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Aus der Stadt Kirci und Wernstedt setzen sich durch
Hannover Aus der Stadt Kirci und Wernstedt setzen sich durch
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00:16 01.05.2017
Von Andreas Schinkel
Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci will in den Landtag. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

In den anderen drei von insgesamt fünf Wahlkreisen gab es keine Kampfkandidaturen. Stephan Weil, Doris Schröder-Köpf und Stefan Politze bekamen jeweils 100 Prozent der Stimmen. "Dieses Mal war es weniger aufregend", sagt Schröder-Köpf in Anspielung auf den parteiinternen Machtkampf mit Sigrid Leuschner vor vier Jahren. Auch Weil und Politze gehen mit breitem Kreuz in den Wahlkampf. "Ich habe sehr gute Aussichten, den Wahlkreis direkt zu gewinnen", sagt der amtierende Ministerpräsident Stefan Weil. Politze kündigt an, den Mühlenberg in den Blick zu nehmen. "Schade, dass ein Stadtteil insgesamt diskreditiert wird", sagt er. Im Canarisweg ist eine Kita wochenlang in den Schlagzeilen gewesen, weil Hausbewohner Müll aufs Außengelände warfen.

Für Kirci und Wernstedt ist es ein knapper Sieg gewesen. Für den SPD-Parteichef stimmten 24 Delegierte, für den amtierenden Landtagsabgeordneten Höntsch 16. Bei Wernstedt, Tochter des ehemaligen niedersächsischen Landtagspräsidenten Rolf Wernstedt, verlief die Wahl noch knapper. Für die gelernte Ärztin stimmten 22 Delegierte, für ihren Kontrahenten, Philipp Schmalstieg, Sohn von Hannovers Ex-OB Herbert Schmalstieg, votierten 18 Genossen.

Bereits im Vorfeld zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Kirci hatte bei der üblichen Tour durch die SPD-Ortsvereine einen Holperstart hingelegt. Zwei Ortsvereine sprachen sich für Höntsch aus, doch dann holte Kirci auf. Den mitgliederstarken Ortsverein Vahrenwald-List gewann er für sich, seinen Heimatverein (Nordstadt) überzeugte er ebenfalls, bekam aber Gegenstimmen.

Auch Wernstedt und Schmalstieg lagen anfangs gleichauf. Bemerkenswert war, dass Schmalstiegs eigener Ortsverein in Linden gespalten war. Immerhin 40 Mitglieder stimmten für seine Gegnerin, 47 für den jungen Herausforderer aus den eigenen Reihen.

Die Delegierten bei der finalen Abstimmung am Freitagabend in der Käthe-Kollwitz-Schule waren nicht an die Abstimmungsergebnisse in den Ortsvereinen  gebunden. Daher hätte es gestern noch einmal spannend werden können - doch eine Überraschung blieb aus.

"Wir müssen jetzt um Vertrauen werben bei jenen Mitgliedern, die nicht für uns gestimmt haben", sagt Kirci. Das dürfte in seinem Fall kein leichtes Unterfangen sein. Nicht wenige Genossen kreiden es ihrem Chef an, dass er einem Landtagsabgeordneten die Wiederwahl streitig macht, obwohl Höntsch nicht durch eklatante Fehler aufgefallen ist. "So etwas macht man nicht", sagt eine Genossin.

Höntsch hat nach seiner Niederlage fluchtartig den Abstimmungssaal verlassen. Später fand er deutlich Worte in einer offiziellen Mitteilung: "Heute habe ich verloren, die SPD im Übrigen auch." Parteichef Kirci habe seine Arbeit im Landtag immer geschätzt - bis zu dessen Entschluss, selbst anzutreten. "Diese Umgehensweise mit mir entspricht nicht den Ansprüchen meiner Partei", sagt Höntsch.

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