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SPD Hannover kürt Kandidaten für Rat

Kommunalwahl SPD Hannover kürt Kandidaten für Rat

Der SPD-Stadtverband hat Sonnabend die Kandidaten gewählt, die bei der Kommunalwahl im Herbst für den Rat antreten. Die Atmosphäre war spannungsgeladen: In zwei Fällen kam es zur Kampfkandidatur.

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Der SPD-Stadtverband hat am Sonnabend die Kandidaten für die Kommunalwahl im Herbst gewählt.

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Der Applaus war ein sicheres Zeichen. Als SPD-Ratsherr Lars Kelich  mit viel Energie begründete, warum er bei der Kommunalwahl wieder für den Rat antreten will, klatschten die Genossen im Freizeitheim Ricklingen nach etlichen Passagen und dann noch einmal ganz deutlich am Schluss. 106 Delegiertenstimmen bekam der 32-Jährige schließlich, der sich schwerpunktmäßig für die Integration von Zuwanderern einsetzt. Marc Müller-de Buhr, den der Ortsverein für den Wahlbereich Herrenhausen-Stöcken eigentlich auf Platz 1 gesetzt hatte, landete abgeschlagen bei 30 Stimmen. Manche hatten vorher um den überaus engagierten Ratspolitiker Kelich gebangt, dem sein eigener Ortsverein nur den wenig aussichtsreichen dritten Listenplatz gegönnt hatte. Zuvor hatten die Herrenhausen-Stöckener eine Wahlliste aufgestellt, die die Frauenquote ignorierte. Nicht haltbar, urteilte der Stadtverband. Der Juso-Regionsvorsitzende Adis Ahmetovic, beruflich Büroleiter von Ministerpräsident Stephan Weil, warf sich Sonnabend für Kelich in die Bresche. "Es ist unsere Aufgabe, Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und Menschen zu integrieren. Kelich leiste dabei "sehr starke Arbeit".

Umkämpft war ebenfalls der erste Listenplatz im Wahlbereich Kirchrode-Bemerode-Wülfel. Bei der Abstimmung im SPD-Ortsverein hatte sich im Februar überraschend Hülya Iri durchgesetzt. Die 41-jährige Sozialarbeiterin hatte zahlreiche neue Mitglieder geworben, die sie ebenso wie etliche ältere Genossen unterstützten. Den Ortsvereinsvorsitzenden Michael Klie hatte das kalt erwischt. Nun versuchte er noch einmal sein Glück, verwies auf seine langjährige Arbeit im Rat als Schulpolitiker. Doch sein Appell, dem "Votum eines Ortsvereins, das unter nicht ganz fairen Bedingungen zustandegekommen ist, nicht blind zu vertrauen", verfing nicht. Die  alleinerziehende Mutter Iri erinnerte daran, dass die SPD sich Erneuerung und Vielfalt wünsche. Das erfordere Mut. Im zweiten Wahlgang erhielt sie die notwendige absolute Mehrheit. Klie blieb damit auf dem zweiten Platz der Wahlliste, bekam dafür aber vergleichsweise wenig Stimmen.

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