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Schlafender wird in Stadtbahn ausgeraubt

Videokamera filmt Tat Schlafender wird in Stadtbahn ausgeraubt

Im Juli 2015 war ein schlafender Fahrgast in der Stadtbahn ausgeraubt worden. Videokameras filmten die Tat. Der Fall wird gerade am Amtsgericht verhandelt - und stößt die Diskussion über Überwachungskameras in Bussen und Bahnen erneut an.

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Auf dem Video ist gut zu sehen, wie sich Cherif A. bedient.

Quelle: Repro: Zgoll

Hannover. Seit anderthalb Jahren sind Üstra und niedersächsische Datenschutzbehörde nicht mehr gut Freund. Eigentlich sollte das Nahverkehrsunternehmen seine Videokameras in Bussen und Bahnen zum 1. Oktober 2014 deaktivieren, derzeit streitet man sich vor dem Verwaltungsgericht. Den Datenschützern missfällt die 24-Stunden-Speicherung der Aufnahmen, die bei der Aufdeckung von Straftaten helfen und abschreckende Wirkung erzielen soll. Wie bestellt dürfte der Üstra deshalb ein Diebstahl in einer Stadtbahn vorkommen, den die Polizei dank der Aufzeichnungen einer Überwachungskamera aufklären konnte.

Ein 40-Jähriger hatte sich Ende Juli 2015 mit Kollegen auf dem Maschseefest vergnügt. Dabei war auch Alkohol im Spiel – in nicht geringen Mengen. Gegen 23 Uhr stieg der Partygänger in eine Stadtbahn der Linie 7 Richtung Wettbergen. Doch schon bald befiel ihn eine tiefe Müdigkeit. Der Fahrgast legte sich auf eine Reihe in Längsrichtung montierter Sitze – und schlief ein.

Was ihm dann geschieht, ist auf den Aufnahmen einer an der Decke installierten Kamera perfekt zu erkennen. Ein Mann mit dunklem Teint betritt den menschenleeren Waggon, wohl an einem Endpunkt, und macht sich an dem Schläfer zu schaffen. Der 40-Jährige merkt nichts davon, hat – wie man später feststellen wird – 1,77 Promille Alkohol im Blut. Der Fremde zieht seinem Opfer einen Goldring vom Finger, fingert die mit Personalausweis und 250 Euro gefüllte Geldbörse aus einer Tasche. Auch die Armbanduhr des selig schlummernden Mannes verschmäht er nicht. Aufgeregt wirkt der Dieb nicht, agiert in aller Seelenruhe und scheint sich mit einem auf dem Bahnsteig stehenden Dritten zu unterhalten.

Wenige Stunden darauf, um 1.20 Uhr, wecken Protec-Mitarbeiter den Schläfer. Zunächst wollen sie ihn wegen möglichen Schwarzfahrens zur Rede stellen, doch das rückt ob der Nöte des Bestohlenen fix in den Hintergrund. Geld, Ausweis, Ring und Uhr weg – das schmerzt.

Später dann fordert die Polizei das Video an. Szenekundige Beamte werten die Bilder aus und kommen mithilfe einer Sozialarbeiterin ans Ziel. Der Täter wird identifiziert als Cherif A., ein 28-jähriger Algerier, der derzeit in einer Asylbewerberunterkunft in Misburg wohnt. Donnerstag sollte A. bei Amtsrichterin Maria Kleimann erscheinen, um sich wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu verantworten. Dort glänzte er zwar durch Abwesenheit, konnte jedoch nicht verhindern, dass gegen ihn eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 10 Euro verhängt wurde.

Üstra-Vertreter und Datenschützer werden sich ihren nächsten Verhandlungstermin aber sicher nicht entgehen lassen. Am 10. Februar trifft man sich erneut vor dem Verwaltungsgericht, um über die Praxis der Videoüberwachung in Bussen und Bahnen zu sprechen.     

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