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Aus der Stadt Schlesier sollen Polen die Hand reichen
Hannover Aus der Stadt Schlesier sollen Polen die Hand reichen
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00:15 23.06.2015
Bis zu 5000 Schlesier kommen zum Deutschlandtreffen der Landsmannschaft nach Hannover. Quelle: dpa
Hannover

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Stephan Rauhut, beim Deutschlandtreffen in Hannover zur Versöhnung mit Polen aufgerufen. „Die Vertiefung der deutsch-polnischen Beziehungen durch uns und mit uns wird allen nutzen“, sagte Rauhut am Sonntag vor Tausenden Besuchern des Treffens. Auch Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) forderte zur Versöhnung auf.

Die schlesische Landsmannschaft versammelt sich zum jährlichen Deutschlandtreffen in Hannover.

Bei dem dreitägigen Treffen im Kongresszentrum, das unter dem Motto „Gemeinsam für Schlesien“ stand, zelebrierten Tausende Heimatvertriebene und ihre Nachkommen kulturelle Veranstaltungen zur Brauchtumspflege und Gottesdienste, stellten sich aber ebenso Diskussionen über den künftigen Kurs der Landsmannschaft. In den Vorjahren hatte es immer wieder Empörung über Äußerungen gegeben, die den Versöhnungsprozess insbesondere mit Polen gefährdeten. Diesmal aber sagte der neue Bundesvorsitzende Rauhut: „Keiner vergisst das unsägliche Leid und die hohe Zahl der Opfer, die die Besetzung Polens durch das nationalsozialistische Deutschland über die polnische Bevölkerung brachte“, ergänzte aber: „Gerade deshalb reichen wir deutschen Heimatvertriebenen unseren polnischen Nachbarn die Hände.“ Ebenso wie Busemann stellte er fest, dass noch mehr Austausch nötig sei, um ein gemeinsames Europa voranzubringen. „Mehr wirtschaftlicher Austausch baut Vorurteile ab, schafft Arbeitsplätze beiderseits der Grenze, hilft, das kulturelle Erbe zu erhalten, und wird dauerhaft dazu beitragen, den Frieden in Europa zu sichern.“

Busemann bezeichnete die Vertriebenen als „Botschafter zwischen den Völkern“. Auf staatlicher Ebene sei die Versöhnung mittlerweile abgeschlossen – dem stehe aber bislang kein enger Austausch auf persönlicher Ebene gegenüber wie etwa mit Frankreich oder Großbritannien. „Die Deutschen wissen wenig über Polen – an dieser Stelle können sich die Vertriebenen einbringen.“     

Michael Evers 
und Michael Grau

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