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Stadtrat will Wildtiere im Zirkus verbieten

Hannover Stadtrat will Wildtiere im Zirkus verbieten

Für Zirkusse mit Wildtiershows könnte es bald schwierig werden, in Hannover einen Ort für ihre Auftritte zu finden. Die überwiegende Mehrheit der Ratspolitiker im Finanzausschuss hat sich am Mittwoch klar für ein Auftrittsverbot von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen.

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Solche Shows wie hier vom Circus Krone in München soll es in Hannover bald nicht mehr geben.

Quelle: dpa (Archiv/Symbolbild)

Hannover. Rechtlich ist es aber nicht einfach, ein solches Verbot durchzusetzen. Die Stadtverwaltung soll jetzt auf rot-grünen Wunsch hin prüfen, ob der Erlass einer „Widmungsbeschränkung“ ein geeignetes Instrument sein kann. „Wir sind der Ansicht, dass das funktioniert“, sagt Grünen-Ratsfrau Elisabeth Clausen-Muradian. Aus den Reihen der Verwaltung gab es in der Sitzung keinen Kommentar.

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Tierschützer bezweifeln schon lange, dass Affen, Flusspferde und Elefanten in umherreisenden Zirkussen artgerecht gehalten werden können. 55 Kommunen in Deutschland haben bereits ein Verbot von Wildtiershows auf ihren Plätzen verhängt. Die Klagen von Zirkussen sind nicht ausgeblieben. Zuletzt hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof geurteilt, dass eine Widmungsbeschränkung in der Stadt Erding rechtens sei. „Das ist für uns in Hannover eine Bestätigung“, sagt Grünen-Finanzpolitikerin Renee Steinhoff.

Die SPD stimmt zwar dem Koalitionspartner in der Sache zu, tritt aber sanft auf die Bremse. „Wir plädieren für eine einheitliche Regelung in allen Kommunen und wollen keinen Flickenteppich“, sagt SPD-Finanzexperte Jens Menge. Daher sei der Deutsche Städtetag gefordert, sich für ein bundesrechtliches Verbot einzusetzen.

Die CDU hat Bedenken. Die Bestimmungen zum Schutz von Tieren in Zirkussen seien in Deutschland bereits sehr streng, sagt CDU-Finanzpolitikerin Kerstin Seitz. Die Kontrollen in den Kommunen müssten möglicherweise verschärft werden. „Auch kann man einen Affen, der 15 Jahre unter Menschen gelebt hat, nicht an einen anderen Ort verfrachten“, sagt Seitz. Damit spielt sie auf den Schimpansen Robby an, der jahrzehntelang im Zirkus Belly lebte. Tierschützer protestierten, der Zirkus wehrte sich, die Debatte machte bundesweit Schlagzeilen. Unklar ist, wie es mit Robby weitergeht.

Auch die kleineren Parteien schlagen sich auf die Seite von Rot-Grün. „Das ist der Einstieg in ein Wildtierverbot auf städtischen Plätzen“, sagt Linken-Finanzpolitikerin Helga Nowak. Die FDP will noch einen Schritt weitergehen. „Tiere haben in Zirkussen nichts zu suchen“, sagt Fraktionschef Wilfried Engelke. Auch die „Hannoveraner“ sprechen sich für ein Wildtierverbot aus.     

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