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Aus der Stadt Fantasy aus Döhren
Hannover Aus der Stadt Fantasy aus Döhren
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12:22 04.07.2016
Von Martina Sulner
„Ich denke manchmal, was für ein komisches Kind ich damals war, dass ich solche pathetischen Sachen geschrieben habe“, sagt Maja Loewe über sich. Quelle: Kutter
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Hannover

Maja Loewe ist textsicher. Die 38-Jährige sitzt in einem Café am Engelbosteler Damm - und rezitiert ein Gedicht, das sie vor 30 Jahren geschrieben hat. Um Wasser und Wellen geht es darin und um viele, sehr viele Gefühle. Mit Ironie in der Stimme deklamiert Loewe den Text und sagt: „Ich denke manchmal, was für ein komisches Kind ich damals war, dass ich solche pathetischen Sachen geschrieben habe.“

Ob komisch oder nicht, Maja Loewe schreibt noch immer - Lyrik und Kurzgeschichten, und jetzt ist ihr erster Roman, „Die Augen des Iriden“ (Papierverzierer-Verlag, 353 Seiten, 14,95 Euro) erschienen. Die fantasievolle Geschichte ist in der Kategorie Debüt für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert. Am 22. Oktober wird die Auszeichnung auf der Buchmesse-Con, wo sich Anhänger fantastischer Literatur treffen, verliehen. Im Frühjahr stand das Buch bereits auf der Auswahlliste für den Seraph-Preis, ebenfalls eine Würdigung für Fantasy-Romane.

Maja Loewe, die ihre Texte unter Pseudonym veröffentlicht, kommt in der Mittagspause ins Café. Mit Mann und den Söhnen Henry (7) und Joshua (2) lebt sie in Döhren, in der Nordstadt arbeitet sie bei einem Bildungsinstitut. Mit dem Roman hat sie bald nach der Geburt des älteren Sohns angefangen. „Ich bin immer viel gereist“, sagt sie, „das ging als Mutter plötzlich nicht mehr.“ Da verlegte sie das Reisen eben in die Fantasie und schrieb das auf. „Die Augen des Iriden“ erzählt von dem 16-jährigen Henry, der einem gefährlichen Geheimbund auf die Spur kommt.

Ob sie sich ausschließlich für Fantasy interessiere? „Überhaupt nicht!“, ruft Maja Loewe aus und gestikuliert so ausladend mit den Händen, dass man sich Sorgen macht um ihren Latte macchiato, den sie mit einer doppelten Portion Espresso bestellt hat. Ihr Roman sei doch ein Mystery Thriller. Aber eigentlich findet sie solche Genre-Zuschreibungen unwichtig: „Ich habe alles, was mir Spaß macht, ins Buch gepackt.“ Sie selbst ist großer Fan von Quentin-Tarantino-Filmen, liest neben zeitgenössischer Lyrik gern blutrünstige Krimis („Am liebsten mit Serienkiller“) und mag Harry Potter und Dan Brown.

Als „Popcorn-Literatur“ bezeichnet Loewe ihren Roman. An Ideen für weitere Bücher mangelt es nicht; der Plot für den zweiten Roman steht schon: „Ich habe immer irgendwelche Ideen; die fliegen wie Seifenblasen um mich herum.“ Dabei hat die gebürtige Lübeckerin, die in Hannover aufgewachsen ist, ganz solide mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau angefangen. Später studierte sie in Hildesheim Kulturwissenschaften. Im Gespräch zitiert sie schon mal den französischen Philosophen Roland Barthes. Das klingt nicht angeberisch, doch hat man den Eindruck: Loewe möchte schon andeuten, von welchen kulturellen und wissenschaftlichen Ideen ihr Roman geprägt ist. So abenteuerlich die Geschichte auch ist, die in Brasilien endet - die Autorin beteuert: „90 Prozent des Buches beruhten auf wahren Gegebenheiten.“

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