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Schluss mit Ohrensäcken in Hannover

Altpapiersack Schluss mit Ohrensäcken in Hannover

Schluss mit Ohren: Der Hersteller des innovativen Altpapiersacks hat sein Monopol ausgenutzt – und damit aha verärgert. Die Müllsäcke sind zu teuer und werden daher in Zukunft nicht mehr gekauft.

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Zu teuer geworden: aha verzichtet auf den Ohrensack.

Quelle: haz

Hannover. Vor zwei Jahren hatte der Abfallentsorger aha eine echte Innovation eingeführt: Das Unternehmen präsentierte den Blauen Sack für Altpapier. Statt wie bisher verbrauchtes Papier in den eigentlich für Leichtverpackungen konzipierten Gelben Sack zu entsorgen, sollten Bürger nun den wesentlich stabileren und nur 30 statt 50 Liter großen Papiersack benutzen dürfen. Der Clou: Das Zubinden des Blauen Sacks sollte nicht mehr über separate Schnüre erfolgen, sondern über vier „Ohren“ genannte Laschen am oberen Sackende. Doch neuerdings ist Schluss mit Ohren. Die begehrten Altpapiersäcke sind nicht mehr zu bekommen, denn aha hat Ärger mit dem Lieferanten.

„Der Hersteller hat offenbar gemerkt, dass er derzeit der Einzige ist, von dem wir die Säcke mit Ohren beziehen“, mutmaßt aha-Chefin Kornelia Hülter. Die Konsequenz: „Der Preis, den wir für die Säcke bezahlen sollten, ist plötzlich auf das Vierfache gestiegen.“ Das wollte man sich bei aha nicht bieten lassen. Schließlich verdient der kommunale Entsorger mit Altpapier kräftig Geld und sorgt mit diesen Einnahmen dafür, dass die Müllgebühren im bundesweiten Großstadtvergleich weiterhin günstig bleiben. Das Unternehmen hat daher umgesteuert. Für die Entsorgung von Altpapier gibt es jetzt übergangsweise zwar blaue Säcke, doch das sind im Prinzip Gelbe Säcke mit anderer Einfärbung. Das extrem dünnwandige Material ist für schweres Altpapier kaum geeignet. Und die in der Bevölkerung mittlerweile geschätzten „Ohren“ zum Zuknoten des Sacks fehlen ebenfalls – stattdessen hängt ein Verschlussband an.

38 Millionen dieser dünnen Ersatzsäcke sind bestellt, das reicht wohl etwa bis Mitte 2012. Danach gibt es wieder eine Chance auf Säcke mit Ohren, verspricht Hülter. Das Unternehmen formuliere seine Ausschreibungen jetzt immer so, dass die Hersteller Preisgebote sowohl für Verschlussband- als auch für Ohrensäcke abgeben können. Bei aha hofft man, damit die überzogenen Preisvorstellungen dämpfen zu können.

Wer bis dahin auf sämtliche Säcke verzichten will, der kann sein Altpapier zu Wertstoffhöfen, Altpapiercontainern oder anderen Sammelstellen bringen – oder sich eine kostenlose Altpapiertonne vor die Tür stellen lassen. Oder er findet einen Verteilpunkt, an dem Säcke mit Ohren noch vorrätig sind. Immerhin hatte aha davon im Jahr 2009 ganze 60 Millionen Stück bestellt.

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