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Reparatur

Schlaglöcher kosten Hannover eine Million Euro

Von Conrad von Meding

Dieser Winter wird teuer: Hannover schichtet seinen Etat um und stockt den Betrag für die Schlaglochreparatur kurzfristig auf rund eine Million Euro auf. „Wir hatten einen harten Winter“, begründete Baudezernent Uwe Bodemann am Montag die Entscheidung.
In der Goethestraße 
drückt die städtische Straßenkolonne
eine Bitumenmischung in Schlaglöcher – 
doch diese Art der Reparatur hält meist
 nur wenige Wochen.

In der Goethestraße 
drückt die städtische Straßenkolonne
eine Bitumenmischung in Schlaglöcher – 
doch diese Art der Reparatur hält meist
 nur wenige Wochen.

© Uwe Dillenberg

30 bis 40 Prozent mehr Straßenschäden als in den vergangenen Jahren seien in diesem Jahr zu beklagen – und die Bestandsaufnahme ist noch nicht einmal vollständig abgeschlossen. Weil derzeit nur provisorische Reparaturen getätigt werden können, die teilweise nur wenige Tage oder Wochen halten, ordnet die Stadt auf immer mehr Durchgangsstraßen Tempo 30 an. Außer der Karl-Wiechert-Allee, dem Bischofsholer Damm, der Goethe- und der Sallstraße betrifft es jetzt etwa auch die Wunstorfer Landstraße. Eine Liste der temporeduzierten Straßen gibt es nicht: „Jeden Tag können neue hinzukommen“, heißt es in der Bauverwaltung.

Die elf Straßenbaukolonnen der Stadt seien täglich im Einsatz, um zumindest die schlimmsten Schlaglöcher auszubessern, berichten Fachbereichschef Gerhard Kumm-Dahlmann und der für Straßenunterhalt zuständige Bereichsleiter Jens Pohl. Neun Inspekteure kontrollierten ständig die Straßen und meldeten Schäden. Am Montag war eine Baukolonne mal wieder im südlichen Abschnitt der Goethestraße tätig. Dort hatten sie ihre provisorischen Kaltbitumenmischung erst vor wenigen Wochen schon einmal in den Asphalt gepresst – doch der Frost hat das Material zwischenzeitlich wieder herausgedrückt.

Bis die Temperatur zweistellige Plusgrade erreicht hat, bleibt es bei dieser kurzlebigen Flickmethode. Dezernent Bodemann sagte, dass die Verwaltung kaum eine andere Wahl habe. Mit den Schnellreparaturen versuche die Stadt, die Verkehrssicherheit auf ihren Straßen zu gewährleisten: „Dazu sind wir verpflichtet.“

1400 Kilometer Straße hat Hannover zu betreuen. Vielfach wurde in den vergangenen Jahren aus Geldmangel nur stellenweise ausgebessert. Jetzt sind etliche Straßen anfällig für Schäden, sie könnten dringend eine Grundsanierung benötigen. Doch dafür fehlt es weiterhin an Geld. Der politisch gewollte Schwerpunkt liege derzeit bei Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, also vor allem Schulen, sagte Dezernent Bodemann gestern fast entschuldigend: „Wenn das abgearbeitet ist, gibt es hoffentlich wieder mehr Geld für Straßenbau.“

Insgesamt rund elf Millionen Euro investiert Hannover jährlich in seine Straßen. Davon entfallen etwa 720.000 Euro auf reine Ausbesserungen, bei denen in der Regel große rechteckige Löcher in die Fahrbahn geschnitten und mit frischen Asphalt ausgegossen werden. Wegen der vielen Kanten halten diese Reparaturen aber nur wenige Jahre. Etwa genauso hoch ist der Etat für sogenannte Deckenarbeiten, bei denen ganze Straßenabschnitte mit einer neuen Asphaltschicht überzogen werden. Deckenarbeiten gelten als beste Reparaturmethode, weil die geschlossene Oberfläche kaum noch Wasser eindringen lässt. Doch gerade in diesem Bereich wird jetzt gekürzt.

Um den Etat für die kurzfristigen Reparaturen auf 920.000 Euro aufzustocken, nimmt das Dezernat Geld aus dem Topf für Deckenarbeiten. Geplante Streckensanierungen etwa in der Mainzer Straße, Sudersenstraße oder An der Strangriede müssen daher ein Jahr zurückstehen. Die verbleibenden 500.000 Euro sollen aber zumindest für Bornumer Straße, Max-Eydt-Straße und Weidendamm reichen. Regelrechte Grunderneuerungen, bei denen auch das Straßenfundament erneuert wird, sind in diesem Jahr für Sutelstraße, Wunstorfer Landstraße und Moorwaldweg geplant.

An der Sallstraße soll möglichst bald eine neue Decke aufgebracht werden, aber nur im südlichen Abschnitt. Im Nordteil will die Stadt möglichst bald eine komplette Umgestaltung ermöglichen, daher wird die löchrige Straßendecke zunächst nur geflickt.

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  • Tja, DA – 02.03.10
    würde es den Klimawandel wirklich geben, hätten wir jetzt dieses Problem nicht!
  • @ hubert Blindfischbekämpfer – 02.03.10
    Das Geld aus der Mineralölsteuer? Ganz einfach, das fließt in den normalen Steuereinnahmentopf wie alle anderen Steuern auch. Wieso zweckentfremdet? Steuer werden immer erhoben ohne für einen bestimmten Zweck eingesetzt zu werden. Wieso dann eine Anzeige gegen Behörden. Kann es sein, dass Sie keine Ahnung vom deutschen Steuersystem und dessen rechtlichen Grundlagen haben?
    Klar, Hundesteuer ist fürs Saubermachen der Schei****, Branntweinsteuer für Alkoholikertherapien :P
  • Lasst doch die Löcher kraut – 02.03.10
    Die Geschwindigkeit soll doch sowieso in der Stadt reduziert werden. Es müssen also keine Schweller,Kölner Deckel,Blumenkübel für Slalom Fahrten,usw. gesetzt werden.Lasst die Löcher und spart Geld.
  • einfach mal so lassen... Frido – 02.03.10
    Die Schlaglöcher sollte man einfach mal so lassen, denn dann fahren die meisten wenigstens mal vorschriftsmäßig 60.
  • Anderswo? Kilo – 02.03.10
    Ich bin gestern übers Land Richtung Gifhorn gefahren. Dabei sind mir außerhalb der egon keine Schlaglöche aufgefallen.
    Irre ich mich, oder ist das Schlagloch-Problem eine lokale Gegebenheit für die Region Hannover?
    Wie sieht es den in SHG, SFA, GF, BS oder WOB aus?
    Gibt es dort auch so viele Schlaglöcher wie hier?

    Gruß
    Kilo
  • Zweckentfremdung der Mineralölsteuer hubert – 02.03.10
    Wo ist das Geld der Mineralölsteuer geblieben. Zweckentfremdet ? Im Klartext veruntreut. Es ist an der Zeit, Klage gegen die entsprechenden Behörden anzustrengen.
  • Die Natur kann vieles regeln... Gehrdener – 01.03.10
    ... vielleicht auch den geplanten Landtagsbau, immerhin soll er im zweistelligen Millionenbetrag liegen. (Soll!!!) Vielleicht können unsere Mandatsträger diesen Ort bald nicht mehr mit dem Auto erreichen, vielleicht sind die Straßen bald so verrottet, daß diese wie im Mittelalter mit dem Pferd anreisen müssen? Eine entsetzliche Vorstellung...
    Vielleicht...

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