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Aus der Stadt Saxofonist Kenny Garrett spielt im Jazz-Club
Hannover Aus der Stadt Saxofonist Kenny Garrett spielt im Jazz-Club
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22:05 08.10.2017
Handwerklich perfekt und hoch inspiriert: Kenny Garrett auf der Kellerbühne auf dem Lindener Berg. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Der Flieger hatte Verspätung. Das Essen ist auch nicht übergekommen. Als Kenny Garrett und seine Mitmusiker die Bühne des Jazz-Club betreten, haben sie schon mehr als genug Stress hinter sich. Und nichts im Magen. Gute Voraussetzungen für schlechte Laune.

Und was liefern sie ab? Das komplette Gegenteil. Als Garrett um 23 Uhr als Letzter von der Bühne geht, singt das Publikum. Und vorher hat es sich bewegt wie in der Disco. Selbst da, wo Stühle und Arthrosen im Wege sind, hat es sich bewegt wie in der Disco. Wen auch immer man anschaut, man sieht in ein frohes Gesicht.

Partner von Davis und Metheny

Kenny Garrett zählt zu den arriviertesten Altsaxofonisten überhaupt (ist aber auch am Sopransax ziemlich überragend). 1960 in Detroit geboren, begann seine internationale Karriere Ende der Achtziger - durch die Zusammenarbeit mit Miles Davis. Er hat zudem mit Größen wie John Scofield und Pat Metheny oder mit Peter Gabriel gespielt.

Nach Hannover ist er gekommen, um (auch) sein letztes Album „Do Your Dance“ vorzustellen. Der Titel gibt die Richtung vor. Doch an diesem Abend sind auch Stücke zu hören, in denen Garretts rechter Fuß unerschütterlich einen Takt klopft, aus dem sich sein Instrument und seine ganze Band bereits vor Minuten vollkommen verabschiedet haben. Und die Freiheit, Melodien nicht in irgendwelche Grenzen zu pressen, nimmt sich die Combo ohnehin. Aber dann mündet so ein Surium in ein langsamer werdendes, wüstenwindhaftes Ende mit Glöckchen und Rasseln und Pianotupfern. Und anschließend kommt der Schellenkranz zum Einsatz und es wird getanzt.

Calypso, Rock, Hip-Hop - alles dabei, sogar Rap. Übrigens zitiert Garrett gern - Miles Davis, die Beatles. Und „Bruder Jakob“ blinzelt auch aus einem Saxofonlauf hervor.

Garretts Band ist genau so, wie eine Band sein sollte: Handwerklich perfekt und hoch inspiriert, und man hört nicht mal das Magenknurren. Vernell Brown ist der Stoiker mit den fliegenden Fingern am Flügel, bei Corcoran Holt und seinem Kontrabass hat man manchmal Angst um die Fingerkuppen, der junge Drummer Samuel Laviso aus Guadeloupe arbeitet sich an diesem Abend bestimmt ein halbes Kilo runter. Ein reines Vergnügen ist Rudy Bird an den Glocken und Hölzern und Schellen und Congas: Er tanzt, er singt, er freut sich.

Schnalzen und Strahlen

Wie das Publikum. Garrett steckt alle an: Da da daaa, da da daaa. Am Ende, bei der Zugabe, gehen die Musiker nach und nach von der Bühne, auch Garrett stellt das Saxofon weg, hat die Melodie den Zuhörern übertragen, schnalzt noch den Rhythmus. Und er strahlt dabei.

Dann ist wirklich Schluss. Große Begeisterung. Aber keine weitere Zugabe. Die Jungs müssen jetzt echt mal was essen.

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