Anderthalb Jahre hat Kruse mit einem Team das Stück vorbereitet, es entworfen, die Puppen bauen lassen, das Bühnenbild kreiert, Lieder komponiert – und eine Menge kleiner technischer Raffinessen eingebaut. Denn der Hannoveraner hat auf der Bühne keine Helfer, macht alles allein und hat dafür eine Reihe von Fernbedienungen versteckt, mit denen er Telefone klingeln, das Wasser rauschen und ein Gewitter aufkommen lassen kann. Sogar einen Katapult für einen besonderen Effekt steuert er aus der Jackentasche.

Kruse spielt seit 26 Jahren, früher unter dem Namen Filou Fox, heute als Theater Neumond, das sich mit den Figurentheatern Marmelock, Füchse und Seiler das auffällige gelbe Theatrio unweit der Vahrenwalder Straße teilt. Zuletzt inszenierte er das Stück „Großer Wolf & Kleiner Wolf“ und in Koproduktion mit dem Theater fensterzurstadt „Wo die wilden Kerle wohnen“.

Erfahrung hat der auch als Gitarrist aktive Kruse also satt. Vor einer Premiere sei er aber immer noch aufgeregt, sagt er. Gerade, wenn es um Kinder und ihre Reaktionen geht. Auf die Figuren. Auf die Geschichte. Und auf ihn. „Kinder sagen dir direkt, wenn sie dir die Figur nicht glauben. Aber sie sagen dir auch hinterher, wenn sie es toll fanden, obwohl sie vorher keine Lust auf Theater hatten.“

Kruse bettet den Literaturstoff in eine schulische Rahmenhandlung ein, in der er der wunderliche Hausmeister Wunderlich ist, der irgendwann die Puppen aus einem Koffer holt und zum Leben erweckt. Fortan läuft auf dem Schulhof – wie in dem Klassiker – eine ganz ähnliche Geschichte von Vorurteil und Toleranz ab, die Kruse ebenfalls  mit den Puppen erzählt. „Figurentheater ist für mich eine Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel“, sagt er. Dass er zu sehen ist, wenn er seine Figuren lenkt, sei völlig unerheblich für sein junges Publikum. „Das blenden Kinder aus. Die nehmen sich auch einen Salz- und einen Pfefferstreuer und spielen damit Figurentheater.“

Sein neues Stück mit dem alten literarischen Kern habe eine hohe Aktualität: „Das haben wir nicht deshalb ausgesucht, aber darum geht es ja in dieser Zeit – wie wir mit Fremdartigkeit umgehen, mit Nichtverstehen.“ Das sollen die Kinder im Publikum mitnehmen, doch er spielt nicht nur für sie. „Gutes Kindertheater ist auch gut für Erwachsene.“

Premiere von „Robinson Kruse“ ist Sonnabend um 16 Uhr im Theatrio. Weitere Termine: Diesen Sonntag um 11 und 16 Uhr, 20./21. Oktober sowie 24./25. November, jeweils 9.30 Uhr. Infos auf www.figurentheaterhaus.de.

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