Hannover. Jürgen Mineur, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins, Ratsherr und Verkehrsexperte seiner Partei, hält diese Position auch in der Ratsfraktion für durchsetzbar. „Es gibt noch keinen Beschluss, aber die Tendenz geht dahin“, sagt er.
Die Lindener Sozialdemokraten halten Hochbahnsteige in der Bauart, wie sie zuletzt von einer Expertengruppe im Auftrag der Region vorgeschlagen worden waren, für stadtverträglich. Sie wären nicht mehr wie ursprünglich 100 Meter, sondern nur noch etwa 50 Meter lang. Der umstrittene Hochbahnsteig am Küchengarten stünde nicht mehr in der Limmerstraße, sondern seitlich in deren Einmündung zum Küchengartenplatz. Mineur lobte diejenigen, die gegen die großen Hochbahnsteige opponiert haben. „Das hat uns zwar zwei Jahre Zeitverzögerung eingebracht, dafür aber eine deutlich bessere Lösung“, sagt er.
Weitreichende Konsequenzen für die Planungen hätte die Idee der Tunnelnutzung. Wenn jede zweite Bahn zwischen Ahlem und der Innenstadt über Goetheplatz und Humboldtstraße in den Tunnel führe, wie bereits im Nachtsternverkehr praktiziert, kämen auch mobilitätseingeschränkte Hannoveraner aus dem Westen der Stadt in die City. Der Bau neuer Bahnsteige am Steintor, im Posttunnel neben dem Bahnhof und am Raschplatz wäre nicht nötig. Experten befürchten vor allem vor dem Posttunnel einen Verkehrskollaps, wenn sich Bahnen, Fußgänger und Autos dort den engen Straßenraum teilen müssen. Was niemand offen sagt: Verzichtet man auf eine neue, oberirdische Streckenführung in der Innenstadt, könnte zu einem späteren Zeitpunkt doch wieder eine eigene Tunnelstrecke für die D-Linie ins Gespräch kommen. Diese Variante war vor einem Jahr als zu teuer verworfen worden.
Bleibt es bei dieser Haltung, dürfen sich die hannoverschen Sozialdemokraten auf einen Zwist mit dem grünen Bündnispartner im Rathaus einrichten. Der streitet für die neue oberirdische Strecke und möchte dort Niederflurbahnen eingesetzt sehen. Als Option gilt den Grünen ein Ausbau des Niederflurnetzes etwa durch die Sallstraße in der Südstadt. Da will die SPD aber nicht mitmachen. „Wir halten an dem Ratsbeschluss fest, dass in der Sallstraße nichts passiert“, betont Mineur.
Skepsis gegenüber Hybridbussen: Unterdessen gibt es bei den Grünen in der Regionsversammlung Skepsis gegenüber dem Vorhaben, der Üstra den Kauf von 61 umweltschonenden Hybridbussen bis 2016 mit jährlich einer Million Euro zu bezuschussen. Dies habe aber nichts damit zu tun, dass das Geld für Niederflurbahnen gespart werden solle, sagt Maike Schümer, Verkehrsexpertin der Fraktion: „Wir haben Bedenken, weil andere regionseigene Unternehmen wie das Klinikum ihre Klimaschutzmaßnahmen selbst bezahlen müssen“, sagt sie. Außerdem sollten die Ergebnisse weiterer Testfahrten abgewartet werden. Die Region will erreichen, dass die Üstra in Hannover bald ausschließlich Hybridbusse einsetzt. Sie betrachtet das als wichtigen Beitrag zu ihrem Klimaschutzprogramm.
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