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Ernst-August-Galerie

Schlittschuhlaufen im Einkaufszentrum


Pirouetten zwischen Plastiktüten: Schlittschuhlaufen ist nun auch im Einkaufszentrum in Hannover möglich – wenn auch auf Kunststoffplatten. Passende Schuhe gibt es vor Ort kostenlos.
Der Eishockeyprofi Andy Reiss (l.) führte am Bahnrand Fachgespräch mit Fans.

Der Eishockeyprofi Andy Reiss (l.) führte am Bahnrand Fachgespräch mit Fans.

© Rainer Dröse

Schlittschuhlaufen auf freigegebenen Gewässern hat seine ganz eigene Ästhetik. Man zieht majestätisch – so gut es eben geht – mitten in der Natur seine Runden, kommt etwas zur Ruhe und bei Minusgraden sogar ins Schwitzen. Der Atem sorgt für fragile Wolken, die Wangen färben sich leuchtend rot, die Schlittschuhe hinterlassen ihre Spuren im Eis, die mit dem nächsten Schnee oder Frühling wieder verschwunden sind. Ein fast poetischer Kreislauf. Am Donnerstag eröffnete eine neue Schlittschuhbahn in Hannover, die mit dem klassischen Eislauf in der Natur oder in einer Eislaufhalle wie am Pferdeturm nur wenig gemein hat – sie liegt mitten in der Ernst-August-Galerie, einem Einkaufszentrum.

Zum ersten Mal wurde zwischen Bäckerläden und Brillenfilialen eine 120 Quadratmeter große Schlittschuhbahn aufgebaut, die noch bis zum 29. Januar kostenlos genutzt werden kann. Schlittschuhe stehen ebenso unentgeltlich zur Verfügung. Die Galerie wirbt mit einem „Pirouettenparadies“. Die Center-Managerin Catharina Schubert lobte die Bahn bei der Eröffnung als Novum und drehte eine eher unbeholfene erste Runde darauf. Dazu spielte ein DJ Musik aus den Charts und ein Moderator erklärte später Spiele wie das Eisstockschießen.

Die ersten Gäste ließen sich nicht lange bitten. Drei junge Profis vom Eislaufklub Hannover Indians betraten die Eisfläche – und zogen etwas irritiert ihre Kreise. Sie bemerkten schnell, dass sie gar nicht auf richtigem Eis fuhren: Die Fahrfläche besteht nämlich aus imprägnierten Kunststoffplatten. Die sind zwar glatt wie eine Schlittschuhbahn, aber eben nicht eisig. „Der Unterschied ist für die Läufer kaum spürbar“, erklärte Schubert. „Außerdem machen die Platten aus Energiegesichtspunkten durchaus Sinn.“ Man spart Wasser, Strom und Eismaschinen. Auch einen Eismeister, der mit Kindern schimpft, die noch fahren, obwohl das Eis doch neu hergerichtet werden muss, sucht man im Einkaufszentrum vergeblich. „Und man kann bei uns im T-Shirt Kurven fahren“, sagte Schubert. Die Temperaturen im Atrium gaben ihr Recht.

Die Profis waren trotzdem mäßig begeistert. „Es macht Spaß, aber die speziellen Schlittschuhe, die man benutzen muss, sind schwierig zu fahren“, befand die neunjährige Fabien Meve. „Man fährt, als hätte man einen Klumpen am Bein, der bremst“, sagte die achtjährige Taima Gattermann. Mit ihrer Freundin Philine Heinze wolle sie künftig lieber weiter bei den Indians trainieren.

Doch nicht jeder Besucher ging so kritisch mit den Kunststoffplatten um. Viele probierten es einfach aus und glitten grinsend von Bande zu Bande. Auch Eishockeyprofi André „Andy“ Reiss von den Hannover Scorpions lobte den Spaß an der Sache – auch wenn er am Donnerstag nur Autogramme gab. „Ich werde die Bahn mal testen, wenn in der Galerie Feierabend ist“, versprach Reiss. Sein Urteil steht noch aus. Etwas stand aber am Donnerstag schon früh fest: Wenn man hinfällt, tut es auch auf Kunststoffplatten weh.

Die Bahn ist montags bis sonnabends jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Am 8. und 22. Januar ist jeweils zwischen 17 und 20 Uhr „Disco on Ice“. Am 15. Januar wird die Bahn abgedeckt – dann wird dort die Miss Niedersachsen gewählt.

Jan Sedelies

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