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Schlugen „Pink Panther“ am Kröpcke zu?

Serbisches Verbrechersyndikat Schlugen „Pink Panther“ am Kröpcke zu?

Einer der spektakulärsten Überfälle der vergangenen Jahre geht offenbar auf das Konto einer international agierenden Verbrecherbande. Der 32 Jahre alte Verdächtige, der kurz nach dem Überfall auf einen Juwelier in der Kröpcke-Passage festgenommen wurde, soll Verbindungen zur sogenannten „Pink-Panther-Bande“ haben.

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Mit einem Foto dieses Bullis sucht die Polizei nach den Tätern.

Quelle: Foto: Polizei

Hannover. Laut Interpol hat die aus Serbien stammende Gruppe seit 1999 mehr als 334 Millionen Euro bei mehr als 380 Überfällen auf Juweliergeschäfte in Europa, Asien, den Vereinigten Staaten und dem Mittleren Osten erbeutet. Drei Komplizen sind weiterhin auf der Flucht.

Nachdem die Polizei die Juwelendiebe für mehrere Überfälle in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren verantwortlich macht, haben sie nun offenbar in Hannover zugeschlagen. „Mir gegenüber hat die Polizei ganz klar gesagt, dass sie davon ausgehen, dass die Täter zu der Bande gehören“, sagt Lutz Huth, in dessen Geschäft die Räuber am vergangenen Montag einbrachen. „Wir ermitteln derzeit noch in alle Richtungen“, äußert sich Staatsanwältin Anna Tafelski auf Anfrage der HAZ vorsichtig, räumt aber ein, dass eine Verbindung zu der serbischen Bande ebenfalls geprüft werde.

Unter anderem sollen Mitglieder des losen Zusammenschlusses von Juwelendieben aus dem ehemaligen Jugoslawien in den vergangenen Jahren Läden in Hamburg, Köln und Mühlheim überfallen haben. Jedes Mal waren sie dabei bewaffnet und gingen äußerst präzise und brutal vor - so wie die Täter, die vor einer Woche in Hannover zuschlugen. Genau wie bei früheren Überfällen der „Pink Panther“ müssen der 32-Jährige und seine drei Komplizen das Schmuckgeschäft in der Kröpcke-Passage über einen längeren Zeitraum ausgespäht haben, bevor sie in Aktion traten.

„Unsere Mitarbeiterin wurde von den vier Tätern vor ihrer Haustür erwartet, als sie am Tag des Überfalls das Haus verließ“, sagt Huth. Die Räuber zerrten sie in einen VW-Bus und fesselten sie. Weil sie offenbar genau wussten, dass die 73-Jährige einen Schlüssel sowie die Sicherheitscodes für das Geschäft hatte, drohten sie ihr, bis sie sie herausgab. Auch das brutale Vorgehen ist ein Hinweis auf Mitglieder der „Pink Panther“-Bande, die den Ermittlern zufolge oft eine militärische Ausbildung genossen haben und für ihre Rücksichtslosigkeit bekannt sind. „Sie sagten unserer Verkäuferin, dass sie ihr ein Auge ausstechen oder einen Finger mit einer Kneifzange abtrennen würden“, sagt Huth.

Auch als der eigentliche Diebstahl in dem Juweliergeschäft aus dem Ruder lief, nahm der Täter in Kauf, auf seiner Flucht vor der Polizei Unbeteiligte zu verletzen. Mit einem Revolver, den er im Laden gefunden hatte, feuerte er auf die Polizisten, sprang auf seiner Flucht sogar durch eine Glasscheibe. Obwohl einer der Polizisten einen Warnschuss abgab, flüchtete der 32-Jährige weiter bis zur Königstraße. Dort versuchte er die Tür eines BMW aufzureißen, der an einer roten Ampel stand. Der Fahrer hatte die Tür jedoch verriegelt. So wurde der Mann kurz darauf von der Polizei festgenommen.

Seine drei Komplizen sind jedoch weiter auf der Flucht. Mit einem Foto des VW T4, mit dem die Männer die 73 Jahre alte Mitarbeiterin des Juweliergeschäfts entführten, sucht die Polizei nun nach Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

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