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Rollender Bankräuber aus Hannover muss viereinhalb Jahre in Haft

Überfall auf Inlineskatern Rollender Bankräuber aus Hannover muss viereinhalb Jahre in Haft

So höflich gehen Bankräuber selten ans Werk. Der Mann, der mit Sonnenbrille, Trainingsanzug und auf Inlineskatern am Schalter der Stöckener Volksbank erscheint, sagt mit ruhiger Stimme: „Bitte seien sie mir nicht böse. Aber sehen Sie dies als Überfall an.“ Der noch unschlüssigen Angestellten zeigt er schließlich ein geschlossenes Klappmesser.

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Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)

Hannover. „Geben Sie mir bitte 2000, 3000 oder 4000 Euro – dann bin ich auch gleich wieder weg.“

Für den Überfall auf die Bankfiliale verurteilte das Landgericht Hannover den vorbestraften, 33-jährigen Marcel L. am Mittwoch zu viereinhalb Jahren Haft – wegen seines Drogenproblems wird er in einer Entzugsanstalt untergebracht.
Gutes Benehmen hat Marcel L. gelernt: Der Sohn eines ehemaligen Bankchefs kommt aus behüteten Verhältnissen, er arbeitete zunächst als Servicekraft und später als Küchenchef in hannoverschen Edelrestaurants – im „Maritim Airport Hotel“, im „Clichy“ und zuletzt im „Azzurro“. Allerdings war bereits die Ausbildung zum Koch im Gefängnis erfolgt, wo er schon einmal wegen Raubes einsaß.

Auch den Banküberfall räumte der 33-Jährige am Mittwoch ohne Zögern ein. Nach der Haft sei er erneut drogenabhängig geworden, habe Schulden gehabt und sei völlig verzweifelt gewesen, gab er als Motiv an. Seinen Eltern und seiner Verlobten habe er nichts von seinen Problemen erzählt, um nicht schon wieder als Versager dazustehen: „Ich habe drei Jahre lang eine Scheinwelt um mich herum aufgebaut.“ Im April dieses Jahres drohte diese aufzufliegen, als ihm die Stadtwerke den Strom abdrehen wollten. Außerdem habe ihm sein Drogendealer ein Ultimatum von 24 Stunden gesetzt, um seine Schulden zu begleichen. „Da habe ich die doofe Idee geboren: Ich könnte irgendwas oder irgendwen überfallen“, sagte er reumütig. Sodann sei die Wahl auf die Bank gefallen, von der er mit den Inlinern gut flüchten konnte. „Das Messer ist mein Kräutermesser. Ich hätte es niemals gegen die Mitarbeiter eingesetzt“, versicherte er. Dennoch hat die Tat bei der jungen Bankmitarbeiterin eine nachhaltige Wirkung. „Ich bin in Panik geraten, weil ich nicht gewusst habe, wie konkret die Bedrohung ist und wie ich mich verhalten soll“, sagte die junge Frau am Mittwoch mit zitternder Stimme. Schließlich griff eine Kollegin ein und händigte dem Täter 3000 Euro aus. Bei seiner Flucht auf Inlinern rollte Marcel L. der Polizei genau in die Arme.

Vor zehn Jahren waren er und ein Komplize weniger behutsam vorgegangen, als sie sich als Polizisten ausgaben und Autos anhielten. Zwei Fahrer sperrten sie in den Kofferraum, dann wollten sie mit deren Wagen Tankstellen überfallen. Dazu kam es aber nicht: Die Täter blieben mit den Wagen im Berufsverkehr stecken und wurden von der Polizei aufgegriffen. L. wurde damals zu neun Jahren Haft verurteilt, dreieinhalb Jahre wurden später zur Bewährung ausgesetzt. Diese flossen nun in das neuerliche Urteil ein.

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