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Kann eine Mooswand Luftverschmutzung bekämpfen?

Vorbild in Stuttgart Kann eine Mooswand Luftverschmutzung bekämpfen?

Mooswände gegen Luftverschmutzung: SPD und FDP fordern den Test des Stuttgarter Modells. Die Grünen sind skeptisch – und setzen weiter auf Tempo 30 und blaue Plakette. Ein Mooswand-Versuch würde eine halbe Million Euro kosten. 

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Entlang der Göttinger Straße können sich SPD und FDP Mooswände vorstellen. Vorbild ist eine 100 Meter lange Testmauer in Stuttgart. Die Pflanzen sollen die Luft an der viel befahrenen Cannstatter Straße filtern.

Hannover. Mooswände entlang der Marienstraße oder Tempo 30 in Hannovers Innenstadt? Unter den Mehrheitsfraktionen im Rat gehen die Meinungen auseinander, wie die Luftverschmutzung in Hannover bekämpft werden kann. SPD und FDP wollen die Stadtverwaltung auffordern, den Einsatz von moosbewachsenen Lärmschutzwänden an besonders belasteten Straßen zu prüfen, etwa an der Göttinger Straße und an der Marienstraße. Ein gemeinsamer Antrag, der der HAZ vorliegt, ist auf dem Weg, doch die Grünen mauern. Sie setzen auf Tempo 30 für die City und die Einführung der blauen Plakette. Heute treffen sich die Ampel-Partner zum Gespräch. Vorbild für den rot-gelben Vorstoß ist eine 100 Meter lange Mooswand, die derzeit in Stuttgart getestet wird.

Hannover hat wie fast alle Großstädte in Deutschland ein Problem mit Schadstoffen in der Luft. Die von der EU vorgegebenen Grenzwerte werden beim gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid seit Jahren überschritten. Beim Feinstaub dagegen, den Mediziner für noch gefährlicher halten, bleibt Hannover unterhalb der Grenzwerte. Während Feinstaub vor allem aus Verbrennungsvorgängen entsteht, ist der Hauptverursacher für Stickoxide der Verkehr, genauer: Fahrzeuge mit Dieselmotor.

In Stuttgart ist beides ein Problem, sowohl Feinstaub als auch Stickstoffdioxid. Nahe einer Messstation für Luftwerte hat die Stadt kürzlich eine 100 Meter lange und drei Meter hohe moosbewachsene Wand aufgestellt. Zwei Sorten Moos wurden gezüchtet, unter Laborbedingungen hatten Wissenschaftler bereits bewiesen, dass die Pflanzen Feinstaub filtern. Jetzt macht Stuttgart den Praxistest. „Wir prüfen auch, ob sich die Stickstoffdioxid-Werte verändern“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen. Der auf zwei Jahre angelegte Testlauf kostet gut eine halbe Million Euro.

In Hannovers Ampel-Bündnis gehen die Meinungen auseinander, ob das Stuttgarter Modell übertragbar ist. „Zumindest sollten wir prüfen, was Mooswände eigentlich bringen“, sagt SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich. Sinnvoll sei es, sich mit der Stadt Stuttgart zu vernetzen. Kelich sieht auch das Bundesverkehrsministerium in der Pflicht. „Der Bund darf die Kommunen nicht allein lassen“, sagt er.

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Ist eine Mooswand der richtige Weg im Kampf gegen Luftverschmutzung?

Die FDP kann sich Moosmauern entlang der Friedrich-Ebert-Straße vorstellen. Die vierspurige Straße gilt als besonders belastet. „Wir müssen prüfen, ob das Land Zuschüsse für Mooswände geben kann“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Die Grünen halten sich zurück. Mooswände seien keine schlechte Idee, könnten die Schadstoffproblematik aber nicht lösen, meinen sie. „ Deutlichere Effekte haben dagegen Tempo 30 und die blaue Plakette“, sagt Grünen-Umweltexperte Patrick Drenske. Eine blaue Plakette kann nur per Bundesgesetz eingeführt werden, sie besagt, dass allein Dieselfahrzeuge mit Euro-6-Motor in die City fahren dürfen. Noch liegen die Pläne in Berlin auf Eis.

Die Stadt Hannover arbeitet an einem eigenen Plan, wie die Luftverschmutzung bekämpft werden kann. Er soll im Mai vorgelegt werden.  Dabei werden auch Straßensperrungen nicht ausgeschlossen.

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