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Bürger haben noch viele Fragen zum Südlink

Infoveranstaltung in Garbsen Bürger haben noch viele Fragen zum Südlink

Rund 400 Bürger aus der Region haben sich am Mittwochabend in Garbsen vom Netzbetreiber Tennet über die geplanten Trassen für die unterirdische Stromautobahn Südlink informieren lassen. In Gesprächen mit Mitarbeitern des Unternehmens äußerten die Bürger zahlreiche Bedenken gegen die Trassenpläne.

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Bürger informieren sich bei der Veranstaltung in Garbsen auch über den Aublauf der Bauarbeiten für die Erdverkabelung. Tennet hatte dafür ein Modell aufgebaut.

Quelle: Klein

Garbsen. Eva-Maria Thamm hat sich gut vorbereitet. "Es sind ganz viele Fragen noch offen", sagt die Frau aus dem Neustädter Ortsteil Basse. Die Trasse führt sehr nah an der Siedlung vorbei, sagt Thamm, die mit mehreren Nachbarn nach Garbsen gekommen ist. "Für uns ist das alles sehr beunruhigend", betont sie. Niemand wisse, wie sich das durch die Erdverkabelung entstehende Magnetfeld auf die Vegetation auswirke, sagt die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Aus der Sicht von Thamm stellt sich auch die Frage, warum die Bundesregierung nicht durch eine dezentrale Stromversorgung setzt. "Es kann doch nicht sein, dass wir hier eine riskante Stromtrasse erhalten, nur weil die Menschen in Bayern und Baden-Württemberg keine Windräder haben wollen."

Tennet hatte in der Aula des Garbsener Schulzentrums zahlreiche Infostände und Schautafeln aufgebaut. Bei Hähnchenkeulen und Käsespießen konnten sich die Interessierten, unter ihnen zahlreiche Landwirte, zum Beispiel an einem Modell über den Ablauf der Bauarbeiten bei der Erdverkabelung informieren.

An Bildschirmen und auf großformatigen Karten informieren Mitarbeiter des Unternehmens über die geplanten Trassenführungen. Tennet hatte vor wenigen Wochen zwei mögliche Varianten durch die Region veröffentlicht – eine führt westlich von Hannover nahe Neustadt, Wunstorf, Garbsen, Seelze, Gehrden und Ronnenberg, eine östlich zwischen Burgdorf und Uetze hindurch. 

Thamm fragt an einem Infostand nach dem Zeitplan für die Erdverkabelung. Tennet-Mitarbeiter Andreas Höfen will sich konkret nicht festlegen. Er berichtet jedoch von dem weiteren Ablauf. Zum Anfang kommenden Jahres wolle Tennet bei der Bundesnetzagentur eine Feinplanung vorlegen. "Die Bundesnetzagentur schaut sich das an und macht dann vielleicht eigene Vorschläge über den Trassenverlauf", erläutert er. Dann übernehme Tennet wieder die Planungen und stelle schließlich den offiziellen Antrag. "Ziel ist es, 2020 und 2021 zu bauen", sagt Höfgen.

Zuvor müssten noch zahlreiche Fragen geklärt werden, sagt auch der Garbsener Bürgermeister Christian Grahl (CDU). Die Landwirte wollten zum Beispiel wissen, was mit ihren Flächen während der Bauarbeiten passiere und ob es Entschädigungszahlungen oder Ausgleichsfläche gebe. Zudem stelle sich die Frage, was passiere, wenn die Kabel durch Wälder oder Naturschutzgebiete verlegt würden. Ein weiteres Problem sei, dass bei der Erdverkabelung eine sogenannte Planungskonkurrenz gebe. "Es gibt Fläche, da soll das Kabel liegen, da plant die Region etwas und die Kommune plant etwas ganz anderes", erläutert er. Konkret nennt er ein Gebiet in Garbsen, durch das das Erdkabel verlaufen soll, wo die Stadt aber ein neues Wohngebiet plant.

Unterdessen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt die Bürger zur Beteiligung bei der Planung aufgerufen. "Nur das, was Tennet weiß, kann bei der Antragstellung berücksichtigt werden“, sagte Hoppenstedt am Mittwoch. Tennet sei auf Hinweise der ortskundigen Bevölkerung angewiesen, um die geeignetste Alternative zu finden. Der Bundestagsabgeordnete aus Großburgwedel bot an, dass Bürger Bedenken und Vorschläge auch an ihn senden könnten. Er werde die Hinweise dann an den Netzbetreiber weitergeben. "Mein Ziel ist eine für die Menschen und die Umwelt im Raum Hannover möglichst schonende Trassenführung", betonte er.

Tennet setzt auf die Unterstützung der Bürger bei der Feinplanung für die Trassen. Auf der Internetseite des Unternehmens können Hinweise und Anmerkungen abgegeben werden.

Von Mathias Klein

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