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Safias Bruder ist wieder in Hannover

Terrorverdacht Safias Bruder ist wieder in Hannover

Zwei Monate nachdem die 15-jährige Safia S. einen Bundespolizisten am Hauptbahnhof niedergestochen und schwer verletzt hat, ist auch ihr zwei Jahre älterer Bruder wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Der 17-Jährige saß in der Türkei im Gefängnis, in Hannover ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn.

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Safia S. hat mit einem Gemüsemesser auf einen Bundespolizisten im Hauptbahnhof eingestochen. Ihr Bruder ist gerade aus der Türkei zurückgekehrt.

Quelle: Montage HAZ

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Hannover landete das Flugzeug von Saleh S. aus der Türkei am 26. April. Zuvor hatte der 17-Jährige dort in Haft gesessen. „Die Gründe dafür sind uns bisher aber unbekannt“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge, dessen Behörde wegen des Verdachts der Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat gegen S. ermittelt.

Zu diesem Zweck erwartete die Polizei den Jugendlichen bei seiner Einreise am Flughafen. Die Ermittler interessierte vor allem, warum er sich in der Türkei aufgehalten hatte und ob er, genau wie seine Schwester, den Plan hatte, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. „In der Befragung hat der Verdächtige aber geleugnet, Kontakt mit Mitglieder der Organisation aufgenommen zu haben“, sagt Klinge.

Eine 15-Jährige hat im Hauptbahnhof einen Beamten der Bundespolizei mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

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Dies will die Staatsanwaltschaft nun bei ihren Ermittlungen genauso klären, wie die Frage, warum der Jugendliche in der Türkei inhaftiert wurde. Auch seine Schwester Safia war vor dem Angriff auf den Bundespolizisten in die Türkei gereist, um sich dort dem IS anzuschließen. Zwar reiste ihre Mutter wenig später ebenfalls nach Istanbul und schaffte es, ihre Tochter zur Rückreise nach Hannover zu bewegen. Da hatte diese sich aber bereits mit zwei Mitgliedern des IS getroffen.

Bei der Bundesanwaltschaft ist man sich sicher, dass diese Safia im Januar davon überzeugten, eine Märtyreroperation im Namen des IS in Deutschland durchzuführen. Im Februar bewaffnete sich die Schülerin daraufhin mit einem Küchen- und einem Steakmesser und attackierte den 34 Jahre alten Bundespolizisten im Hauptbahnhof, den sie als „Repräsentanten der von ihr verhassten Bundesrepublik“ betrachtete. Die Bundesanwaltschaft ermittelt mittlerweile wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung gegen Safia S. Seit dem Angriff sitzt die 15-Jährige in Untersuchungshaft. Ob sie noch immer in Hannover inhaftiert ist, oder wegen der Verlagerung der Ermittlungen zur Bundesanwaltschaft nach Baden-Württemberg verlegt wurde, will die Behörde nicht sagen.

In Karlsruhe geht man aber offenbar nicht davon aus, dass eine ähnliche Gefahr von ihrem Bruder Saleh ausgeht. Nach Informationen der HAZ wird von der Bundesanwaltschaft nicht gegen den 17-Jährigen ermittelt. Stattdessen konzentrieren sich die Ermittler auf die Verbindung zwischen Safia S. und Ablah A.. Der 19-Jährige steht unter dem Verdacht, gemeinsam mit anderen Personen einen Anschlag auf das Länderspiel am 17. November vergangenen Jahres in Hannover geplant zu haben. Anfang Dezember durchsuchte die Polizei die Wohnung in Misburg, in der der Schüler gemeinsam mit seiner Mutter lebt. Im April bekam A. erneut Besuch von den Ermittlern aus Karlsruhe.

Das Länderspiel Deutschland-Niederlande ist abgesagt. Für die ganze Stadt wurden schärfere Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

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„Die aktuelle Durchsuchung, bei der wir auch wieder technische Gegenstände sichergestellt haben, steht jedoch im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Safia S.“, sagt Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft. In den vorangegangenen Ermittlungen hatten die Fahnder Beweise dafür gefunden, dass die beiden Schüler unter Terrorverdacht regelmäßig miteinander gechattet hatten.

Junge mutmaßliche Terroristen aus Hannover

 17. November 2015: Das Fußballfreundschaftsspiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und den Niederlanden in Hannover wird kurz vor dem Anpfiff abgesagt. Die Polizei spricht von Hinweisen auf eine „konkrete Bedrohungslage“.

9. November 2015: Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe übernimmt die Ermittlungen rund um den möglichen Terroranschlag.

10. Dezember 2015: Beamte des Bundeskriminalamtes durchsuchen die Wohnung von Ablah A. in Misburg-Nord.

26. Februar 2016: Safia S. sticht einen Bundespolizisten nieder. Die 15-Jährige soll zuvor Kontakt zum IS gehabt haben.

26. April 2016: Safias Bruder Saleh S. kommt aus der Türkei zurück. Der 17-Jährige saß dort im Gefängnis.

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