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Aus der Stadt Hier kann man schön schwitzen und sich erholen
Hannover Aus der Stadt Hier kann man schön schwitzen und sich erholen
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00:15 10.01.2017
Erst Eis, dann heiß: Saunameister Andreas Libesch verteilt im Aqua Laatzium Eiswürfel auf dem Ofen, damit der mehr Wärme produziert. Foto: Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Am liebsten würde Inge Pieper täglich herkommen. Zehn bis 15 Minuten auf den glatt geschmirgelten Bohlenbrettern sitzen, zusehen, wie sich auf der Haut kleine Schweißperlen bilden und irgendwann zu Bächen werden. Dann den Mut aufbringen, sich ganz unter den eiskalten Wasserstrahl zu stellen und anschließend, eingekuschelt in einen flauschigen Bademantel die Entspannung spüren, die sich im Körper ausbreitet. Saunieren ist für Inge Piper mehr als ein Hobby. Es ist eine Leidenschaft, die sie mit immer mehr Hannoveranern teilt.

Hannovers Saunen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Das ist zum einen an den Besucherzahlen zu erkennen, die entweder konstant hoch (Aqua-Laatzium: rund 138.000 Besucher pro Jahr) oder steigend sind (Nord-Ost-Bad-Sauna: 24.016 Besucher 2015 und mindestens 24.179 Besucher 2016). Zum anderen an dem wachsenden Angebot an Einrichtungen und Konzepten. So erweiterte etwa nicht nur das städtische Schwimmbad in Wunstorf sein Angebot vor einigen Jahren um eine große Saunalandschaft. Auch immer mehr Fitnesstudios richten Wellnesstempel ein, die darauf ausgelegt sind, auch von Nichtsportlern besucht zu werden.

„Die Klientel verändert sich“, sagt Britta Pötter vom Aqua-Laatzium. War saunieren früher eher eine Freizeitbeschäftigung für ältere Leute, so entdeckten auch immer mehr junge Menschen das gesunde Schwitzen für sich. „An den Wochenenden, wenn wir unsere Event-Aufgüsse anbieten, sind sehr viele junge Erwachsene dabei“, sagt Pötter.

Auch städtische Bäder profitieren

Auch Aljoscha Burkhardt stellt fest, dass sich die Saunakultur in den letzten Jahren verändert hat. „Der Unterhaltungsaspekt wird immer wichtiger. Die Leute wollen in der Sauna etwas erleben“, sagt der Abteilungsleiter des Saunabereichs im Aspria am Maschsee. Deshalb organisiert der 31-Jährige zusammen mit seinem Team spezielle Themenabende, bei denen es Aufgüsse, Musik und Show rund um ein spezielles Motto gibt. „Mit den Aufgüssen kann man Geschichten erzählen. Man muss nur kreativ sein“, sagt Burkhardt.

Von dem Trend, ungemütliche Wintertage in der Sauna zu verbringen, profitieren auch die städtischen Bäder. Das Nord-Ost-Bad beherbergt mit drei Saunen und einem Dampfbad die größte von der Stadt betriebene Sauna in Hannover. Der große Pluspunkt: ein günstiger Eintrittspreis. Während andere Saunaeinrichtungen zwischen 15 und 25 Euro im Durchschnitt für die Tageskarte verlangen, zahlt man in den städtischen Bädern 9,90 Euro. Und auch hier wird den Gästen etwas geboten. „Auch bei uns gibt es Aufgüsse mit Salz, Honig oder Birkenzweigen“, sagt Bademeister André Heinecke. Denn still vor sich hin schwitzen sei nicht mehr angesagt. „In dieser schnellebigen Zeit begreifen die Gäste deen Saunabesuch als Kurzurlaub“, sagt Heinecke. Man genießt die Ruhe, kann aber auch in geselliger Runde sein.

Der gesellige Aspekt ist auch Inge Pieper wichtig. So oft es geht, besucht sie die Sauna im Aspria. „Dort entwickeln sich gute Gespräche und so manche Freundschaft“, sagt sie. Es sei eine gemeinsame Möglichkeit abzuschalten und den Alltag zu vergessen. Angefangen hat sie jedoch wegen des wohltuenden Effekts, der sich nach dem Saunieren einstellt. Denn die 77-Jährige leidet unter Asthma und Herzbeschwerden. „Mir geht es seitdem besser und ich fühle mich fitter“, sagt sie und gibt aber zu bedenken, dass der Körper sich sehr langsam an einen Saunagang gewöhnen müsse. „Beim ersten Mal vor acht Jahren habe ich einen Schock bekommen, als ich die Saunatür aufgemacht habe“, erinnert sie sich. Inzwischen ist sie quasi „saunasüchtig“ geworden. Eine Liebelingssauna oder einen Lieblingsaufguss hat die 77-Jährige nicht. „Am besten finde ich aber die ganz heiße Sauna (90-100 Grad). Da schwitze ich alles Schlechte aus meinem Körper aus“, glaubt sie.

Elan: Tolle Aussichten für Saunagänger

Ein Saunagarten gehört in vielen Einrichtungen dazu. Doch es gibt in Hannover auch Saunen, in denen quasi die Stadt der Garten ist. Im Fitness-Club Elan an der Podbielskistraße sauniert man etwa im zweiten Stock und blickt danach im Ruheraum durch die Panoramafenster auf die Stadt. Und wer sich lieber noch etwas abkühlt, kann eine Runde im Pool auf dem Dach schwimmen. Die Sauna hat an Wochenenden bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 18,90 Euro ohne zeitliches Limit.

Auch in der Wellness-Landschaft „Panorama 17“ des Congress Hotels am Stadtpark liegt dem Saunagast die Stadt zu Füßen. Zwei finnische Saunen, ein Dampfbad und eine Infrarotsauna sorgen für Entspannung, der Blick aus den Panoramafenstern im 17. Stock für ein Gefühl von Freiheit. Am Wochenende ist die Sauna von 7 bis 22 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 13 Euro.

Wunstorf: Hier ist 
immer ein Platz frei

Das städtische Hallenbad in Wunstorf hat vor einigen Jahren ein Experiment gewagt. 2009 wurde eine Saunalandschaft mit vier Saunen, einem Dampfbad, zwei Ruheräumen und einem großzügigen und liebevoll gestalteten Saunagarten angebaut. Seither gilt die Sauna im Wunstorf Elements an der Rudolf-Harbig-Straße als Geheimtipp unter Saunagängern. Denn hier ist es auch an den Wochenenden nicht überfüllt. In der finnischen Sauna findet man immer einen Platz und kann vielleicht sogar den Goldfischen zusehen, wie sie im Teich unter der Sauna herumschwimmen. Geöffnet ist Sonnabend bis 22 Uhr, Sonntag bis 20 Uhr, die Tageskarte kostet 17 Euro.

Seelze: Mit Salz und Klangschalen 
zur Ruhe finden

In der Kristalltherme Seelze, Grand Couronne-Allee 1, steht der Gesundheitsaspekt stark im Fokus. Denn neben zahlreichen Aufgüssen zu verschiedenen Themen gibt es drei Becken mit Sole-Wasser und eins mit Natron angereichert, in denen es sich herrlich entspannen lässt. Aber Vorsicht: Bei einem Bad im mit 12-prozentiger Sole angereicherten Wasser brennt jede kleine Wunde. Heilt aber nachher umso besser. Ein Erlebnis der besonderen Art sind die Hildegrad-von-Bingen-Aufgüsse. Der Saunameister schlägt vier Klangschalen an, deren tiefe Töne durch die Schwitzkammer hallen, während er die Hitze verwedelt. Sonnabends ist bis 23 Uhr, sonntags bis 22 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet 27 Euro.

Hannover: Bei dem Preis lohnt sich auch ein Kurzbesuch

Hannovers städtische Bäder überlassen das Geschäft mit den Saunafans längst nicht mehr den kommerziellen Anbietern. Auch im Vahrenwalder, Nord-Ost- oder Stöckener Bad kann man toll und preisgünstig saunieren. Da lohnt sich auch ein Besuch nach dem Feierabend. Im Nord-Ost-Bad, Podbielskistraße 301, heißt es jeden ersten Freitag im Monat „Friday Is My Day“ mit speziellen Aufgüssen. Und wer es besonders heiß mag, geht zum Intensivaufguss in die Schwitzkammer.

Das Vahrenwalder Bad, Vahrenwalder Straße 100, hat zwar bloß eine finnische Sauna, ist aber auch kreativ, wenn es um das Sauna-Erlebnis geht. Im April, Mai, Juni und Juli gibt es ab 15 Uhr Aufgüsse zu speziellen Themen.

Herzstück der Sauna im Stöckener Bad, Hogrefestraße 45, ist nicht der Schwitzraum, sondern der liebevoll angelegte Garten im asiatischen Stil. Wer zur Ruhe kommen will, braucht bloß den Koi-Karpfen zuzusehen, wie sie im Teich ihre Kreise ziehen. Der Eintritt kostet hier und im Vahrenwalder Bad 8,90 Euro, im Nord-Ost-Bad 9,90 Euro.

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