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Wird Goseriedeplatz zum Helmut-Schmidt-Platz?

SPD beschließt Antrag Wird Goseriedeplatz zum Helmut-Schmidt-Platz?

In Hannover soll ein Ort nach dem verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) benannt werden. So hat es die SPD-Ratsfraktion am Dienstag intern entschieden. Im Gespräch ist der Goseriedeplatz. In der vergangenen Woche hatten die Genossen bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil sie Schmidts Rolle als Wehrmachtsoffizier prüfen lassen wollten.  

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Ein würdiger Ort? Die Idee für den Helmut-Schmidt-Platz nahe des Steintors findet Anklang.

Quelle: Behrens/Archiv

Hannover. An der Würdigung Schmidts habe es nie Zweifel gegeben, sagte Fraktionschefin Christine Kastning nach der Sitzung. Nach Informationen der HAZ waren sich die Genossen nach dem internen Streit der vergangenen Tage nun schnell einig. Im Gespräch ist, den Platz an der Goseriede gegenüber vom Anzeiger-Hochhaus nach dem Altkanzler zu benennen - er heißt im Volksmund Goseriedeplatz, ist aber formal namenlos.

Geht dieses Verfahren den vorgesehenen Gang, wird die in den vergangenen Tagen heftig umstrittene Überprüfung der Rolle Schmidts im Zweiten Weltkrieg quasi in einer vereinfachten Version stattfinden. Nicht der „Beirat zur wissenschaftlichen Betrachtung namensgebender Persönlichkeiten in Hannover“ soll seine Expertise dazu abgeben, sondern Verwaltungsmitarbeiter Daten in Archiven abfragen.

Helmut Schmidt ragte heraus unter den Altkanzlern der Bundesrepublik. Jetzt ist er im Alter von 96 Jahren gestorben.

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Zunächst sind aber die Grünen am Zug. Wie üblich muss die SPD ihre Anträge mit dem Koalitionspartner abstimmen. Willigen die Grünen ein, könnte die Forderung noch vor der Sommerpause den Ratsgremien vorgelegt werden.

Nun liegt der Ball bei der Stadt

In dem SPD-Antrag heißt es, dass die Verwaltung die „notwendigen Schritte“ einleiten soll, um eine Straße oder einen Platz nach Schmidt zu benennen. Der Ball liegt also bei der Stadt. Das ist ein ungewöhnlicher Weg, denn üblicherweise gehören Straßenbenennungen zum Geschäft der Bezirksräte. „Nur bei neuen Straßen und Plätzen obliegt es der Verwaltung, einen Namen vorzuschlagen“, erklärt Stadtsprecher Alexis Demos. Dann wäre nicht auszuschließen, dass Schmidt Namenspate einer kleinen Stichstraße am Rande einer Neubausiedlung würde. Das dürfte kaum im Sinne der SPD sein, zumal Parteichef Alptekin Kirci im Vorfeld von einem „würdigen Ort“ für Schmidt gesprochen hatte. Die Stadt darf aber auch dann die Initiative ergreifen, wenn bestehende Straßen und Plätze noch unbenannt sind. Das trifft auf den neu gestalteten Platz gegenüber dem Anzeiger-Hochhaus zu.

Im Gespräch: Goseriedeplatz und Hindenburgstraße

Die Alternative wäre die Umbenennung einer bedeutenden Straße. Kirci hatte die Hindenburgstraße ins Spiel gebracht, die nach Ansicht des Beirats ohnehin einen anderen Namen verdient. Das Verfahren einer Umbenennung ist aber komplizierter, zudem wächst der Widerstand. Die CDU im Bezirksrat Mitte fordert, dass die Hindenburgstraße ihren Namen behält - an der der CDU-Landesverband seine Geschäftsstelle hat. Bevor aber der Name Helmut Schmidt auf einem Schild am Goseriedeplatz stehen kann, muss auch hier der Bezirksrat Mitte grünes Licht geben. Mit Widerstand ist kaum zu rechnen.

Zum leicht vereinfachten Prüfverfahren gehört, dass Stadtmitarbeiter im Bundesarchiv in Berlin und im Militärarchiv in Freiburg anfragen, ob Schmidt sich während der Nazi-Zeit etwas zu Schulden kommen ließ. „Das ist ein standardisiertes Verfahren für alle namensgebenden Personen, die während der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben“, sagt Stadtsprecher Demos.

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