Gestern wurde am Pegel Herrenhausen bereits die zweite von drei Meldestufen ausgerufen. Und es kommt noch heftiger: Für Donnerstag ist im gesamten Leineeinzugsgebiet ergiebiger Regen angesagt, besonders stark werden die Niederschläge im Harz. Dort aber liegt noch reichlich Schnee, und die Innerste-Talsperre ist bereits zu 84 Prozent gefüllt. „Wir sind ein bisschen in Habachtstellung“, sagt Klaus Lambelet von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Hannover.
Deutlich zeigt die Grafik vom Leinepegel Herrenhausen (siehe oben), wie die Wassermengen im Fluss in den vergangenen Tagen gestiegen sind und sie zuletzt den Wert von 4,20 Meter überschritten haben. 4,49 Meter war der Höchstwert, gestern Nachmittag wurden noch 4,26 Meter gemessen, Tendenz leicht sinkend. Die Fachleute setzen jetzt darauf, dass es bis Donnerstag weitgehend trocken bleibt. „Bis dahin werden sich die Pegel leicht erholt haben“, sagt Lambelet und ergänzt: „Ich betone: leicht.“ Anschließend soll dann der Regen kommen.
Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWKN) werden für das gesamte Leine-Einzugsgebiet Niederschläge von zehn Millimetern pro Quadratmeter erwartet, im Harz sollen es sogar „zum Teil bis zu 30 Zentimeter“ werden, wie NLWKN-Sprecher Achim Stolz sagt. Das Problem: Die Böden sind vom tagelangen Regen gesättigt und nehmen kaum noch Regenwasser auf. Das lässt die Flüsse „schnell anspringen“, wie es im Fachdeutsch heißt. Der Niederschlag werde „ein ganz schöner Schluck aus der Pulle“, prophezeit Lambelet.
Allein im Harz oberhalb der Talsperren liegen aktuell rund 15 Millionen Kubikmeter Schnee und warten auf Tauwetter. Die Harzwasserwerke (HWW) haben die Talsperren daher auf durchschnittlich 60 Prozent Füllstand entleert – ausgerechnet die für die Leine so wichtige Innerste-Talsperre allerdings ist zu mehr als vier Fünfteln voll. In dem relativ kleinen Staubecken mit großem Einzugsgebiet ist nur noch Platz für knapp fünf Millionen Liter. Trotzdem ist man bei den dortigen Wasserwerken optimistisch: „Was an Niederschlag prognostiziert wird, könnte reinpassen“, sagt Sprecher Henry Bofnar. Zusätzlich hofft man im Harz auf kaltes Wetter, damit viel Niederschlag als Schnee herunterkommt.
Immerhin ist der riesige Leinepolder im südniedersächsischen Salzderhelden leer – 37,4 Millionen Kubikmeter Wasser können seine Becken aufnehmen. Hannover aber ist die ständige Sorge vor drohendem Hochwasser leid: In den nächsten Jahren werden deshalb 25 Millionen Euro für vorbeugenden Hochwasserschutz investiert.
Informationen zur Hochwasserlage:
Pegel Herrenhausen, betrieben von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover
http://www.bafg.de/php/HERRENHAUSENLEINEW.htm
Pegelwerte und Warnmeldestufen im gesamten Leine-Einzugsgebiet, betrieben vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWKN)
http://www.nlwkn-pegelonline.de/gewaesserdaten/oberflaechgew/abfluesse/daten/BinnenKarte.htm
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Kommentare
25 .... Wurzel – 03.03.09
Na sicher so viel geld, irgendwie muss man ja eine überbezahlte berufsfeuerwehr in schach halten.40% könnte man alleine da schon einsparen.
Hochwasser LEINEund IHME das jüngste gericht – 03.03.09
Hypothesewas wäre wenn.......
beim kläglichen Scheitern
der Ihmezentrum-Finanzierung
und der anschließend Parkhausräumung ....
schon ganz klar auf ein voll-laufen der Parkgaragen gesezt
wurde ????
(denke da auch an die LIMMER SCHLEUSE)
hoffe auf
ein Riesenhochwasser
damit die hohen Damen & Herren im Rathaus mal richtig nasse Füße bekommen
Aber warscheinlich wird das dann wieder heißen die Stadt hat alles versucht.
die Frage ist:
Was wurde für Hannover getan ?
Flurschaden verhindert oder kalkuliert?
Anstatt nur mit cebit,Kröpkecenter
zu Prahlen
sollte
man sein Hochdiätendotiertes Hirn
auch mal einschalten
vorbeugender Hochwasserschutz tmp – 03.03.09
25 Millionen Euro für vorbeugenden Hochwasserschutz?Wohl eher als Subvention des Tiefbaus auf Kosten von Umwelt- und Denkmalschutz.
Eine Frechheit diese blinde Zerstörung als sinnvoll oder nötig zu bezeichnen.