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Aus der Stadt Schloss Hannover-Herrenhausen liegt im Hochwassergebiet
Hannover Aus der Stadt Schloss Hannover-Herrenhausen liegt im Hochwassergebiet
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21:48 04.05.2011
Von Conrad von Meding
Ein Museumsflügel des geplanten Schlosses liegt im Schutzgebiet für das sogenannte Hundertjährige Hochwasser. Quelle: Frank Wilde

So würde eine Ausgleichsfläche geschaffen, in die das Wasser fließen könnte. Die Stadt hat aber zunächst bei der Region um Fristverlängerungen bis 2013 gebeten und hofft, vor der endgültigen Festlegung des HQ100-Gebiets ihre Ihme-Abgrabungen in der Calenberger Neustadt fertiggestellt zu haben. Dann dürfte sich das Schloss nicht mehr in der gefährdeten Hochwasserzone befinden.

Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das „Calenberger Loch“, die umstrittene Abgrabung am Ihme-Ufer, äußerten gestern im Bauausschuss einen Verdacht. Ob es sein könne, dass die gewaltigen Erdarbeiten am Fuße des Ihme-Zentrums gar nicht dem Hochwasserschutz der Bevölkerung, sondern der Legalisierung des Schlossbaus dienten, wollte Initiativsprecher Thomas Ganskow wissen. Stadtbaurat Uwe Bodemann wies das vehement zurück. „In der Tat liegt das Schloss mit einem Teil eines Flügels im Hochwassbereich“, bestätigte Bodemann: „Wir können das aber durch einen geringfügigen Bodenabtrag im Bereich des Parterres ausgleichen.“ Das Parterre sei erst spät etwas angehoben worden, sodass ein Rückbau historisch unproblematisch und auch bereits mit Gartendirektor Ronald Clark abgesprochen sei. HAZ-Informationen zufolge sind auch andere Varianten geprüft worden – etwa, ein großes Rohr durch den Damm nahe der Graft zu legen, um im Hochwasserfall einfach den Parkplatz zu fluten. Die Stadt hat solche Pläne aber als unnötig verworfen.

Offenbar hat die Stadt mit der Region ausgehandelt, dass die bislang nur vorläufige, aber für normale Bauherren schon relevante Festlegung des HQ100-Gebiets nicht vor 2013 endgültig Rechtskraft erhält. Bis dahin sollen die Abgrabungen am Ihme-Ufer fertig sein. „Dann wird neu gerechnet, wie groß das HQ100-Gebiet wird“, sagte Bodemann im Bauausschuss des Rates. Man gehe davon aus, dass dann das Schloss nicht mehr im Schutzgebiet liege. Initiativsprecher Ganskow allerdings warnte vor zu großen Hoffnungen auf ein schnelles Ende. Er kündigte an, dass es Klagen gegen das Planfeststellungsverfahren geben werde.

Altlastensanierung im Plan: Jens Pohl, zuständiger Bereichsleiter für die Altlastensanierung am Glockseeufer der Ihme, berichtete gestern, dass die Arbeiten zu gut 40 Prozent abgeschlossen und damit im Plan seien. Der Kostenrahmen von gut 7 Millionen Euro wird eingehalten.

Mehr zu den „Großen Geheimnissen im Großen Garten“ lesen Sie in der Donnerstagausgabe der HAZ oder alternativ im E-Paper.

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