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"Sansibar" wegen Rassismus an der Tür verklagt

Streit um Steintor-Club "Sansibar" wegen Rassismus an der Tür verklagt

Haben die Türsteher der "Sansibar" am Steintor einen Gast nur wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht eingelassen? Darüber muss jetzt ein Gericht in Hannover entscheiden. Ein 33-jähriger Hannoveraner hat den Club verklagt, weil er draußen stehen bleiben musste, während seine hellhäutigen Freunde hinein durften.

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Wie es zu der Sonderbehandlung des 33-Jährigen kam, dessen Mutter aus Sri Lanka stammt, konnte die Geschäftsführerin der Sansibar und drei ihrer Türsteher, die als Zeugen vor Gericht auftraten, jedoch nicht plausibel erklären.

Quelle: Dillenberg / Archiv

Hannover. In den kommenden Wochen muss das Amtsgericht Hannover entscheiden, ob die Türsteher der Steintorkneipe Sansibar einem Gast wegen seiner Hautfarbe den Eintritt verweigerten. Nachdem die Verhandlung mehrmals verlegt werden musste, unter anderem weil die Geschäftsführerin der Sansibar nicht erschien, konnte Richterin Irmtraut Riso am Mittwoch beide Parteien in dem Streit hören. Der Rechtsanwalt Zacharias Schneider zieht gegen die Bar vor Gericht, weil er am Tag des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr an deren Tür abgewiesen wurde. Seine Freunde, die vor und hinter ihm in der Schlange vor der Sansibar standen, konnten die Türsteher jedoch problemlos passieren. Er sagt, die Mitarbeiter hätten ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe abgewiesen, was diese von sich weisen.

Wie es zu der Sonderbehandlung des 33-Jährigen kam, dessen Mutter aus Sri Lanka stammt, konnte die Geschäftsführerin der Sansibar und drei ihrer Türsteher, die als Zeugen vor Gericht auftraten, jedoch nicht plausibel erklären. Stattdessen berichteten sie, dass der Innenraum der Bar überfüllt gewesen sei und die Türsteher daher nur noch Besucher wieder in die Kneipe ließen, die kurz zum Rauchen vor der Tür waren.

Als die Begleiter von Schneider, die ebenfalls als Zeugen aussagten, dieser Version widersprachen, berief sich die   Chefin der Sansibar darauf, dass sie in ihrem Unternehmen selbst Ausländer beschäftige und diese sicher nicht ausländerfeindlich seien. „Das ist aber eine Begründung, die man immer wieder hört und die nicht sehr aussagekräftig ist“, sagt Schneider. Vielmehr berichtete seine Freundin Sarah Wegener schon kurz nach dem Vorfall am 13. Juli 2014, dass die Türsteher sehr gezielt vorgingen. „Zwei Freunde von uns, die vor Zacharias in der Schlange standen, ließen die Türsteher passieren“, sagte sie. „Ihn wiesen sie ab, um uns dann wieder durchzuwinken.“ Schneider sei weder betrunken noch aggressiv gewesen und sei auch in keiner anderen Weise negativ aufgefallen.

Als die Gruppe von Freunden, die den Titelgewinn der deutschen Fußballnationalmannschaft am Steintor feiern wollte, an einer anderen Tür versuchte, in die Sansibar zu kommen, traf sie dort einen weiteren Dunkelhäutigen, der ebenfalls nicht in die Kneipe gelassen wurde. Im September soll noch ein Zeuge gehört werden, bevor das Gericht eine Entscheidung trifft.

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