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Aus der Stadt 4000 Besucher kommen zum Hoffest
Hannover Aus der Stadt 4000 Besucher kommen zum Hoffest
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00:16 16.09.2015
Hereinspaziert: Das Schauspiel Hannover feiert Hoffest. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Es waren ungewöhnliche Klänge, die da plötzlich über den Innenhof schallten. Zwei junge Musiker aus Syrien, der 21-jährige Selim Perik (Gitarre) und der ebenfalls 21-jährige Memo Bahlawi (Buzuki) gaben beim traditionellen Hoffest von Künstlerhaus und Schauspiel auf der Hofbühne zwischen Schauspielhaus und Cumberlandscher Galerie ein spontanes Konzert mit kurdischen und arabischen Liedern. Und Landsleute von ihnen – unten im Hof – tanzten ausgelassen dazu.

Das Konzert war ein berührender Höhepunkt einer Aktion aus aktuellem Anlass. Das Schauspiel hatte Hannovers Flüchtlinge eingeladen, auch zu dem alljährlichen Kunst- und Kulturspektakel zu kommen. Hannoversche Hilfsorganisationen hatte man kontaktiert, auf Facebook hatte man in syrischer Sprache eine Einladungen gepostet, eine Schauspielerin hatte die Flüchtlingsunterkünfte abgeklappert. Sogar einen Abholservice hatte man organisiert, damit jeder, der wollte, kommen konnte, erzählte Florian Fiedler, Leiter des Jungen Schauspiels und Organisator der Aktion.

Den nutzte zwar niemand. Es kamen nach nach Angaben von Pressesprecher Björn Achenbach aber deutlich mehr als 50 Flüchtlinge – und mischten sich unter die zahlreichen Besucher, die das Kunst- und Kulturspektakel an diesem milden Spätsommertag genossen.

Selbst vom Regen am späten Abend ließen sich die rund 4000 Besucher nicht vom Feiern abhalten: Bis weit nach Mitternacht feierten Künstlerhaus und Schauspiel das traditionelle Hoffest.

Hartmut El Kurdi, Schriftsteller und seit dieser Spielzeit auch Dramaturg am Schauspiel, zeigte im Literaturhaus und in der Cumberlandschen Galerie mit dem Kinderbuch „Angstmän“ und Auszügen aus seinen Kolumnen, dass er nicht nur mit Texten umgehen kann, sondern auch ein begnadeter Vorleser ist.

Auch wer Lebenshilfe suchte, wurde bei diesem Fest fündig: am Literatur-Lebenshilfe-Stand des Literaturhauses Hannover. Anonym konnte man dort einen Patientenbogen ausfüllen. Fragen nach literarischen Vorlieben (dicke oder dünne Bücher?) oder  Aufbewahrungsorten („Billy ist mir regal“) mündeten in Diagnosen wie „Fröhlicher Vielleser“ oder „Misstrauischer Individualist“. Was sollte Abhilfe schaffen? Bücher natürlich: Je nach Lesetyp bekam man vom Literaturdoc Literaturtipps mit auf den Weg.

Selbst vom Regen am späten Abend ließen sich die über den Tag verteilt rund 4000 Besucher nicht vom Feiern abhalten. Das Hoffest ging bis weit nach Mitternacht

Von Jutta Rinas

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