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"Man hat ein Getto in Hannover entstehen lassen"

Rumänen am Burgweg "Man hat ein Getto in Hannover entstehen lassen"

Die Stadtverwaltung hat offenbar bereits seit Längerem Kenntnis von den Schwierigkeiten in den beiden Obdachlosenunterkünften am Burgweg. Dort wohnen vor allem obdachlose Familien aus Rumänien. Sie scheren sich nicht um die Schulpflicht und lassen Müll herumliegen.

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 In einer Unterkunft am Burgweg gibt es Probleme.

Quelle: Meding/Archiv/Symbolfoto

Hannover. Die Schulpflicht wird nicht eingehalten und Müll liegt herum: Es gibt Probleme in zwei Obdachlosenunterkünften am Burgweg. Seit rund drei Jahren bringt die Stadt dort sowie in einer Notunterkunft an der Alten Peiner Heerstraße in Lahe obdachlose Familien aus Rumänien und zum kleineren Teil auch aus Bulgarien unter. Insgesamt leben 202 Menschen in den drei Unterkünften, die meisten davon Kinder. Weitere 87 Obdachlose aus den beiden Ländern sind in Schlichtwohnungen oder angemieteten Wohnungen untergekommen. Neben Kindergeld können diese EU-Bürger ergänzend Sozialleistungen beziehen, wenn ihr Arbeitsverdienst nicht ausreicht.

Müll, mysteriöse Limousinen, schwierige Integration: Eine Obdachlosenunterkunft für Südosteuropäer im Stadtteil Burg sorgt für Probleme. Dort wächst der Ärger der Anwohner um die Bettel-Clans, die dort wohnen. Doch die Stadt und der Betreiber sind hilflos gegenüber dem Treiben. Eine Parallelwelt hat sich dort entwickelt.

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„Man hat da bewusst ein Getto entstehen lassen“

Wie berichtet, haben neben Anwohnern auch Politiker aus den Bezirksräten Herrenhausen-Stöcken sowie Nord auf eklatante Probleme hingewiesen. „Man hat da bewusst ein Getto entstehen lassen“, kritisiert Edeltraud Geschke, Bezirksbürgermeisterin Nord. Die Bereitschaft der Bewohner der Unterkünfte im Burgweg, von ihrer eigenen Lebensweise abzuweichen, ist nach den Erfahrungen der Bezirksbürgermeisterin gering. Ein Brief, den sie selbst vor einigen Monaten der Verwaltung schickte, blieb unbeantwortet. Im Laufe der Zeit haben verschiedene Vereine Hilfsangebote gemacht, Deutschkurse angeboten oder Gemüsebeete angelegt - und sich bald frustriert zurückgezogen. Die Stadt verweist dagegen auf andere Angebote, die gut angenommen worden sein sollen.

Schulpflicht wird nicht eingehalten

Um die Schulpflicht scheren die Familien sich nicht. „Die Kinder tun sich bis auf wenige Ausnahmen sehr schwer damit, regelmäßig zu kommen“, berichtet Cornelia Heimbucher, Leiterin der Fichteschule. Rund 15 Kinder aus der Containersiedlung im Burgweg müssten den Unterricht in ihrer Schule besuchen. Doch die Zahlen schwanken, denn manche Familien verbringen zwischendurch Zeit in Rumänien. Seit diesem Schuljahr kümmert sich eigens eine vom Land für die Grundschule finanzierte Sozialarbeiterin mit halber Stelle darum, die Kinder und ihre Eltern vom Wert des Schulbesuchs zu überzeugen. „Es ist ein mühsamer Prozess, diesen Schülern Regeln beizubringen“, sagt Heimbucher. Die Kinder der anderen Unterkunft sind der Grundschule Wendlandstraße zugeordnet.

Die Stadt muss Platz schaffen für immer mehr arme Zuwanderer aus Osteuropa. Wie das geht, ist am Herrenhäuser Burgweg schon zu beobachten. Dort stand bisher eine Handvoll Container, provisorische Unterkunft für obdachlose Zuwanderer. Jetzt wird die Anzahl verdoppelt.

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Müll wie Babywindeln liegen herum

Anlieger und Passanten stören sich vor allem am Müll, von Babywindeln bis Autoersatzteilen, den die Bewohner auf den Grundstücken und in der Umgebung hinterlassen. Müllsammelaktionen seien vergeblich, sagt Bezirksbürgermeisterin Geschke, denn nach kurzer Zeit sei der Effekt dahin. Kleingärtner berichten, dass sich inzwischen Ratten auch auf ihrem eigenen Gelände ausbreiten. „Die Leute leben lange genug hier, um die Müllentsorgung zu verstehen. So muss die Allgemeinheit dafür aufkommen“, kritisiert Bärbel Meybohm aus der Kolonie Berggarten.

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