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Aus der Stadt SPD fordert: Bunker sofort schließen
Hannover Aus der Stadt SPD fordert: Bunker sofort schließen
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09:01 07.03.2009
Die Notunterkunft am Welfenplatz soll geschlossen werden. Quelle: Michael Thomas

„Die Unterbringung in dem Bunker ist menschenunwürdig und einfach nicht mehr zeitgemäß“, erklärte der Politiker. Auch Vertreter von CDU und Grünen könnten sich eine Schließung des Bunkers vorstellen – wenn bessere, innenstadtnahe Alternativen gefunden werden. Oberbürgermeister Stephan Weil dagegen hält am Betrieb fest: „Wir sehen, dass es Verbesserungsbedarf gibt, und das werden wir umsetzen“, sagte er.

Bei der Betreuung Obdachloser sei Hannover im bundesweiten Vergleich gut aufgestellt. „Eine Fortführung des Betriebs würde die Stadt in ein falsches Licht rücken“, sagte Hermann, der den Bunker besichtigt hat. Von den 44 Betten würden maximal zehn pro Nacht benötigt. Diese für kurzfristige Übernachtungen gedachten Plätze sollten künftig an einem anderen Standort angeboten werden, etwa in einem der Wohnheime für Obdachlose.

Ein Bericht des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff hatte die Diskussion um den Bunker ins Rollen gebracht. Wallraff, der dort inkognito übernachtet hatte, wurde nach seiner Darstellung massiv von einem anderen Bewohner bedroht, konnte den Bunker aber nicht verlassen, weil die Türen entgegen der Vorschriften verschlossen waren.

Gestern wurde der Mitarbeiter des Wachdienstes Plural zu den Vorkommnissen jener Nacht befragt. Dieser habe sich sehr gut daran erinnern können. Es sei jedoch kein Freitag, wie Wallraff geschrieben hatte, sondern Mittwoch, der 4. Februar, gewesen, sagte Plural-Sprecherin Sonja Stephens. Seinen Angaben zufolge habe der Mitarbeiter den Wachraum wie vorgeschrieben einige Minuten verschlossen, um zur Toilette zu gehen. Um zu verhindern, dass währenddessen Alkohol in den Bunker gebracht werden konnte, sei auch der Haupteingang verschlossen worden. Dies soll laut Plural künftig geändert werden.

„Der Haupteingang wird künftig durchgängig von innen zu öffnen sein“, sagte Stephens. Sie zeigte sich über die Darstellung der Obdachlosen „Bianca“, in dem Bunker übernachtet zu haben, verwundert. „Frauen, Familien oder Touristen haben keinen Zutritt.“ „Bianca“ hatte in der HAZ von ihren Erlebnissen berichtet.

Die Stadtverwaltung sehe jedoch keinen Anlass, die Verträge mit der Firma zu verändern, sagte eine Sprecherin. Sie räumte aber ein, dass es nur wenige Möglichkeiten gebe, die Arbeit des Plural-Wachdienstes zu kontrollieren. Üblich seien punktuelle, unangekündigte Besuche städtischer Mitarbeiter.

von Juliane Kaune und Veronika Thomas

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