Etwa 200 Boehringer-Gegner demonstrierten am Donnerstagabend in der Innenstadt.
Nach HAZ-Informationen waren an dem Einsatz, bei dem die Beamten 33 Gegner des geplanten Forschungszentrums von dem Grundstück vertrieben, nicht wie bisher bekannt 500, sondern mehr als 1000 Kräfte beteiligt. Darunter sollen allein zwei Hundertschaften aus Hannover, fünf aus dem restlichen Niedersachsen und rund 100 Beamte der Bundespolizei gewesen sein, außerdem unter anderem zahlreiche Ermittler der Kriminalpolizei.
Von den 33 Tierschützern, die gut fünf Wochen lang das Gelände des geplanten Tierforschungszentrums besetzt hatten, nahm die Polizei am Mittwoch sieben in Gewahrsam. Alle 33 erhielten Platzverweise. „Es ist schon ein wenig erstaunlich, dass man für so einen Einsatz derart viele Einsatzkräfte braucht“, sagt Matthias Karsch, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Hannover. Auch der Bund der Steuerzahler meldet Kritik an. „Man muss bei allem Sicherheitsbedürfnis auf die Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit achten“, sagt Landeschef Bernhard Zentgraf. „In diesem Fall muss man Zweifel haben, dass das hier passiert ist.“ Die Grünen im Landtag wollen ihrerseits per Kleiner Anfrage von der Landesregierung Aufklärung darüber bekommen, ob die Dimension des Einsatzes angemessen war. „Wir werden Aufwand und Zweck infrage stellen müssen“, sagt der hannoversche Abgeordnete Enno Hagenah. „Beides scheint aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.“
Polizeisprecher Stefan Wittke will sich zu den Zahlen des Einsatzes nicht äußern, versichert aber, dass „weniger als 1000“ Kräfte beteiligt gewesen seien. Im Innenministerium ist die Rede davon, der Einsatz sei „ziemlich ausführlich vorbereitet“ worden. Das, sagt Sprecher Klaus Engemann, sei den vielen Unwägbarkeiten geschuldet. So sei das Gerücht umgegangen, dass die 33 Besetzer per Handy sehr rasch mehrere Hundert weitere Aktivisten mobilisieren könnten. Zudem habe die Befürchtung bestanden, Sympathisanten der Tierschützer könnten im Nachgang der Aktion Probleme machen. Bernhard Witthaut, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), weist ebenfalls darauf hin, dass die Einsatzleitung „sämtliche Eventualitäten“ einkalkulieren müsse. „Dennoch muss man darüber nachdenken, ob die Anzahl der Kräfte bei solchen Einsätzen zu hoch ist“, sagt Witthaut.
Unter den Beamten der Polizeidirektion Hannover wird der Einsatz von rund 1000 Polizisten dem Vernehmen nach lebhaft diskutiert. Einsatzleiter Helmut Marhauer hatte den Umfang am Mittwoch mit der Größe des Geländes und der Ungewissheit in Bezug auf möglichen Widerstand begründet. „Man kann immer alles fürchten“, sagt BdK-Chef Karsch. „Aber wir haben in der Vergangenheit Einsätze wie diesen mit weit weniger Kräften bewältigt.“
Trotz der Räumung des Geländes wollen die Besetzer ihren Protest fortsetzen. Am Donnerstag veranstalteten sie eine Demonstration mit rund 200 Teilnehmern in der Innenstadt. Vom 6. bis 12. September soll eine Aktionswoche folgen.
von Felix Harbart und Tobias Morchner
Kommentare
Aha Kannitverstaan – 16.08.09
Boehringer will also Dioxin in Kirchrode produzieren? Ich dachte, es ginge um Impfstoffforschung. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenBemerode snoopy – 15.08.09
Wer ist eigentlich Fa.Boehringer ?Mal sehen...
„Das war der Tod persönlich“: DER SPIEGEL 48/1992 vom 23.11.1992, Seite 64-67a
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=13681543&aref=image036/2006/05/12/cq-sp199204800640067.pdf&thumb=false
„Der Tod aus Ingelheim„ : DER SPIEGEL 32/1991 vom 05.08.1991, Seite 106-120
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=13487619&aref=image036/2006/05/12/cq-sp199103201060120.pdf&thumb=false
„Auffallend, diese Parallele mit Seveso“: DER SPIEGEL 26/1984 vom 25.06.1984, Seite 73-85
http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=13509406&aref=image036/2006/06/13/cq-sp198402600730085.pdf&thumb=false
„Ein Exempel an der Elbe“: DIE ZEIT, 29.06.1984 Nr. 27 - 29. Januar 1984
http://pdf.zeit.de/1984/27/Ein-Exempel-an-der-Elbe.pdf
"Die Fabrik hat unser Leben zerstört": BILD ZEITUNG
http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/10/28/dioxin-skandal/die-fabrik-hat-unser-leben-zerstoert.html##
das ist also Fa. Boehringer Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Bemerode urs – 15.08.09
Europas größte VirenschleuderDie Firma Böhringer-Ingelheim ist dadurch bekannt
geworden, dass ihr Werk in Hamburg 1984 von der
Umweltbehörde zwangsweise geschlossen werden
mußte. Sie hat dort tonnenweise Dioxin-haltiges
Material hergestellt, das im Vietnamkrieg als
Kampfstoff "agent orange" auf die Menschen versprüht
wurde. Bei der Herstellung kamen einige hundert
Arbeiter in Hamburg um -tausende erkrankten, weil
Dioxin austrat. Haben Sie das schon vergessen ?
Diese Firma will nun im Stadtgebiet von Hannover
in einem riesigen Schweinebunker an über 6.000
Schweinen mit genveränderten Viren ( auch H1N1/ 09 u.Ä )
experimentieren, ohne dass die Bevölkerung durch
ausreichende Filter gegen Krankheitserreger und
Gestank geschützt wird.Die Menschen haben davon
nichts, es wird nur an Impfstoffen für Massentierhaltung
geforscht; der Markt ist lukrativer.
Ein Sicherheitsgutachten wird von der Stadt verweigert-
es würde negativ ausfallen. Bei Infektionen der Anwohner
zahlt die Krankenkasse. Fa. Boehringer hat noch schnell
eine GmbH & Co. KG mit 25.000,- Euro Betriebskapital
gegründet; das hat sie aus den Vorfällen in Hamburg gelernt
- ihr eigenes Risiko klein zu halten. Das Gesundheitsrisiko
soll nun die Bevölkerung tragen, das finanzielle Risiko die
Krankenkassen.
Für die Fa. Böhringer ist das alles ein riesiges Geschäft;
sie kann das Grundstück mit Gewinn sogar weiter verkaufen
und die Stadt Hannover hat auch noch Erschließungskosten
übernommen.
Herr Nöker von der Fa. Boehringer behauptet, dass nur mit
Krankheitserregern geforscht werde soll, welche Tiere
krank machen; der Schweinegrippen-Virus H1N1/09 kennt
sich bei Zoonose besser aus ; die Pandemie ist bereits da.
Es geht nicht an, dass der Oberbürgermeister Weil mit
userer Gesundheit Roulette spielt -mit den nächsten Wahlen
kommt die Quittung. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Frechheit Dr. Schulze – 15.08.09
Es ist eine Frechheit, hier Vergleiche mit der DDR zu ziehen. Ich komme von der Universität Jena und kenne den Laden besser als sie, also lassen sie doch diese Verharmlosung der DDR. Der Vergleich ist schlicht Unsinn. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenDDR an der Bemeroder Straße Anwohner – 14.08.09
Nach der Räumung entsteht nun ein Stück DDR an der Bemeorder Str., mit Grenze, Todesstreifen, Doppelpatrouille, Hundeeinsatz....Es lohnt sich es sich anzuschauen.
Vor wem hat die Stadt und Böhringer so viel Angst.... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Dr. Dr. Med. Dr. Schulze – 14.08.09
Sie wären vom HBF gekommen, aber die Bahn kam aus Richtung Messe Ost! Blubben Sie nicht, sondern informieren Sie sich vorher woher die Bahn kam! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden... who cares – 14.08.09
@m.m. ne ist klar, die bekannten von mir die erst mittags ihren dienst antreten mussten, waren ihres wissens dann natürlich morgens um 5uhr schon auf den beinen, damit sie mittags um 14uhr auch schon die stiefel zugeschnürt haben...also ich wäre ja nun nicht unbedingt in messe/ost sondern direkt am hauptbahnhof oder am kröpke eingestiegen, wenn ich polizist aus ner anderen stadt bin, und wenn dafür eh nen extra wagen der üstra eingesetzt wurde... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@Who cares M.M. – 14.08.09
Denken Sie auch nach, wenn Sie etwas schreiben?Spritersparnis, ah ja, wie sind den die Beamten bis zur Haltestelle Messe Ost gekommen um in die Bahn zu gelangen? Zu Fuß? Da wurde eher mehr Sprit ausgegeben, bis zum Boehringer Gelände wäre es kürzer gewesen.
1000 Polizisten waren in Ordnung, weil sie ja auch mal Pause haben möchten und ausgetauscht werden mussten- blöd nur, dass alle Polizisten gleichzeitig im Einsatz waren, Ihre Logik trifft da also nicht ganz zu! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@ Lusitg Henry – 14.08.09
Herr Lustig, wieso können sie nicht akzeptieren dass es eventuell da draußen Leute mit einer eigenen Meinung gibt, die leider ihre nicht wiederspiegelt. Natürlich, wenn so viele nicht ihrer Meinung sind, dann müssen sie ja engagiert sein. Etwas sehr engstirnig. Aber so ist das mit wohl mit Minderheiten.Anscheinend hat auch ein Großteil der Bevölkerung zum Glück keine Probleme mit diesem Neubau und mit der Polizeiaktion als solche. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@P. Listig Paul Lustig – 14.08.09
vielen Dank,dass Sie mir so im Ernst antworten! War aber ein Misverständnis: Jubelperser sind Amateure, ich dachte an Profis! Wollte mich ja bewerben und Geld verdienen. Was mich noch interessiert: Woher wissen Sie im Ernst, dass sich hinter den ganzen illustren Absendernamen keine Jubelperser verbergen. Kennen Sie die Kollegen persönlich? Würde die auch gerne mal kennen lernen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenWarum meckern jetzt alle? Cola-Matze – 14.08.09
Es ist keiner verletzt worden, die Besetzer haben ihre Schlagzeilen,alles ist in Ordnung!
Wegen der Verhältnismäßigkeit sollte man intern vielleicht mal diskutieren und ein abschliessendes Fazit abgeben.
Aber ich möchte nur ins Gedächtnis rufen, es gab auch mal Chaostage in Hannover.
Da hat man sich dann beschwert, dass die Polizei nicht massiv eingegriffen hat.
Also locker bleiben Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
unglaublich Who cares – 14.08.09
Kann mir mal einer sagen, seit wann die HAZ auf das BILD-Niveau gesunken ist.In der Überschrift steht groß "BEMERODE" und dann der erste Satz "Kirchrode". Das ganze ist in Kirchrode und nicht in Bemerode. Das wäre als wenn man Äpfel mit Birnen, Hannover mit Hamburg, oder nen Auto mit nem Fahrrad vergleicht. Wo ist die Kompetenz der Journalisten???
Und ja mein Gott, über 500 Kräfte sind doch in Ordnung, man muss sich ja mal überlegen, dass die Beamten ja auh irgendwann an ihre Arbeitszeit absolviert haben und dann ausgetauscht werden müssten. Ich meine jeder Sesselpfurzer, geht nach 4 Stunden in die Mittagspause, und spätestens nach 8Stunden nach Hause... also ist das doch okay.
Und was ich ehrlich gesagt ganz cool finde, und die ganzen Umweltsympatisanten freuen dürfte... dass die Polizisten ja auch mit ner extra eingesetzten Straßenbahn zum Gelände gefahren sind. Und das finde ich wirklich gut gelöst. Klar wurden auch Autos benötigt, aber wenn man sich überlegt, dass von den 500 vllt. 2/3 mit der Bahn dahin transportiert wurden, ist das doch mal ne ordentliche Spritersparnis. :-) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
was ein durcheinander verwundert – 14.08.09
Da scheint wohl mehr ein internes Problem, von unkundigen Anordnungen vorzuliegen.Die Besetzung ist doch schon länger im Gange, es kann doch keiner behaupten, die Beamten vor Ort, wüßten nicht mit der Lage umzugehen. Wenn es solch ein Risiko gewesen wäre, hätte man doch viel früher eingegriffen.
Die Leidtragenden sind die Polisten die es nun ausbaden müssen, während Boeringer erneut Verluste des öffentlichen Ansehens erleidet. Das Gelände ist geräumt, aber gewonnen haben sie jedoch nichts. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Schwachsinnig Panzer Knacker – 14.08.09
1000 Polizeikräfte gegen 33 Leute aufzufahren, ist echt extrem übertrieben. Zumal die Polzei nicht mit Nachzüglern rechnen brauchte, da sich diese Szene bestimmt nicht in Kirchrode bewegt und sich Mobs schnell früh genug kristallisiert hätten. Aber die Besetzer haben selber Schuld, gezogene Gräben und Barrikaden zeugen von einer Unverhältnismäßigkeit einer Besetzung. Das ging echt zu weit. Ich hätte aber als Polizeimacker einfach bis Dezember gewartet und das "Problem" wäre von alleien gelöst. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden@ P. Lustig Peter Listig – 14.08.09
Uch bekomme lebenslang freie Impfstoffe von Boehringer und 1 Woche Zelturlaub auf dem Baugelände.Nee, im Ernst, hier schreiben nicht nur Jubelperser... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Tierschützer Henry – 14.08.09
Auf dem Bild, in der Printausgabe noch besser zu erkennen, kann man übrigens bei genauem hingucken waschechte "Tierschützer" erkennen. Mit (rotem) Stern und Sonnenbrillen. Immer vorne mit dabei. Da leider bei jeder Demo oder anderen Aktionen (zB dem besetzen Gelände) mit netten Unterstützern zu rechnen ist, die heute mal Schüler und morgen mal Tierschützer und übermorgen Bundeswehrgegner sind, ist ein großes Polizeiaufgebot wohl zu rechtfertigen. Über 1000 kann man aber sicher streiten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenschon in Ordnung! Paul Lustig – 14.08.09
1000 Mann sind schon in Ordnung. @HAZ: bei der Zählung haben Sie den Flugzeugträger übersehen, den die Stadt als stille Einsatzreserve in der Lothringer Straße abgestellt hat. Falls doch einer der einbetonierten Besetzer entkommt oder sich der bereits vielzitierte Kirchröder Mob - die, die es geschafft haben - spontan erhebt.@ alle versammelten Autoren in diesem Forum: wieviel bekommt man eigentlich von den PR-Abteilungen von Boehringer und Rathaus für solche Beiträge? Ich hätte Interesse! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
keinbetreff ip – 14.08.09
Kommentar von HAZ.de gelöscht. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenRetrospektive nicht M.M. – 14.08.09
Wie gut, dass hinterher immer alle viel schlauer sind.Um Klarheit über die zu erwartenden Schwierigkeiten zu bekommen, hätte man das Grundstück nachrichtendienstlich tagelang observieren und abhören müssen - wer will das lieber? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Willkommen in der Plutokratie ex-Besetzer – 14.08.09
Was der Einsatz vor allem gezeigt hat, sind die Prioritäten staatlichen Handelns. Eigentumsrechte stehen faktisch weit vor allen anderen Rechten, entsprechend stark ist die Reaktion auf unsere Besetzung, die ja auch die Interessen von Tieren und Menschen über die Verwertungslogik gestellt hat. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden1000 Mann Tierschützer – 14.08.09
1000 bewaffnete Polizisten gegen ein Paar Tierschützer? Hier kann man deutlich sehen, dass der Polizei die notwendige Objektivität fehlt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenJ.Böning WFH Konspira T. – 14.08.09
@ HAZentfernen sie die offensichtliche Wahlwerbung für WFH Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
@Jens Bönning M.M. – 14.08.09
Nimmt man sich einige Namen, die in der WFH sind und recherchiert man etwas, dann findet man heraus, dass so einige vorher bei der NPD tätig gewesen sind, warum Sie hier jetzt so nach Aufmerksamkeit suchen, wo viele Tierschütz eindeutig der Linkenseite angehören, ist mir schleierhaft! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenWFH Hannoveraner – 13.08.09
@ WFHDer Kräfteansatz der Polizei mag in der Tat diskussionswürdig sein.
Allerdings möchte ich betonen, dass die Meinung der WFH, gemessen am letzten Wahlergebnis (Komunalwahlen 2006: Rat der Stadt Hannover: Ihr Ergebnis (WFH) 1,6 % (!), wirklich niemanden interessiert!
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unverhältnismässig Jens Böning - WfH – 13.08.09
Kommentar wurde von haz.de gelöscht. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben