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SPD will Platz oder Straße nach Schmidt benennen

Würdigung des Altkanzlers SPD will Platz oder Straße nach Schmidt benennen

In Hannover soll ein Ort nach dem verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) benannt werden. So hat es die SPD-Ratsfraktion am Dienstag intern entschieden. In der vergangenen Woche hatten die Genossen noch bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil sie Schmidts Rolle als Wehrmachtsoffizier prüfen lassen wollten. 

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Sein Name soll in Hannover verewigt werden: Altkanzler Helmut Schmidt. 

Quelle: dpa

Hannover. Der Antrag der Fraktionsführung wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen. An der Würdigung Helmut Schmidts mit einer Straßenbenennung habe es nie Zweifel gegeben, teilte Fraktionschefin Christine Kastning nach der Sitzung mit. SPD-Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne hatte in der vergangenen Woche bundesweit für Aufsehen gesorgt mit seinen öffentlich geäußerten Bedenken, dass Altkanzler Schmidt Zeit seines Lebens Nachfragen zu seiner Rolle als Wehrmachtsoffizier unbeantwortet gelassen hatte. Auch SPD-Ratsfraktionschefin Kastning hatte sich eher abwartend geäußert: „Bevor man eine Straße nach ihm benennt, muss man sich mit der Persönlichkeit auseinandersetzen, es wird eine wissenschaftliche Diskussion stattfinden“, sagte sie damals.

In die Debatte schaltete sich sogar der frühere SPD-Chef und Altkanzler Gerhard Schröder ein und fand deutliche Worte für das Zögern seiner Genossen. “In dieser Weise darf man nicht mit dem Andenken von Helmut Schmidt umgehen. Das sage ich als sein Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers – als jemand, der ihn kritisiert, aber auch verehrt hat. Das sage ich auch als Ehrenbürger dieser Stadt", erklärte Schröder gegenüber der HAZ.  Angesichts der bundesweiten Aufregung und teils spöttischen Kommentare machte die SPD schließlich öffentlich eine Kehrtwende, die sich nun auch auf Papier in Form des Antrags niedergeschlagen hat. 

Geht das Verfahren den vorgesehenen Gang, wird die in den vergangenen Tagen heftig umstrittenen Überprüfung der Rolle Schmidts im Zweiten Weltkrieg quasi in einer Light-Version stattfinden. Nicht der „Beirat zur wissenschaftlichen Betrachtung namensgebender Persönlichkeiten in Hannover“ soll seine Expertise dazu abgeben, sondern Verwaltungsmitarbeiter Daten in Bundes- und Militärarchiven abfragen. Zunächst sind aber die Grünen am Zug. Wie üblich muss die SPD ihre Anträge mit dem Koalitionspartner abstimmen. Willigen die Grünen ein, könnte die Forderung noch vor der Sommerpause den Ratsgremien vorgelegt werden. Die Grünen hatten in bereits erklärt, auch den Geschlechterproporz im Blick zu haben. 

asl/frs

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