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Schauspiel-Gastronomie steht seit fünf Jahren leer

Ausschreibung Schauspiel-Gastronomie steht seit fünf Jahren leer

Das hat die Stadt viel Geld gekostet: Eine der schönsten Innenstadt-Gastronomien mit Biergarten in Hannover steht nun bald seit fünf Jahren leer: das Restaurant Maestro im Hof des Schauspielhauses. Jetzt kommt endlich die Ausschreibung. 

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Das Restaurant Maestro im Künstlerhaus in der Sophienstraße hat vor fünf Jahren geschlossen.

Quelle: Nico Herzog (HAZ-Archiv)

Hannover. Eine der schönsten Innenstadt-Gastronomien mit Biergarten steht nun bald seit fünf Jahren leer: das Restaurant Maestro im Hof des Schauspielhauses. Immer wieder hatte die Stadt die lange Vakanz damit begründet, dass sie eine besondere Idee für den charmanten Standort vorbereite. Jetzt endlich hat sie mit dem Ausschreibungsverfahren begonnen und sucht Gastronomen. Besondere Ideen: keine. Aber der Stadtkasse sind Hunderttausende Euro Mieteinnahmen durch den Leerstand entgangen.

Mit einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren fordert die Stadt seit einigen Tagen Gastronomen auf, Interesse an einem Engagement zu bekunden und Ideen zu entwickeln. Start soll im Herbst 2017 sein. In der Branche schüttelt man darüber den Kopf: Der Charme der Maestro-Gastronomie liegt gerade in der Freiluftwirtschaft im Hof, und für die ist ein Eröffnungstermin im Herbst denkbar ungünstig. Ohnehin gilt das Restaurant als schwierig. „Kellergastronomie hat es in Hannover schwer“, sagt ein langjähriger Gastro-Kenner. Das China-Restaurant im Untergeschoss des Alten Rathauses habe es anfangs sehr schwer gehabt, und die Keller-Weinstube Leonardo, zufällig ebenfalls an der Sophienstraße ansässig, überzeuge einzig durch ihre erstklassige Qualität. Das Maestro allerdings mit 150 Innenplätzen und 200 Freiluftplätzen im Hof müsse auch auf das Massengeschäft setzen. „Da muss ein richtiger Profi ran“, sagt ein anderer Restaurantbetreiber.

Der Letzte jedenfalls hat es nicht geschafft. „Vorübergehend geschlossen“, stand am Ende seiner Tätigkeit etwas optimistisch an der Tür zu lesen. Das war im März 2012, der Begriff „vorübergehend“ kann sehr dehnbar sein. Nur unter der Hand wurde damals bestätigt, dass der Betreiber eine Pleite hingelegt hatte. Zunächst war noch der Brauereikonzern Inbev Generalpächter, doch längst wollte sich die Stadt um Nachmieter kümmern. Sie ließ die Räume entkernen, seitdem harren sie einer Totalsanierung. In der Ausschreibung heißt es jetzt, die Stadt als Objekteigentümerin führe „derzeit eine bauliche Bestandsaufnahme und Sanierungsplanung für die gastronomisch relevanten Flächen“ durch. Noch nicht einmal die Bestandsaufnahme wurde also in den vergangenen fünf Jahren erledigt.

Gäste von Schauspielhaus, Künstlerhaus und Cumberlandscher Galerie staunen über den langen Leerstand. Das Maestro war oft erster Anlaufpunkt nach Theater- oder Kinoabenden, übernahm meist auch die Bewirtung bei Veranstaltungen im Künstlerhaus. Das soll auch der neue Betreiber bieten. Mindestens muss er Mittags- und Abendbetrieb garantieren sowie einen Cafébetrieb tagsüber. Die Stadt erwartet 3000 Euro Pacht sowie einen Vorschlag für Umsatzbeteiligung - in der Branche ist das üblich. Kulturdezernent Harald Härke hatte jüngst angekündigt, dass Stadt und Stiftung Niedersachsen gemeinsam 1,25 Millionen Euro in die Sanierung investieren wollen. Immerhin: Bald könnte es dann auch wieder Mieteinnahmen geben.

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