Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schlugen „Pink Panther“ am Kröpcke zu?
Hannover Aus der Stadt Schlugen „Pink Panther“ am Kröpcke zu?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 11.03.2016
Mit einem Foto dieses Bullis sucht die Polizei nach den Tätern. Quelle: Foto: Polizei
Anzeige
Hannover

Laut Interpol hat die aus Serbien stammende Gruppe seit 1999 mehr als 334 Millionen Euro bei mehr als 380 Überfällen auf Juweliergeschäfte in Europa, Asien, den Vereinigten Staaten und dem Mittleren Osten erbeutet. Drei Komplizen sind weiterhin auf der Flucht.

Nachdem die Polizei die Juwelendiebe für mehrere Überfälle in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren verantwortlich macht, haben sie nun offenbar in Hannover zugeschlagen. „Mir gegenüber hat die Polizei ganz klar gesagt, dass sie davon ausgehen, dass die Täter zu der Bande gehören“, sagt Lutz Huth, in dessen Geschäft die Räuber am vergangenen Montag einbrachen. „Wir ermitteln derzeit noch in alle Richtungen“, äußert sich Staatsanwältin Anna Tafelski auf Anfrage der HAZ vorsichtig, räumt aber ein, dass eine Verbindung zu der serbischen Bande ebenfalls geprüft werde.

Unter anderem sollen Mitglieder des losen Zusammenschlusses von Juwelendieben aus dem ehemaligen Jugoslawien in den vergangenen Jahren Läden in Hamburg, Köln und Mühlheim überfallen haben. Jedes Mal waren sie dabei bewaffnet und gingen äußerst präzise und brutal vor - so wie die Täter, die vor einer Woche in Hannover zuschlugen. Genau wie bei früheren Überfällen der „Pink Panther“ müssen der 32-Jährige und seine drei Komplizen das Schmuckgeschäft in der Kröpcke-Passage über einen längeren Zeitraum ausgespäht haben, bevor sie in Aktion traten.

„Unsere Mitarbeiterin wurde von den vier Tätern vor ihrer Haustür erwartet, als sie am Tag des Überfalls das Haus verließ“, sagt Huth. Die Räuber zerrten sie in einen VW-Bus und fesselten sie. Weil sie offenbar genau wussten, dass die 73-Jährige einen Schlüssel sowie die Sicherheitscodes für das Geschäft hatte, drohten sie ihr, bis sie sie herausgab. Auch das brutale Vorgehen ist ein Hinweis auf Mitglieder der „Pink Panther“-Bande, die den Ermittlern zufolge oft eine militärische Ausbildung genossen haben und für ihre Rücksichtslosigkeit bekannt sind. „Sie sagten unserer Verkäuferin, dass sie ihr ein Auge ausstechen oder einen Finger mit einer Kneifzange abtrennen würden“, sagt Huth.

Auch als der eigentliche Diebstahl in dem Juweliergeschäft aus dem Ruder lief, nahm der Täter in Kauf, auf seiner Flucht vor der Polizei Unbeteiligte zu verletzen. Mit einem Revolver, den er im Laden gefunden hatte, feuerte er auf die Polizisten, sprang auf seiner Flucht sogar durch eine Glasscheibe. Obwohl einer der Polizisten einen Warnschuss abgab, flüchtete der 32-Jährige weiter bis zur Königstraße. Dort versuchte er die Tür eines BMW aufzureißen, der an einer roten Ampel stand. Der Fahrer hatte die Tür jedoch verriegelt. So wurde der Mann kurz darauf von der Polizei festgenommen.

Seine drei Komplizen sind jedoch weiter auf der Flucht. Mit einem Foto des VW T4, mit dem die Männer die 73 Jahre alte Mitarbeiterin des Juweliergeschäfts entführten, sucht die Polizei nun nach Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie jeden Tag ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: Die Sonderaustellung "Die Bullibauer" startet, die Leitmesse zur Altenpflege beginnt und der koreanische Pianist Jongda An spielt im NDR Funkhaus.

08.03.2016
Aus der Stadt Gewalt an Frauen in Flüchtlingsunterkünften - Weibliche Flüchtlinge in Hannover relativ sicher

Immer wieder melden sich Flüchtlingsorganisationen und einzelne Betroffene aus ganz Deutschland und berichten öffentlich von besonderem psychischem Druck, Übergriffen und Gewalt, der sie ausgesetzt sind. Auf die Unterkünfte der Stadt Hannover trifft dies offenbar nicht zu. Hier wurden im Jahr 2015 nur zwei Übergriffe auf geflüchtete Frauen in Unterkünften gezählt.

Jutta Rinas 10.03.2016
Aus der Stadt Christen und Juden tauschen sich aus - Integration ist ein Geben und Nehmen

Allein im vergangenen Jahr sind mehr als eine Million Flüchtlinge aus Krisenregionen in aller Welt nach Deutschland gekommen. Deren Integration wird dauern und schwierig - aber sie ist möglich. Davon sind Christen und Juden überzeugt, die sich gestern im Rathaus getroffen haben.

10.03.2016
Anzeige