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Schnee legt Verkehr in Hannover zeitweise lahm

Wintereinbruch Schnee legt Verkehr in Hannover zeitweise lahm

Im Schneckentempo durch den Berufsverkehr, Verspätungen bei der S-Bahn: Schneetreiben und Blitzeis hatten Hannover am Dienstagmorgen fest im Griff. Viele Autofahrer kritisieren, dass die Straßen der Region nur schlecht oder gar nicht geräumt und gestreut waren.

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Quelle: dpa

Welche Auswirkungen hat der Schneefall auf den Verkehr?

Starkes Schneetreiben und Blitzeis haben am Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr für erhebliche Probleme in Stadt und Umland gesorgt. Vielerorts bildeten sich auf den Autobahnen, Schnellwegen und weiteren Hauptverkehrsadern lange Staus. Zahlreiche Autofahrer kamen aufgrund der Verkehrsprobleme zu spät zur Arbeit. Erst nach dem vorläufigen Ende der Schneewehen und des zeitweise gefrierenden Regens beruhigte sich am Vormittag die Lage auf den Straßen in der Region.

Das Winterwetter hat die Region Hannover fest im Griff. Auf den Autobahnen, insbesondere der A2, gab es mehrere Glätteunfälle.

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Gab es viele Unfälle?

Nach Angaben der Polizei hat es glücklicherweise keine schweren Unfälle in der Stadt gegeben. Allerdings verletzte sich bei einem Unfall in Burgdorf eine Frau, als sie mit ihrem Fahrzeug fast frontal gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug stieß. Nach ersten Informationen fuhren beide Fahrzeuge zu weit in der Mitte, um Schneebergen am Straßenrand auszuweichen. Auch auf den Autobahnen führte die Schneeglätte zu zahlreichen Unfällen. Allein auf der Autobahn 2 gab es am Morgen zwischen Rehren und Garbsen mehrere Lkw-Unfälle, berichtete die Polizei. Dort staute es sich zeitweise auf bis zu 18 Kilometern Länge. 

Auf der Autobahn 2 hat sich bei Rehren ein schwerer Lkw-Unfall ereignet.

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Was ist mit der Bahn?

Wegen einer Weichenstörung kam es am Vormittag auf der S-Strecke zwischen Hannover Hauptbahnhof und Langenhagen zu Verspätungen in beiden Richtungen. Neben vereinzelten kürzeren Verspätungen gab es bei der Deutschen Bahn in der Region keine massiven Probleme. Auch die Bahnen der Üstra fuhren in der Regel ohne nennenswerte Zeitverzögerung.

Gravierender waren die Probleme der Bahn im Norden Niedersachsens. Komplett eingestellt werden musste der Bahnverkehr auf der Strecke Emden-Norddeich.  Grund ist nach Angaben der Deutschen Bahn Blitzeis.

Wurde zu wenig geräumt und gestreut?

Zahlreiche Leser berichten von schlecht oder sogar gar nicht geräumten Straßen in der Region. Demnach hätten Staus vermieden werden können, wären Fahrbahnen früher und stärker von Schnee befreit und gestreut worden.

Aha (das für die Straßen verantwortliche Entsorgungsunternehmen in der Stadt) weist die Kritik zurück. Bereits zum fünften Mal waren in der Nacht alle 150 Mitarbeiter im Einsatz, um die Straßen von Schnee zu räumen und zu streuen. Dabei unterteilt das Unternehmen das zu räumende Gebiet in zwei Kategorien. In die erste Kategorie mit der höchsten Dringlichkeitsstufe gehören Hauptstraßen, Feuerwehrzufahrten, Krankenhauszufahrten, Fußgängerüberwege, Fußgängerzonen und verkehrswichtige Radwege.

450 Kilometer fallen als Hauptverkehrsstraßen die höchste Dringlichkeitsstufe. Dazu kommen 435 Kilometer Radwege und 40 Kilometer Gehwege im Innenstadtbereich. Da manche Straßen mehrspurig sind, müssen die aha-Miarbeiter pro Nacht rund 1120 Kilometer Straßen- und Radwegeasphalt von Schnee und Eis befreien. "Nachts ist es unsere Hauptaufgabe, dass später der Berufsverkehr rollen kann", sagt aha-Sprecherin Helene Henrich.

Neben- und kleinere Verbindungsstraßen werden deshalb nachts gar nicht geräumt. Vier Stunden hat der Räumdienst dafür Zeit, danach brauchen die Mitarbeiter eine Ruhepause, um tagsüber wieder einsatzfähig zu sein.

Unglücklicherweise fing es an diesem Dienstagmorgen zum Schichtende gegen 7 Uhr wieder heftig zu schneien an. Die aha-Mitarbeiter fuhren laut Aussage der Sprecherin deshalb nur noch einmal die wichtigsten Knotenpunkte ab, weil der Berufsverkehr schon das Räumen erschwerte. "Dadurch ist wohl der Eindruck entstanden, wir hätten nicht geräumt.", sagt Henrich. "Nachts wurden alle wichtigen Straßen aber schon einmal abgefahren."

Ein Räumfahrzeug ist am Dienstag in Hannover unterwegs.

Quelle: dpa

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Hat der ADAC jetzt alle Hände voll zu tun?

Ja. „Wir bekommen in der Region Hannover derzeit zwei- bis dreimal so viele Anfragen wie sonst“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Allein am Montag mussten die Pannenhelfer zu 645 Einsätzen ausrücken. Am Dienstagvormittag waren es etwas weniger: „Solange es winterlich bleibt, rechnen wir jedoch mit hohen Zahlen“, sagt Rettig. Häufigste Pannenursache sei eine schwache Batterie. Der ADAC rät Autofahrern daher, Batterien regelmäßig zu überprüfen. Außerdem müssten sie selbst darauf achten, dass ausreichend Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage und im Kühlwasser vorhanden sei, sagt Rettig: „Und bei den derzeitigen Straßenverhältnissen sind Winterreifen absolut unverzichtbar.“ 

Darf man bei Glatteis zu spät zur Arbeit kommen?

Trotz Schnee und Eis auf den Straßen müssen Arbeitnehmer grundsätzlich auch bei einem Wintereinbruch pünktlich im Büro sein. Grundsätzlich gilt: "Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er pünktlich zur Arbeit erscheint", erklärt Till Bender von der DGB-Rechtsschutz GmbH. Trotzdem müsse kein Arbeitnehmer Konsequenzen fürchten, wenn es am Morgen Blitzeis gebe, und er deshalb zu spät zur Arbeit komme, erklärt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin. "Eine Abmahnung bei einem kurzfristigen Wintereinbruch oder wenn es wegen eines Unfalls zu Verkehrschaos kommt, wäre sicher nicht zu rechtfertigen", meint auch Bender. Denn eine Abmahnung dürfe nur für ein vorwerfbares Verhalten ausgesprochen werden.

Anders ist die Situation, wenn Schneefall und Eisglätte bereits am Vorabend angekündigt wurden und am Morgen mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist. Dann müsse der Arbeitnehmer alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um trotz der Witterungsbedingungen pünktlich bei der Arbeit zu sein, sonst liege eine Vertragsverletzung vor, erläutert Meier. "Dann wäre eine Abmahnung gerechtfertigt, insbesondere, wenn alle anderen Mitarbeiter pünktlich sind", ergänzt Bender. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Hat das Wetter Einfluss auf Veranstaltungen?

Da sich die Wetterlage am späten Vormittag verbessert hat, ist nicht mit größeren Einschränkungen im öffentlichen Leben zu rechnen. Lediglich die Herrenhäuser Gärten bleiben geschlossen.

Das Kakteen-, Tropen- und Orchideenschauhaus sowie die Wüstenschauhäuser sind indes geöffnet und eintrittsfrei zu besuchen.

Wie geht es mit dem Wetter weiter?

Zumindest am Dienstagnachmittag und am Mittwoch soll Hannover laut Vorhersage von einem vergleichbaren Wetter verschont werden. Zwar soll es auch am Mittwoch schneien, doch schon am Donnerstag sollen die Temperaturen tagsüber über die 0-Grad-Marke steigen, so dass der Schneeregen möglicherweise ohne Auswirkungen wie am Dienstag bleibt.  

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