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Schlossmuseum Herrenhausen soll teurer werden

Rekonstruktion Schlossmuseum Herrenhausen soll teurer werden

Schon vor der Eröffnung des Schlossmuseums in Herrenhausen sind höhere Investitionskosten wahrscheinlich. Im Rathaus wird schon jetzt mit Mehrkosten von einer halben Million Euro gerechnet. Für die Ausstellungseinrichtung kursieren drei Rechenmodelle.

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Lange bevor das Schlossmuseum fertig ist, müssen die Kosten nach oben korrigiert werden.

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Bei den Investitionskosten für das Schlossmuseum in Herrenhausen schließt die Stadt eine kräftige Erhöhung des bisher veranschlagten Budgets schon jetzt, anderthalb Jahre vor Eröffnung, nicht aus. Nach HAZ-Informationen kursieren im Rathaus bereits drei Rechenmodelle für die Einrichtung historischer Ausstellungen zum Thema „Leibniz und seine Zeit“ in den beiden Schlossflügeln sowie in dem unterirdischen Verbindungsgang. Die plausibelste davon soll dem Vernehmen nach Mehrkosten von rund einer halben Million Euro vorsehen. Das ganze Thema soll aber erst nach der Kommunalwahl im September öffentlich gemacht werden, heißt es. Eine Bestätigung gab es entsprechend nicht.

Der 20 Millionen Euro teure Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen wird von der Volkswagenstiftung betrieben. Die Stadt will in den beiden Schlossflügeln ein Museum betreiben. 2,168 Millionen Euro sind bisher für das Museumsprojekt veranschlagt, eine Million Euro trägt das Land. Für den zusätzlichen unterirdischen Verbindungsgang spendet der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall weitere 1,25 Million Euro. Ganz offenkundig zeichnet sich nun aber ab, dass das Geld nicht reicht, wenn die Ausstellung so hochwertig werden soll, dass Besucher öfter wiederkehren. Darauf wiederum fußt die Kalkulation für die Betriebskosten.

Präzise Kalkulationen liegen vor

Vor Ratsausschüssen, die im März der ersten Mittelfreigabe für das Schlossmuseum zustimmen sollten, konnte die Verwaltung noch nicht einmal erklären, wie sich die Museumskosten auf Sanitärtechnik, Wandgestaltung, Bodenbeläge oder Vitrinenkauf verteilen. Doch jetzt wird bekannt, dass es im Rathaus längst präzise Kalkulationen für die Ausstellung gibt. Offenbar wurde mit dem Büro HG Merz, das die Museumskonzeption ausarbeitet, eine dreistufige Finanzplanung durchgerechnet.

Die eine schafft eine Punktlandung bei den veranschlagten 2,168 Millionen Euro. Die zweite kommt mit etwas weniger Geld klar, fordert aber Abstriche bei der Qualität der Ausstellung. Die dritte sieht zum Beispiel eine teure Vitrinentechnik vor, damit historische Handschriften im Original statt nur auf Computermonitoren gezeigt werden können. Auch etwa bei der Beleuchtung komme hochwertigere Technik teurer, schaffe aber Qualität. Rathauskenner berichten, dass sich die Verwaltungsspitze längst darüber klar sei, dass die teurere „die wahrscheinlichste Variante“ sei. Sprachregelung im Hause sei, dass „der neue Rat darüber entscheiden“ solle. Mit dieser eleganten Lösung wäre das Thema aus dem Wahlkampf herausgehalten.

Im Vorfeld hatte es viel Wirbel um die Betriebskostenrechnung für das Schlossmuseum gegeben. Kulturdezernentin Marlis Drevermann musste handwerkliche Fehler einräumen und die veranschlagte Summe für laufende Kosten kräftig nach oben korrigieren. Jetzt kümmert sich eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe unter der Leitung von Carola Schelle-Wolff, Chefin des Fachbereichs Museen, um die weiteren Planungen für das Schlossmuseum.

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