„Die Parkhäuser in der City sind längst nicht mehr voll“, sagt Hermann, der auch baupolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Würde man in den Häusern eine entsprechende Fläche räumen, „könnte man locker Platz für 500 Fahrräder schaffen“.
Dabei belässt es der SPD-Politiker nicht bei dem pauschalen Vorschlag. Mit der eigenen Digitalkamera hat Hermann festgehalten, wo seiner Ansicht nach zumindest der Gedanke an neue Stellplätze lohnen könnte. Im Parkhaus Windmühlenstraße etwa wäre Platz für 50 Velos, meint Hermann, wenn der im Erdgeschoss ansässige Reinigungsservice für Autos umzöge. Auch in den Räumen des ehemaligen Blumengeschäfts Meisert im Parkhaus Schmiedestraße könnte die SPD sich eine Abstellfläche vorstellen. Weitere Vakanzen hat Hermann im neuen Parkhaus Rosenquartier, vor dem Parkhaus Mehlstraße und in der Ernst-August-Galerie von ECE ausgemacht. Dort existiere bereits eine Abstellfläche im Außenbereich, die jedoch kaum bekannt sei – und eine stets abgeschlossene im Innenbereich mit Raum für 150 Fahrräder. „Davon wird gerade eine Handvoll genutzt“, sagt Hermann. „Wenn das so ist – warum kann man den Raum nicht öffnen und ein Fahrradparkhaus darin betreiben?“
Abgesehen von der ECE-Fläche sind Hermanns Parkhausideen ausschließlich in Häusern der Stadttochter Union Boden angesiedelt. Deren Chef, SPD-Parteifreund Walter Richter, hat Hermann bisher jedoch nicht so recht überzeugen können. Stattdessen sei er mittlerweile ermüdet von den immer gleichen Argumenten zur Wirtschaftlichkeit, sagt der Ratsherr. „Wenn wir den Fahrradanteil in der Stadt erhöhen wollen, dann müssen wir auch über die städtischen Gesellschaften sprechen.“ Richter selbst hatte bisher keine Gelegenheit, sich zu Hermanns Vorschlägen einzulassen.
Allerdings wird sich Richter zumindest mit seinem Aufsichtsrat über das Thema unterhalten müssen. Dessen Vorsitzender nämlich ist SPD-Ratsherr Martin Hanske, und der findet die Parkhaus-Idee seines Fraktionsvize „durchaus charmant“. Natürlich müsse man „gucken, was das wirtschaftlich bedeutet“ und könne man „die städtischen Töchter nur begrenzt melken“. Dennoch sieht auch Hanske einen Bedarf für weitere Fahrradstellplätze. Also werde die Union Boden den Vorschlag „sicher diskutieren, wenn er durch die Politik an uns herangetragen wird“. Schließlich „muss man auf der Suche nach Lösungen eben einfach auch mal ein bisschen kreativ sein“.
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Kommentare
@ Erika Lenz: Ja nee, iss klar... M.M. – 13.08.09
Ich kann aber nur mit meinem Auto nach Pusemuckel fahren und nicht mit 5 Rädern gleichzeitig...Blöde Idee (Kapitel 548) Bolzenschneider – 12.08.09
Man könnte ja den nun nicht mehr benutzen Radweg am Maschsee als Park&Ride-Zone für Fahrräder erklären. Die Üstra übernimmt denTransport in die City.
Denkbar wäre auch ein neues unterirdisches Parkhaus unter den Steintor, betrieben von Union Boden und gesponsort vom Steuerzahler.
Völlig bescheuerte Ideen?
Nein, Politik!
Abwarten.
Typischer Autofahrervorschlag! Radfahrer – 12.08.09
Herr Hermann: vielleicht sollten sie selbst mal mit dem Fahrrad fahren um zu merken welche Vorteile das bietet. Wie vor mir schon jemand bemerkte: einfach mal die Bürger-Ideen aufgreifen und diese dann umsetzen. Nicht aus Langeweile und Unwissenheit heraus dumme Vorschläge machen...So schiesst sich die SPD wieder mal ins eigene Bein und macht einen Wahlsieg der CDU sicherer denn je!
Ja sicher FitundGesund – 12.08.09
Am besten mit den Autos zusammen in ein Parkhaus, damit man als Radfahrer auch noch bezahlt für die dortigen Abgase und Krebsgefahr.Wenn Parkhäuser und Geschäfte nicht belegt sind, warum reißt man sie nicht einfach ab und gestaltet die Innenstadt mal freiräumiger und freundlicher? Für Fußgänger und Radfahrer.
In der Schweiz und Österreich gibt es schon wieder komplett Autofreie Städte mit mehr Lebensqualität.
Wann hören diese DDR-Subventionierung für den Autoverkehr auf? Warum sollen wieder die Radfahrer für was herhalten, was an anderer Stelle nicht läuft?
Fahrrad Parkhaus Radlflitzer – 12.08.09
Für Alle dies es noch nicht wissen.es gibt die Radstation in Bahnhofsnähe schon.
Dort kann man günstig sein Esel sicher abstellen und ggfs. warten lassen.
Ein zusätzliches Projekt kann sicher getestet werden.
Was sagt der ADFC Hannover dazu?.
Zu allem gehöhren sichere Radwege die auch Nachts mal gern beleuchtet sein können.
In der Innenstadt ist zu viel Raum dem Auto gewidmet, seht nach Frankfurt dort wird der Verkehr aus den Kernbereich Hauptwache zurückgedrängt.
Oder in Braunschweig dort gibt es Fahrradstrassen.
Also erst die Wege verbessern und dann die Infrastruktur anpassen.
Für die unverbesserlichen Autofahrer.
Benzin wird immer teurer und die weitern entstehenden Kosten werden stetig steigen.
Bürger seit mutig gegen die Autolobby.
Was ist denn das für ein ... Christophe – 12.08.09
... schwachsinniger Vorschlag der SPD. Hat da einer zuviel Zeit?Ein Parkhaus für Räder haben wir schon. Das kostet zwar, aber wenn jemand morgens sein Fahrrad dahin bringt, weil er anstatt mit Öffis mit dem Rad zum HBF fährt, um anschliessend mit der Bahn zur Arbeit zu fahren und es dann abends sicher und im Ganzen wieder entgegenzunehmen, macht das durchaus Sinn.
Aber vor dem HBF stehen so viele Schrottkarren, die mal entfernt werden sollten, dann könnte man auch mal wieder sein Rad dort abstellen. Denn was nutzt mir ein Fahrrad, wenn ich es noch nicht mal dort abstellen kann.
Ausserdem fahre ich doch mit dem Rad in die Stadt, weil es billiger als Öffis ist, weniger Zeit in Anspruch nimmt und ich dort halten kann, wo ich hinmuss und dort mein Fahrrad dann gut sichern kann.
Vielleicht sollte sich die Stadt mal das Parkhaus für Fahrräder in Göttingen oder anderen Städten angucken. Es wird kaum genutzt, weil es Geld kostet und das nur, weil sich die Stadt damit verkalkuliert hat. Aber das können die Hannver ja genau so gut!
Fahrradparkhaus Schrödi – 12.08.09
Ich schließe mich dem Kommentar von Velo an. Ich fahrejeden morgen mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Dort liegen seit Monaten die gleichen, alten, rostigen Drahtesel rum. Erstmal nervt das und schön aussehen ist auch was anderes.
wie ... hb – 12.08.09
... umständlich!!! Fahrrad ins Parkhaus? Damit würde jegliche Flexibilität, die das Fahrrad in der Stadt bietet, verloren gehen. Dann fahre ich doch lieber gleich mit dem Auto in die Innenstadt ins Parkhaus; und die SPD ist damit abgehakt.Lasst die Bürger ran Timm – 12.08.09
Liebe SPD, ich denke es ist sinnvoller, wenn für euch die Bürger Vorschläge entwerfen. Diese kommen aus der Praxis, und nicht aus Langeweile! Einen dämlicheren Vorschlag hab ich lange nicht gehört. Da wird der Wahlkampf ja heute schon entschieden.Parkplätze zu Fahradständern! Erika Lenz – 12.08.09
Auf jeden Autoparkplatz würden 5 Fahrräder passen.Und wieder LJA – 12.08.09
ein völlig weltfremder Vorschlag zum Thema Vorwärtskommen in Hannover. Dem Ideengeber scheint überhaupt nicht klar zu sein, dass ein großer Vorteil des Fahrrades in Innenstädten darin besteht, zumeist unmittelbar an das Ziel gelangen zu können. Ganz im Gegenteil zu Autos und dem ÖPNV. Wenn man jetzt die Radfahrer zwingen will, ihre Fahrzeuge an bestimmten zentralen Stellen zu deponieren und den Rest zu Fuß zu gehen, dann wird genau dieser Vorteil zunichte gemacht.Herr Hermann scheint einer von den vielen Hannoverschen Lokalpolitikern zu sein, die sehr viel Zeit haben.
Vetternwirtschaft 123 – 12.08.09
ein schöner Artikel über die SPD-Vetternwirtschaft."nur begrenzt melken"
"auf der Suche nach Lösungen eben einfach auch mal ein bisschen kreativ sein"
Zitate von SPD-Ratsherr Martin Hanske
Da fällt die Wahlentscheidung doch schon viel leichter.
kreativ? velo – 12.08.09
Das Fahrrad im Parkhaus abzustellen, macht m.E. nur Sinn, wenn ich das Rad für mehrere Stunden am Tag nicht brauche. Bei normalen Erledigungen in der Stadt(z.B. vom Steintor über den Bahnhof zur Markthalle)fahre oder schiebe ich das Rad, um von meiner letzten Station dann direkt nach Hause zu fahren. Es macht schon Sinn, dass Parkhäuser für Autos gedacht sind.Wichtiger und sinnvoller wäre es, die Fahrradbügel im Stadtgebiet von all den "Fahrradleichen" zu befreien. Besonders schlimm ist die Situation vorm/neben dem Bahnhof, Kaufhof, Schillerstraße. Definitiv und erkennbar überwiegen im Innenstadtbereich Fahrräder, die kaputt und verrostet sind (vorm Bahnhof liegen die Räder oft umgekippt auf dem Boden) und die Fahrradbügel dauerblockieren. Sicher abstellen oder gar anschließen kann man sein Fahrrad so gut wie nirgends mehr. Hier wäre Abhilfe dringend angesagt. Wer ist dafür eigentlich zuständig?
Vielleicht wäre es kreativer, die herren- und damenlosen Räder in die Parkhäusern zu verfrachten, um im Stadtgebiet wieder ein sicheres Anschließen zu ermöglichen.