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Aus der Stadt Wasserstadt soll 3000 Menschen Platz bieten
Hannover Aus der Stadt Wasserstadt soll 3000 Menschen Platz bieten
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00:21 14.05.2015
Von Andreas Schinkel
Bis zu 1800 Wohnungen wünscht sich die SPD-Ratsfraktion für die Wasserstadt in Limmer. Quelle: Archiv
Hannover

„Damit haben wir einen vernünftigen Weg zwischen den verschiedenen Interessen gefunden“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning.

Die Stadtverwaltung hat die neuen Pläne für die Wasserstadt Limmer vorgestellt. Dort könnten bis zu 2000 Wohnungen entstehen, weil Hannover 2013 sogar um 5000 Menschen gewachsen ist. Möglicherweise wird auch das zusätzliche Gymnasium dort erreichtet. Jetzt diskutiert die Kommunalpolitik das neue Konzept.

Selbst aus der Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt Limmer sind versöhnliche Töne zu hören. „Ich begrüße den Vorschlag, er geht in die richtige Richtung“, sagt Specher Uwe Stade. Die CDU hält den Kompromiss für „wenig zielführend“ und stört sich daran, dass die Planungen immer wieder verändert werden. Bei 1600 Wohneinheiten und einem hohen Anteil von Geschosswohnungsbau dürfte die Einwohnerzahl der Wasserstadt bei rund 3000 Menschen liegen.

Gespräch am Dienstag

Am Dienstag um 18 Uhr treffen sich Limmeraner und BI-Mitglieder zu einer „Feedbackwerkstatt“ um 18 Uhr im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4.

Noch bis vor Kurzem schien die Debatte festgefahren. Die Stadtverwaltung legte im vergangenen Jahr einen Bauentwurf vor, der 2000 Wohnungen für 5000 Menschen vorsah. Bis zu acht Geschosse hoch sollten die Häuser reichen. Damit entfernte man sich deutlich von dem ursprünglichen Konzept, lediglich eine Einfamilien- und Reihenhaussiedlung auf dem Conti-Grundstück zu bauen. Hannover sei eine wachsende Stadt, hieß es im Rathaus zur Begründung. Ein Aufschrei ging durch die Einwohnerschaft Limmers. In einem moderierten Dialog formulierten die Bürger eigene Ziele und Größen für die Wasserstadt. Lediglich 1000 Wohneinheiten, so eines der Ergebnisse, sollten auf der Brache gebaut werden. Der Bezirksrat Linden-Limmer nahm die Forderungen aus der Bürgerbeteiligung auf und goss sie in einen eigenen Antrag, über den sich die Kollegen im Rat nun hinwegsetzen.

„Wir müssen auf die Entwicklung der gesamten Stadt schauen“, sagt SPD-Baupolitiker Ewald Nagel. Erst ab 1600 Wohnungen beginne ein Stadtteil zu funktionieren, dann lohne sich der Bau eines großen Supermarktes und ein eigener Stadtbahnanschluss. Nach Vorstellung der SPD sollen die Bahnen der Linie 10 künftig von der Harenberger Straßen auf die Wunstorfer Straße einbiegen und damit näher an die Wasserstadt herankommen. Die Wunstorfer Straße am Rande der Wasserstadt soll zur verkehrsberuhigten Zone erklärt werden.

Bei den Geschosshöhen weicht der SPD-Vorschlag deutlich vom Verwaltungsentwurf ab. „Wir wünschen uns überwiegend viergeschossige Häuser“, sagt Nagel. In der Nähe des alten Limmer Dorfes sollen es nur drei Geschosse sein. Wie viele Einwohner der neue Stadtteil am Ende zählt, mag die SPD nicht prognostizieren. Man wolle bei einem solch langfristigen Bauprojekt genug Spielraum lassen, um bei abnehmenden Bevölkerungszahlen nachsteuern zu können und weniger Mehrfamilienhäuser zu errichten.

Die SPD betont, dass die Bebauungsdichte nicht größer ausfällt als bei der Kronsberg-Siedlung. Zudem trage man 90 Prozent der Ziele mit, die im Bürgerdialog formuliert wurden. Dazu zählt eine aufgelockerte Bauweise mit vielen Plätzen und Grünflächen.

Bebauungsplan soll im September vorliegen

Mehr als zehn Jahre wird nun schon über das neue Viertel am Kanal diskutiert – jetzt könnte es ganz schnell gehen. Die SPD will das Projekt zügig vorantreiben, weil der Druck auf dem Wohnungsmarkt wächst. Im September soll die Bauverwaltung einen Bebauungsplan vorlegen, dann kommt es darauf an, wie schnell die Ratsgremien über das Papier abstimmen. In einem nächsten Schritt müssen sich Investoren finden. Eigentümer der Brache ist der Unternehmer Günter Papenburg. Er war am ursprünglichen Entwurf der Stadt (2000 Wohnungen für 5000 Menschen) beteiligt. Nun wird er es voraussichtlich mit einem abgespeckten Plan (1600 bis 1800 Wohnungen) zu tun bekommen. Mit der städtischen Immobiliengesellschaft GBH hat ein Investor bereits offiziell Interesse bekundet. Man wolle sich beim Projekt Wasserstadt besonders engagieren, sagte GBH-Chef Karsten Klaus kürzlich. Im günstigsten Falle könnten Ende 2016, Anfang 2017 bereits Bagger auf der Brache anrücken. Der erste Bauabschnitt im Süden des Grundstücks grenzt an das alte Dorf Limmer. Die folgenden vier Abschnitte ziehen sich weiter Richtung Norden. In zehn Jahren könnte der neue Stadtteil komplett errichtet sein.

asl

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