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Kommt bald Tempo 30 auf Hauptstraßen?

Streit um Modellprojekt Kommt bald Tempo 30 auf Hauptstraßen?

Müssen Autofahrer demnächst auch auf Hauptverkehrsachsen wie der Friedrich-Ebert-Straße und der Marienstraße vom Gas gehen? Innerhalb des Ampel-Bündnisses im Rat (SPD, Grüne, FDP) ist man uneins, wo überall in Hannover Tempo-30-Strecken ausgewiesen werden sollen.

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Tempo 30? Die Marienstraße würde als Teststrecke infrage kommen.

Quelle: Surrey/Archiv

Hannover. Wenn es nach den Grünen geht, soll sich die Stadtverwaltung an einem vom Land ins Leben gerufenen Modellversuch „Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ beteiligen, doch die SPD lehnt das strikt ab. „Dieser Quatsch ist mit uns nicht zu machen“, sagt SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich.

Es sei Zweck von Hauptstraßen, dass sie den Verkehr zügig weiterleiten, meint Kelich. „Tempo 30 hat mit der Bekämpfung von Luftverschmutzung nichts zu tun“, sagt er. Wer im zweiten Gang 30 Stundenkilometer fahre, stoße mehr Schadstoffe aus als jemand, der Tempo 50 im vierten Gang einhält. Zudem gebe es in Hannover keine Hauptverkehrsstraße, die die vom Land vorgegebenen Kriterien für eine Modellstrecke erfülle.

Lärm, schlechte Luft und Gefahr

Mit dem Modellprojekt „Tempo 30 auf Hauptstraßen“ will das niedersächsische Wirtschaftsministerium herausfinden, wie sich die verminderte Geschwindigkeit auf Verkehrssicherheit, Lärm und Luftverschmutzung auswirkt. Der Versuch dauert drei Jahre und wird wissenschaftlich ausgewertet. Kommunen, die sich beteiligen wollen, müssen Straßen benennen. Die Abschnitte müssen mindestens 500 Meter lang sein und sollten Knotenpunkte einbeziehen. Die Grenzwerte für Lärm und Luftschadstoffe müssen überschritten werden, oder es muss eine Unfallgefahr nachgewiesen sein. Zudem empfiehlt das Ministerium ein „städtebauliches Konzept, das die Bedeutung des Abschnittes erkennbar macht“.

Für die Grünen ist damit der Fall klar. „Die Friedrich-Ebert-Straße und die Marienstraße bieten sich als mögliche Teststrecken an“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Auf eine Teilnahme am Modellprojekt habe sich das Ampel-Bündnis im Übrigen schon vor Monaten geeinigt. Jetzt komme es darauf an, die Effekte des reduzierten Tempos auf besonders belasteten Straßen zu prüfen.

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Das niedersächsische Wirtschaftsministerium will mit einem Projekt prüfen, ob sich Tempo 30 auf Hauptstraßen positiv auf Verkehrssicherheit, Lärm und Luftverschmutzung auswirkt. Was halten Sie davon?

Das sieht die FDP anders. „Damals standen die Kriterien für eine Teilnahme noch gar nicht fest“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Die Bedingungen müsse man sich jetzt genau ansehen. „Ich kann mir allerhöchstens vorstellen, auf der Friedrich-Ebert-Straße Tempo 30 auszuprobieren“, sagt Engelke.

Unabhängig von solchen Überlegungen weist die Stadt in diesen Wochen 130 zusätzliche Tempo-30-Strecken vor Schulen, Kitas, Altenheimen und Kliniken aus. Damit setzt die Verwaltung eine neue Rechtsvorschrift des Bundes um.

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