Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Walter Meyer mit 88 Jahren gestorben
Hannover Aus der Stadt Walter Meyer mit 88 Jahren gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 10.07.2016
Von Conrad von Meding
Walter Meyer ist im Alter von 88 Jahren gestorben.  Quelle: Stefan Simonsen
Anzeige
Hannover

Mehr als 45 Mal hat er das Goldene Sportabzeichen abgelegt und war auch sonst ein echter Langstreckenläufer: An diesem Wochenende ist der langjährige SPD-Ratsherr Walter Meyer nach kurzem, sehr schweren Leiden gestorben. In der Vorwoche hatte er 88. Geburtstag. Da lag er allerdings bereits im Sterbezimmer des Henriettenstifts.

Walter Meyer war ein streitbarer Ratsherr, was nicht nur bei der Opposition, sondern auch in den eigenen Reihen gelegentlich Zähneknirschen hervorrief. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte er sehr konsequent (vulgo: sturköpfig) sein. Schon in den Sechzigerjahren engagierte er sich für Umweltthemen, war später Gründungsvorsitzender des Rats-Umweltausschusses und bis 2011 Vorsitzender des Eilenriedebeirates.

Zur Galerie
Kurz nach seinem 88. Geburtstag verstarb Walter Meyer (r.) am vergangenen Wochenende. Lange Zeit war er SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Eilenriedebeirats. Hier ist er mit Förster Gerd Garnatz zu sehen.

Vielleicht am heftigsten waren seine Auseinandersetzungen um den Erhalt der Kirchröder Mardalwiese. Als Investoren vor Jahrzehnten auf dem Areal an der Tiergartenstraße ein dubioses Bauprojekt durchdrücken wollten, stemmte er sich intensiv dagegen. Von den Befürwortern des Projekts  wurden damals Gartenzwerge (in Anspielung auf seinen eher kleinen Wuchs) mit seinem Konterfei verbreitet mit dem Hinweis, dieser politische Zwerg verhindere Wohnungsbau. Man sieht: Politische Stillosigkeiten sind keineswegs Erfindungen der Generation Facebook. Heute ist die Fläche an der Tiergartenstraße zwar das kleinste Landschaftsschutzgebiet Hannovers, gehört aber zweifellos zu den schönsten. Nicht nur in Kirchrode gilt Meyer daher als „Retter der Mardalwiese“. Er war lange Jahre Vorstandsvorsitzender der hannoverschen Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Vorsitzender der Stiftung „Soziale Zukunft“ und erhielt 2012 die Stadtplakette. Beruflich war er viele Jahre im Sozialministerium beschäftigt, teils als Sprecher, teils als Familienreferent.

Hitlerjunge und SPD-Urgestein

Meyer hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er als Heranwachsender Mitglied der Hitlerjugend war. In den letzten Kriegsjahren aber wurde er als Schüler zur Luftwaffe eingezogen, half an einem Flak-Ortungsgerät (dem „Würzburger“) bei der Luftabwehr, geriet in Kriegsgefangenschaft und durchlitt schwere Zeiten in den amerikanischen Lagern im Rheingebiet. Aus den politischen Fehlern lernte er: Als 17-Jähriger gehörte Walter Meyer zu einem der ersten Neumitglieder der von Kurt Schumacher in Hannover neu gegründeten SPD. Ein Buch über sein Leben ist nicht mehr fertig geworden.

Auf körperliche Fitness hatte Meyer auch deshalb stets so großen Wert gelegt, um sich um seine Ehefrau Erika kümmern zu können, falls diese gesundheitliche Probleme bekommen sollte – das Ehepaar war kinderlos. Dass sie ihn überleben würde, schien für ihn undenkbar. Sie lebt, inzwischen allerdings schwerstkrank, im Eilenriedestift. Beide liebten Urlaube in Zermatt in der Schweiz und Kreuzfahrten.

„Walter Meyer hat gekämpft bis zu Schluss“, berichtet Hans-Peter Fuchs, Meyers Nachfolger als Vorsitzender des Eilenriedebeirats. Bis zuletzt habe ihn die Kommunalpolitik umgetrieben. „Bei unserem letzten Besuch konnten wir uns noch über Politik, die Eilenriede und andere Themen unterhalten“, sagt Fuchs. Da war Meyer zwar schon stark geschwächt, aber in lichten Momenten ansprechbar.

Ein 69 Jahre alter Mann ist am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr bei einem Motorradunfall in der City schwer verletzt worden. Das Motorrad war auf der Culemannstraße in Richtung Zentrum mit einem Pkw kollidiert. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 4000 Euro. 

13.07.2016

Das Schützenfest soll zum nächsten Jahr modernisiert werden, die Veranstaltung stecke jedoch nicht in der Krise, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok am Sonntag bei der Abschlusspressekonferenz. Nach der Sommerpause sollen neue Ideen für die Traditionsveranstaltung präsentiert werden. 

13.07.2016

Schützenausmarsch, ein Auftritt von Lena Meyer-Landrut, die Verleihung der Goldenen Fanfare: Aller Kritik zum Trotz war wieder ganz schön was los auf dem Schützenfest. Am Sonntag geht die Großveranstaltung nun mit einem Zapfenstreich an der Marktkirche zu Ende. Ein Rückblick in Bildern

10.07.2016
Anzeige