Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schnee und Glatteis beherrschen Hannover - Eisbrecher schlägt leck
Hannover Aus der Stadt Schnee und Glatteis beherrschen Hannover - Eisbrecher schlägt leck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:35 14.02.2010
Der Eisbrecher „Seewolf“ hat Leck geschlagen und ist nicht mehr einsetzbar. Quelle: Elsner

Der Eisbrecher „Seewolf“, der den Frachtschiffen für das Steinkohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln eine Schneise schlägt, hat Leck geschlagen und ist nicht mehr einsetzbar. „Wir mussten die Strecke sperren“, sagt Mike Burckhardt vom Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig, der die Eisbrecher koordiniert. „Das hat meine Planungen komplett über den Haufen geworfen.“ Weil am Freitag noch fünf Schiffe das Kraftwerk beliefert hatten, führt die Sperrung dort erst einmal nicht zu einem Engpass. Je nach Wetterlage werde dann kurzfristig ein anderer Eisbrecher nach Anderten abgezogen. Dass das Sinken des Schiffes überhaupt bemerkt worden war, hat die Behörde einem Passanten zu verdanken. Dieser hatte am Sonnabendnachmittag die Feuerwehr alarmiert, die Kräfte begannen sofort mit dem Abpumpen des Wassers. Erst am Montag wäre die Besatzung wieder eingetroffen.

Ein Schaden von insgesamt 250. 000 Euro registrierte die Polizei bei zwei schweren Glätteunfällen auf den Autobahnen. Am Sonnabendmorgen gegen 6.40 Uhr verlor ein Fahrer auf der Autobahn 7 zwischen Altwarmbüchen und Großburgwedel auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Lastwagen. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern, durchbrach die Mittelschutzplanke und kippte auf die Gegenseite – dort blockierte der Lkw alle drei Fahrspuren. Bis zum späten Nachmittag wurde die Autobahn in Richtung Kassel voll gesperrt.

Dreieinhalb Stunden zuvor war es auf der Autobahn 2 zu einer Vollsperrung gekommen, nachdem zwischen dem Kreuz Hannover-Ost und der Anschlussstelle Lehrte ein Lastwagenfahrer auf ein Stauende aufgefahren war – der Stau hatte sich wegen eines Glätteunfalls gebildet. Ein Insasse wurde leicht verletzt. Insgesamt zählte die Polizei 43 Verkehrsunfälle allein von Freitag- bis Sonnabendmittag auf den Autobahnen und Schnellwegen in der Region. Am Sonntag habe sich die Lage entspannt.

Verärgert waren die Menschen, die am Sonntag einen Spaziergang durch den verschneiten Tiergarten wagen wollten – aber vor verschlossenen Toren standen. Sie seien schließlich wegen des vielen Schnees gekommen, sagt Cornelia Kupfer, die ihren neunjährigen Enkel Daniel auf dem Schlitten durch den Tiergarten ziehen wollte. „Richtig sauer“ waren zwei Berliner, die sich eigens wegen des Ausflugs zu Rehen und Wildschweinen ein Zimmer im benachbarten Hotel genommen hatten. Eine Stadtmitarbeiterin erklärte die Schließung gestern mit einer „gefährlichen Eisdecke“ unter dem Neuschnee.

Gleichwohl hat sich die Situation in den Krankenhäusern deutlich entspannt. In der Notfallaufnahme des Nordstadtkrankenhauses mussten nach Angaben von Klinikumssprecher Bernhard Koch am Sonntag „nur“ 30 Sturzopfer behandelt werden. An anderen Tagen hatte die Klinik bis zu 100 derartiger Fälle registriert.

Am Freitag und Sonnabend verteilten aha- Mitarbeiter auf hannoverschen Marktplätzen 450 Tonnen Streugut. aha-Sprecher Stefan Altmeyer wertete die Aktion als „vollen Erfolg“: Rund 10 000 Bürger hätte man mit dem kostenlosen Salz- und Sandgemisch versorgen können. Solche Erfolgsmeldungen wecken bei der Regionsverwaltung Begehrlichkeiten. Die Salzlieferung, die dort bis Freitagabend erwartet wurde, kam nicht. „Bis Montagmorgen reichen unsere Reserven noch – danach haben wir kein Krümelchen mehr“, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann. Er geht davon aus, dass die Transporter mit dem Salz heute eintreffen. Ansonsten könnte es richtig brenzlig werden. Denn der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die Region Hannover ab Dienstag zwar leicht steigende Temperaturen, allerdings soll es in den Nächten wieder anziehen – und damit könnte erneut Glatteis entstehen.

Bürger helfen sich selbst

Mit dem Aufruf „Nachbarn, kommt zum Schneeschippen“ hat eine Bürgerinitiative in Linden-Nord zum gemeinschaftlichen Räumen der vereisten Fußwege eingeladen. Gestern folgten dem Aufruf fast 30 Bewohner. Initiatorin Bettina Greb-Kohlstedt war begeistert. „Hier wohnen viele Ältere, die Angst vor einem Sturz haben“, sagte die 44-Jährige.

Sonja Fröhlich und Jan Sedelies

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tänzer in Trainingshosen und Prinzen in Regenjacken: Wegen des Winterwetters wurde der Karnevalsumzug in Hannover am Wochenende mit weniger Besuchern gefeiert.

14.02.2010

17 junge Designerinnen der Modeschule Fahmoda haben am Sonnabend in Hannover vor rund 1600 Zuschauern in zwei Shows ihre Abschlussarbeiten im Theater am Aegi präsentiert.

14.02.2010

Nach dem Tod des als Bert C. bekannt gewordenen Obdachlosen auf einer Parkbank in der Eilenriede in Hannover prangern Sozialarbeiter Kürzungen im städtischen Sozialetat an.

Felix Harbart 14.02.2010