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Aha kämpft gegen Gutschein-Missbrauch

Säcke günstig im Internet Aha kämpft gegen Gutschein-Missbrauch

Im Internet werden Müllsäcke von aha kostengünstig angeboten. Anscheinend haben viele Weiterverkäufer gegenüber dem Müllentsorger behauptet keine Gutscheine erhalten zu haben – und dann neue bekommen. Um Missbrauch zu verhindern, verschickt die Gutscheine nun per teuren Einschreiben.

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Teure Post: Jeder Gutschein ist fast 35 Euro wert. Ab einem Briefwert von 170 Euro verschickt Aha sie deshalb als Einschreiben mit Rückschein.Foto: Surrey

Hannover. Dem Abfallwirtschaftsbetrieb Aha entsteht immenser Schaden durch den Missbrauch der ohnehin umstrittenen Sack-Gutscheine. Im Internet werden reichlich Müllsäcke kostengünstig angeboten. Mutmaßlich haben viele der Weiterverkäufer gegenüber Aha behauptet, die Gutscheine seien auf dem Postweg verloren gegangen - denn dann gibt es kostenlos neue, die man verkaufen kann. Dem will das Unternehmen jetzt vorbeugen, indem es einen Gutteil der Gutscheine nur noch per Einschreiben verschickt.

Mithilfe der bezahlten Gutscheine beziehen noch rund 15 Prozent der Kunden in der Gesamtregion ihre Restmüllsäcke - alle im Umland. Die anderen 85 Prozent der Haushalte, darunter sämtliche in der Stadt Hannover, haben mit der Sackentsorgung von Haushaltsmüll nichts mehr zu tun. Sie lassen ihren Müll wie bundesweit fast alle anderen Haushalte in Mülltonnen abfahren und zahlen dafür regelmäßig Gebühren.

Diejenigen jedoch, die die Sackabfuhr nutzen, zahlen die Müllgebühr im Wesentlichen über den Preis der grauen Müllsäcke. Damit sind die Gutscheine, die Aha jetzt zu Tausenden verschicken muss, quasi Bargeld: Wer zu viele davon hat, kann sie auf Flohmärkten oder in Internetauktionen verkaufen. Davon wird auch rege Gebrauch gemacht.

„Wir wollen die Weitergabe von Gutscheinen nicht verbieten“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich: „Schließlich dürfen Nutzer von Mülltonnen ja auch ihren Nachbarn erlauben, dort etwas hineinzuwerfen.“ Auch beim Ersetzen von verlorenen Gutscheinen sei man bisher meist kulant gewesen - beides zusammen wurde aber offenbar zum Problem.

Jeder Gutschein für eine Rolle Müllbeutel mit einem Gesamtvolumen von 520 Litern ist 34,32 Euro wert. Insgesamt hat Aha für das kommende Jahr 385 285 Gutscheine verschickt, davon aber nur 178.987 per Einschreiben. „Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben wir uns entschlossen, ab einem gewissen Wert die Gutscheine per Einschreiben zu versenden“, sagt Herich. Die Grenze sei bei fünf Gutscheinen pro Briefumschlag gezogen, weil die Briefe dann einen Wert von gut 170 Euro haben. Insgesamt wurden auf diese Weise 20 000 Einschreiben verschickt. Der Portopreis beträgt 2 Euro, damit summieren sich die Einschreibekosten auf 40 000 Euro. Zahlen müssen dafür alle Gebührenzahler, auch die mit Mülltonnen.

Zahl der Sackbezieher sinkt: Weite Teile des Umlands sind schon auf alternative Tonnenabfuhr umgestellt, und zahlreiche Haushalte haben sich gegen die Sackabfuhr entschieden. Zum Jahreswechsel stellen nun Langenhagen und die sechs Südkommunen Laatzen, Hemmingen, Pattensen, Ronnenberg, Gehrden und Seelze um, 2017 schließlich folgen final die vier Westkommunen Wunstorf, Barsinghausen, Wennigsen und Springe. Danach betreibt der Abfallentsorger Aha für eine voraussichtlich einstellige Prozentzahl der Haushalte zwei Müllsysteme parallel, weil die Regionspolitik sich nicht auf ein einheitliches Abfallsystem einigen konnte.

Debatte um Müllgebühren: Derzeit wird in einem Bürgerbeteiligungsverfahren die Gebührenstruktur komplett neu diskutiert, nachdem Gerichte zweimal die Gebührensatzungen gekippt hatten. Die Region lässt ein Bürgergutachten erstellen, unter anderem hat es im Frühsommer eine Expertenanhörung gegeben, bei der Müllfachleute aus anderen Regionen und Juristen von ihren Erfahrungen berichten und das hannoversche Abfuhrsystem bewerten durften. Der Termin für die öffentliche Abschlussdebatte hatte sich verschoben, er ist jetzt auf Mittwoch, 18. November, festgelegt.

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