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Aus der Stadt SEK räumt Boehringer-Gelände
Hannover Aus der Stadt SEK räumt Boehringer-Gelände
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16:07 22.08.2009
15 Besetzer hatten sich am Sonnabendmorgen auf den Bäumen des Boehringer-Geländes verschanzt. Quelle: Peter Steffen/lni

Die Räumung wurde vom Spezialeinsatzkommando (SEK) durchgeführt. Die Aktion geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit; auch Vertreter der Presse mussten das Gelände verlassen und durften weder Fotos machen noch filmen. Holger Rosemeyer, der als Anwalt einige der Besetzer vertritt, bezeichnete dies als "presserechtlichen Skandal".

Nach der Räumung wurden die Besetzer mit Getränken versorgt und zur Polizeidirektion in Gewahrsam gebracht. Gegen die Besetzer wird wegen Hausfriedensbruch ermittelt.

Am Sonnabendmorgen waren etwa 15 Besetzer mit Plakaten auf Bäume geklettert. Unklar ist bislang, wie sie auf das Gelände gelangen konnten, das von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht wird. Das Areal ist seit der Polizeiräumung umzäunt. Wer es betritt, macht sich des Hausfriedensbruchs strafbar.

Erst am 12. August war das Gelände von der Polizei geräumt worden. Tierschützer hatten gegen das Vorhaben des Pharmakonzerns protestiert, auf dem Grundstück ein europäisches Zentrum zur Erforschung von Tierimpfstoffen zu errichten.

Die Polizei und das Spezialeinsatzkommando (SEK) haben am Sonnabendmittag das Boehringer-Gelände erneut geräumt. Etwa 15 Besetzer hatten sich am Morgen auf Bäumen des Geländes verschanzt.

Seit Juli war das Gelände einer ehemaligen Kleingartenkolonie von zuletzt 26 Tierschützern besetzt worden. Obwohl Boehringer die Besetzung duldete, räumte die Polizei das Gelände am 12. August mit einem Großeinsatz. Der Charakter einer friedlichen Versammlung sei nicht mehr gegeben gewesen, begründete die Polizei ihr Vorgehen.

Die Besetzer hatten Barrikaden errichtet, metertiefe Gruben ausgehoben und Depots für Steine angelegt. Bei der Zwangsräumung musste die Polizei zwei Frauen befreien, die sich einbetoniert hatten, einen jungen Mann aus der Baumkrone einer zehn Meter hohen Eiche abseilen sowie drei junge Tierschützer vom Dach einer Gartenlaube herunterholen.

Boehringer will auf dem Grundstück in der Nachbarschaft der Tierärztlichen Hochschule Hannover ein Forschungszentrum mit Platz für 1000 Schweine bauen. Die Hochschule begrüßt die Pläne. Anwohner befürchten jedoch, dass es zu Geruchsbelästigung und Gefahren durch genmanipulierte Viren kommt, mit denen in den Laboren experimentiert werden soll.

tm/jhf/ddp

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