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Säureopfer fordert 250.000 Euro Schadensersatz

Ex-Freund verklagt Säureopfer fordert 250.000 Euro Schadensersatz

Das Säureopfer Vanessa M.verklagt den Täter auf 250 000 Euro Schadensersatz. Zuvor war ein Vergleich zwischen beiden gescheitert, weil die Eltern des Täters Bedingungen gestellt haben, die Vanessa M. nicht erfüllen wollte. 

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So sieht Vanessa M. heute, über ein Jahr nach dem Angriff.

Quelle: dpa

Hannover. Die 27-jährige Vanessa Münstermann, die im Februar 2016 von ihrem Ex-Freund mit Säure überschüttet wurde und seitdem entstellt ist, zieht wieder vor Gericht. Sie verklagt den zu zwölf Jahren Haft verurteilten Täter Daniel F. auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 250.000 Euro. Eine entsprechende Schrift sei am Freitag bei Gericht eingegangen, teilte die junge Frau mit.  Die Kosmetikerin wurde 2016 von ihrem Ex-Freund mit einer ätzenden Flüssigkeit übergossen. 

Im Trennungsstreit schüttete der 33-jährige Daniel F. seiner Ex-Freundin Vanessa Münstermann Säure ins Gesicht. Ein Jahr nach der Attacke in Hannover will das Opfer einen Verein gründen, um Menschen mit einem ähnlichen Schicksal Mut zu machen. 

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Außergerichtliche Einigung gescheitert

Zuvor war ein Versuch zwischen den Eltern des Täters und dem Rechtsanwalt von Vanessa Münstermann gescheitert, sich außergerichtlich zu einigen. „Sie waren bereit, eine sechsstellige Summe zu bezahlen, stellten aber viele Bedingungen“, sagte Münstermann bei einer Pressekonferenz am Freitag. Nach dem Willen der Angehörigen sollte es die 28-Jährige künftig unterlassen, öffentlich über den Täter zu reden, damit er und auch die Angehörigen zu Ruhe kommen könnten. „In meinen Augen war das Erpressung. Es ist ja gerade eine Therapie für mich, über den Fall auch in der Öffentlichkeit zu sprechen“, sagt sie.

Zahlreiche Operationen

Seit dem Anschlag hat Vanessa Münstermann unzählige Operationen über sich ergehen lassen müssen. Ihr linkes Auge konnten die Ärzte nicht retten. Es musste entfernt werden. „Seitdem kann ich wieder gut schlafen, weil die starken Kopfschmerzen jetzt weg sind“, sagt sie. Zudem muss sie regelmäßig Kompressionskleidung tragen, an allen Körperstellen, die von der Säure verätzt worden sind, damit die Narben keine Wülste bilden. „Eigentlich muss ich das 23 Stunden am Tag tragen, aber weil mich das zu sehr einschränkt, machte ich das täglich nur acht Stunden lang“, sagt Vanessa Münstermann.

Nach dem Säureangriff im Februar 2016, der ihr Gesicht entstellte, hat Vanessa M. einen Verein gegründet. Mit diesem setzt sie sich für Menschen in ähnlichen Situationen ein. 

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Große Pläne

Für die kommenden Wochen und Monate hat sie sich viel vorgenommen. Am 15. Februar 2018, dem zweiten Jahrestag des Anschlags, will sie in einem Kino in Hannover ein großes Fest für alle Helfer feiern. Krankenschwestern, Ärzte, Polizisten - alle, die je mit ihrem Fall betraut waren, sollen kommen. Ende 2018 soll zudem ihr erstes Buch erscheinen. Außerdem kümmert sie sich seit einem halben Jahr mit ihrem Verein AusGezeichnet um andere Säureopfer. 25 Mitglieder hat der Verein. Rund 5000 Euro an Spendengeld hat die Organisation bislang eingenommen. Kontakt nehmen die Betroffenen mit Vanessa Münstermann insbesondere über die sozialen Medien auf. „Ich bekomme Anfragen aus Australien, Indien und Pakistan“, sagt sie. In Deutschland kümmert sich der Verein bislang um zwei Frauen, darunter auch Sonja B., die im November 2016 im Jobcenter in Hamburg-Wandsbeck von ihrem Mann aus Eifersucht mit Säure attackiert worden war.
Auch im Privatleben der 28-Jährigen hat sich viel getan. Seit vier Monaten ist sie mit einem neuen Partner zusammen. Um den Hals trägt sie ein silbernes Herz. „Das ist das erste Mal, dass mir jemand Schmuck geschenkt hat“, sagt Vanessa Münstermann.

Tobias Morchner

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