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Schmalstieg: Schostok soll Diyarbakir helfen

Türkei Schmalstieg: Schostok soll Diyarbakir helfen

Hannovers langjähriger OB Herbert Schmalstieg hat seinen Nachfolger aufgefordert, sich für die südosttürkische Stadt Diyarbakir einzusetzen. Dort herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Der Freundeskreis Hannover-Diyarbakir sieht die tägliche Gewalt mit großer Sorge.

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Angst vor Gewalt: Ein Junge in Diyarbakir vor einem ausgebrannten Haus.

Quelle: Sedat Suna/dpa/Archiv 2015

Hannover. Mit Entsetzen verfolgt der Freundeskreis Hannover-Diyarbakir die bürgerkriegsähnlichen Zustände in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir. Erst im November wurde ein Mitglied des Freundeskreises, der dortige Anwaltskammervorsitzende Tahir Elci, auf offener Straße erschossen. „Zehntausende fliehen aus ihrer Heimat, Hunderte sind getötet“, schreibt Hannovers langjähriger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg in einer eindringlichen Resolution, die sich an Bundes- und Europapolitiker richtet, aber ausdrücklich auch an den amtierenden Oberbürgermeister Stefan Schostok. Zwischen Diyarbakir und Hannover hatte es Gespräche zur Aufnahme einer Stadtfreundschaft gegeben, die allerdings liegen wegen der derzeitigen Unruhen auf Eis. Schmalstieg bittet seinen Nach-Nachfolger Schostok dringend, Kontakte in die Stadt fortzusetzen und eine Delegation zu entsenden.

Diyarbakir ist zweitgrößte Stadt Südostanatoliens und mehr als doppelt so alt wie Hannover – 2015 wurde sie in Teilen zum Weltkulturerbe erklärt. Doch seit Staatspräsident Recep Erdogan die Friedensgespräche mit den Kurden aufgekündigt hat, herrschen dort nach Einschätzung unabhängiger Beobachter bürgerkriegsähnliche Zustände.

Gewerkschafter und Bürgermeister würden verhaftet und demokratische Kräfte verfolgt. Straßenkämpfe tobten, Ausgangssperren seien verhängt. Das sei nicht zu akzeptieren in einem Land, das Mitglied der Europäischen Union werden wolle – auch wenn die Türkei wichtiger Verbündeter bei der Lösung der Flüchtlingsprobleme sei, heißt es in der Resolution, die Schmalstieg gemeinsam mit der Kurdin Leyla Ferman unterzeichnet hat. „Wir fürchten um das Leben von weiteren Kindern, Jugendlichen, Frauen und alten Menschen.“ Die Adressaten des dreiseitigen Schreibens sollen Einfluss nehmen, um die Grausamkeiten zu beenden oder wenigstens zu lindern. Auch müssten sie dafür sorgen, dass ein Teil der aktuellen Milliardenhilfen für Diyarbakir genutzt würden.

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