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Aus der Stadt Brücke wird zum Nadelöhr
Hannover Aus der Stadt Brücke wird zum Nadelöhr
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00:20 05.05.2014
Von Andreas Schinkel
Die Barken stehen 
schon:
 Für den Start der 
Sanierung der
 Raschplatz-Hochstraße
ist alles vorbereitet. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Grund für die gesperrten Fahrbahnen sind Sanierungsarbeiten an der Brücke, die noch bis Ende kommenden Jahres andauern. Eigentlich dürfte der Verkehrsfluss nicht allzu stark beeinträchtigt werden, wenn man einem Verkehrsgutachten Glauben schenken darf. Als es vor einigen Jahren darum ging, die Hochstraße abzureißen, ließ die Stadt überprüfen, ob die Berliner Allee den Verkehr aufnehmen kann.

Die Antwort fiel zur Freude des damaligen Oberbürgermeisters Stephan Weil eindeutig aus: Einem Abriss stehe nichts entgegen. Weil hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm das Bollwerk mitten in der City ein Dorn im Auge war. Doch aus Geldmangel kam es nicht dazu, ein Abriss hätte einen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen. Vor drei Jahren gab es einen neuen Versuch, sich des ungeliebten Bauwerks zu entledigen. Die Regionsverwaltung wollte die Stadtbahnlinie 10 um den Raschplatz herumschicken und durch die Berliner Allee bis zum Platz der Kaufleute fahren lassen. Die Hochstraße wäre im Weg gewesen. Bekanntlich verschwanden auch diese Pläne wieder in der Schublade. Die D-Linie rollt jetzt nur bis zur Rundestraße neben dem Hauptbahnhof – und die Hochstraße steht immer noch.

„Eleganter Schwung“: Eine Simulation zeigt, wie die Brücke nach der Sanierung mit neuem Geländer aussieht.

Da das Bauwerk aber in die Jahre gekommen ist, muss die Stadt 3,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Brücke zu sanieren. Auch ein bisschen schöner soll die Hochstraße werden. Ein durchlässiges Geländer zu beiden Seiten der Fahrbahnen soll „den eleganten Schwung der Brücke zur Geltung bringen“, wie der Chef des Tiefbauamts, Andreas Bode, sagt. Die Computerbilder der sanierten Brücke zeigen jedoch, dass sich am Betonklotz-Charme nicht viel ändert.

Das soll nicht so bleiben, finden SPD und FDP. Seit Monaten dringen beide Parteien darauf, der Hochstraße einen gewissen Pfiff zu geben. Bisher hat sich die Bauverwaltung quergestellt. Zu aufwendig, zu teuer seien die Pläne, die beschädigte Fahrbahnbeleuchtung an den Brückenseiten zu erneuern. Jetzt deutet alles darauf hin, dass man die Hochstraße mit Lichtbändern aus LED-Leuchten behängt. „Möglicherweise werden die Lichtstreifen unterhalb der Brücke befestigt“, sagt SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Noch sei aber bei den Verhandlungen mit dem Bauamt das letzte Wort nicht gesprochen.   

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