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Schimpanse verletzt Kind im Zoo Hannover
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Menschenaffen ausgebrochen Schimpanse verletzt Kind im Zoo Hannover

Fünf von sieben Schimpansen sind am Mittwoch im Erlebnis-Zoo Hannover aus ihrem Gehege entkommen. Einer von ihnen verletzte bei der Flucht ein fünfjähriges Mädchen. Der Zoo musste kurzzeitig geräumt werden.

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Im Zoo Hannover sind mehrere Schimpanse ausgebrochen, einer von ihnen verletzte ein Kleinkind.

Quelle: Hans-Rudolf Otto

Hannover. Fünf Schimpansen ist im Zoo die Flucht aus ihrem Gehege geglückt. Zahlreiche Besucher mussten in Sicherheit gebracht werden, zum Teil mussten sie eine Stunde lang im Affenhaus oder der Spielanlage Mullewarp ausharren. Einer der Menschenaffen stieß ein fünfjähriges Mädchen zu Boden. Das Kind erlitt eine Platzwunde am Kopf und kam in ein Krankenhaus. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Tiere waren um 13.47 Uhr wieder eingefangen.

Wie die Schimpansen aus ihrem Außengehege entkommen konnten, ist bisher unklar. Möglicherweise hangelten sie sich an Ästen entlang und überwanden so den metertiefen Graben, der das Gehege vom Besucherbereich abgrenzt. „Wir müssen das nun genau überprüfen“, sagt Zoo-Geschäftsführer Frank Werner.

Nach Angaben des Zoologischen Leiters Heiner Engel waren die Tiere um 12 Uhr gefüttert worden, 20 Minuten später verließen die Tierpfleger das Gehege. „Kurz darauf bemerkte der Revierleiter, dass die Schimpansen nach den Ästen der Büsche griffen, die die Anlage umgeben.“ Eigentlich sollen die Affen das Gebüsch nicht mit ihren Händen erreichen können. Doch erst am Morgen waren die Büsche und Bäume zurückgeschnitten worden. „Womöglich hat sich dadurch ein Ast in das Gehege abgesenkt“, sagt Engel.

Als der Revierleiter nur wenige Minuten später gegen 12.30 Uhr zum Gehege zurückkehrte, war es schon zu spät: Fünf Schimpansen waren entkommen, darunter der betagte Maxi, der im Zoo eine Art Schimpansen-Chef darstellt. „Wir haben sofort alle notwendigen Maßnahmen ergriffen“, sagt Zoo-Geschäftsführer Werner. Zunächst wurden die Besucher, die sich im unmittelbaren Umfeld des Schimpansengeheges aufhielten, gebeten, sich ins Affenhaus zu begeben. Besucherin Christine Hermann etwa verbrachte gemeinsam mit ihren drei Kindern und Dutzenden anderen Zoobesuchern eine gute Stunde im Affenhaus. „Es war eng, trotzdem sind alle ruhig geblieben. Ich hatte aber Sorge, dass die Stimmung kippen könnte“, sagte Hermann anschließend: „Es war heiß, und die Luft war schlecht.“ Mehrere Besucher hätten in dem geheizten Affenhaus mit Kreislaufproblemen zu kämpfen gehabt.

Andere Betroffene kritisierten, dass die Zoomitarbeiter nur von „ausgebrochenen Tieren“ sprachen, aber nichts zur Tierart sagten. „Da geht einem so einiges durch den Kopf“, sagte eine Mutter. Besucherin Hermann wusste lange Zeit nicht einmal, warum sie aufgefordert worden war, mit ihren Kindern im Affenhaus zu warten. „Es hätte sich um einen Amoklauf handeln können. Ich hatte keine Ahnung.“

Claudia Simonski, Leiterin der Kita „Wundertüte“, war mit mehreren Kindergruppen im Zoo, als die Affen ausbrachen. Eine der Gruppen wurde Zeuge, wie die Affen plötzlich im Sambesi-Gehege zwischen den Giraffen auftauchten. „Wir dachten, das wäre neu im Zooprogramm“, sagt Simonski.

Die Zooleitung entschied schließlich, den gesamten Park räumen zu lassen. Zuvor war ein fünfjähriges Mädchen durch einen Schimpansen verletzt worden. „Der Affe hat das Mädchen umgerannt“, berichtete der 16-jährige Augenzeuge Maik Lühmann. Die Polizei will nun das verletzte Mädchen befragen und klären, ob der Zoo Hannover sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss.

Während Tierpfleger mit Betäubungsgewehren und scharfen Waffen ausgerüstet das Gelände absuchten, eilten Dutzende Streifenwagen zum Zoo, Polizisten hielten zwischen Congresszentrum und Eilenriede Ausschau nach den Tieren. Vier Schimpansen fanden sich nach Abstechern zum Giraffengehege und der Polarlandschaft Yukon Bay schon nach kurzer Zeit von selbst wieder im Gehege ein. Nur der 48 Jahre alte Schimpanse Maxi blieb verschwunden. Auf ihn stießen die Tierpfleger schließlich am Gorillagehege und konnten ihn in Richtung Schimpansenanlage locken. „Allerdings ist Maxi viel zu alt, um den Sprung zurück ins Gehege gut zu überstehen“, sagte Engel. Zomitarbeiter legten ihm schließlich eine Leiter als Brücke hin.

Tierschutzorganisationen äußerten Kritik an den Haltungsbedingungen im Zoo. Die Schimpansen werden das Affenhaus vorerst nicht mehr verlassen dürfen. Zunächst will der Zoo den Vorfall genau untersuchen. Erst im Mai war Schimpanse Toto aus dem Innengehege entkommen. Mit einem Satz überwand das kräftige Tier alle Hürden, kehrte aber freiwillig zurück.


Erlebnis-Zoo Hannover evakuiertStepMap


Ausflüge und Unglücke im Zoo

  • August 2010: Durch einen Bedienungsfehler am neuen Wolfsgehege in der Zoo-Landschaft Yukon Bay treffen zwei sonst voneinander getrennte Rudel aufeinander. Ein Timberwolf stirbt, eine Wölfin trägt Fleischwunden davon.
  • Dezember 2005: Am ersten Weihnachtsfeiertag reißt aus dem Zoo ein „Kleiner Panda“ aus, dessen Gehege direkt an die Eilenriede grenzt. Mit Drehleiter und Betäubungspfeil wird Manni“ von einem Baum im Stadtwald geholt.
  • Mai 2004: Vier Hulman-Affen türmen aus ihrem Gehege im Dschungelpalast. Ein Affe wird mit einem Kescher gefangen, die anderen Tiere kehren unter dem Beifall der Besucher in ihre Anlage zurück.
  • August 2002: Im Schwimmbecken des Dschungelpalastes schafft es Elefantenkuh Dunja – bedrängt vom halbwüchsigen Bullen Nicolai – auf den Becken-Ablauf zu klettern. Vor den Augen von Zoobesuchern steigt das ehemalige Zirkustier über die Palastmauer aus dem Gehege. Nach einem kurzen Ausflug lässt sie sich brav wieder zurückbringen.
  • Mai 2000: Der bei den Besuchern beliebte Gorilla-Mann Artis ertrinkt beim Versuch, nach einer Porreestange zu angeln, in einem künstlichen Wasserlauf.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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Foto: Der Zoologische Leiter im Zoo Hannover, Heiner Engel.

Nach dem Ausbruch von fünf Menschenaffen erklärt Heiner Engel, Zoologischer Leiter im Zoo Hannover, wie aggressiv die Menschenaffen sind und welche Gefahr von ihnen für die Besucher ausgeht.

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HAZ-Redakteur/in Vivien-Marie Drews

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