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Aus der Stadt Salafistenprediger zum zweiten Mal in Hannover
Hannover Aus der Stadt Salafistenprediger zum zweiten Mal in Hannover
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00:15 10.10.2016
Ahmad Abul Baraa gilt als Scharfmacher in der salafistischen Szene. Quelle: Archiv
Hannover

Der Deutschsprachige Islamkreis in der Kornstraße empfängt am Freitag wieder einen umstrittenen Gast. Der Salafistenprediger Ahmad Abul Baraa aus Berlin will nach dem Abendgebet in der Moschee in der Kornstraße auftreten. Worüber er sprechen wird, sei eine Überraschung, schreibt der Islamkreis auf seiner Facebook-Seite. Abul Baraa, der mit bürgerlichem Namen Armih heißt, gilt als Hardliner der salafistischen Szene und wird vom Verfassungsschutz unter anderem wegen seiner antidemokratischen Äußerungen beobachtet.

Abul Baraa tritt bereits das zweite Mal in diesem Jahr in der Kornstraße auf. Zuletzt gehörte er im April zu einer Gruppe von Predigern, die in der Moschee ein Seminar zum Thema „Wie nähere ich mich Allah?“ gaben.

Hardliner der Salafismus-Szene

Normalerweise predigt Abul Baraa in der As-Sahaba-Moschee in Berlin, die als Treffpunkt radikaler Salafisten bekannt ist. Dort zeichnet er regelmäßig Videos zu Thesen seiner Weltanschauung auf und lädt sie auf der Videoplattform Youtube hoch. Sein Kanal hat rund 11.000 Abonnenten. Üblicherweise spricht Abul Baraa über Ge- und Verbote für Muslime. Aus vielen seiner Aussagen gehe hervor, dass er eine Gesellschaftsordnung auf Basis von Koran und Sunna unterstütze und „die westliche Lebensweise, die pluralistische Gesellschaft und das demokratische System“ weitgehend ablehne, formuliert der niedersächsische Verfassungsschutz auf Anfrage.

So behauptet der Prediger unter anderem, Frauen, die bunte Kleidung tragen, seien „selbst schuld“, wenn sie von Männern belästigt würden, und die USA seien die „wahren Terroristen“. Zudem propagiert er eine Abschottung gegenüber Ungläubigen, zu denen er auch nicht-salafistische Muslime zählt.

Im Visier des Verfassungsschutzes

Bei Polizei und Verfassungsschutz ist bekannt, dass Abul Baraa heute in der Kornstraße auftritt. Zu etwaigen Maßnahmen wollen sich beide Behörden nicht äußern. Vom Verfassungsschutz heißt es jedoch, sollten sich aus den Beobachtungen „tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Straftatbestandes oder gefahrenrelevanter Sachverhalte“, ergeben, würden Justiz und Polizei informiert. Der Islamkreis reagierte nicht auf eine Anfrage.

Die Moschee in der Kornstraße ist als Treffpunkt radikaler Muslime und Salafisten bekannt, zudem wird vermutet, dass auch für die Terrormiliz Islamischer Staat rekrutiert wird. So waren dort etwa die Geschwister Safia und Saleh S. regelmäßig zu Gast. Safia hatte im März 2016 mit einem Küchenmesser einen Bundespolizisten niedergestochen, Saleh steht unter anderem im Verdacht, Brandbomben vom Dach eines Einkaufszentrums geworfen zu haben. In der Moschee trafen sie Ahmed A., der in seiner Heimat Afghanistan Anschläge verüben wollte, und Mohamad Hasan K., gegen den im Zusammenhang mit der Absage des Fußball-Länderspiels ermittelt wird.

isc

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