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Aus der Stadt Schneiden, messen, schweißen mit Licht
Hannover Aus der Stadt Schneiden, messen, schweißen mit Licht
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00:15 07.06.2016
Von Stefanie Kaune
Autos statt All: Sven Blümel vom Laser-Zentrum zeigt Karsten Danzmann ein Leichtbau-Projekt. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Auf Erfolgsgeschichten blickt jeder gern zurück - noch dazu, wenn die Zahl der Skeptiker zu Anfang überwog. „Viele haben gefragt, was man denn damit wolle“, erinnerte Olaf Lies, Niedersachsens Wirtschaftsminister, an die Gründung des Laser-Zentrums Hannover (LZH) vor 30 Jahren. Lies dankte deshalb am Freitag den drei treibenden Kräften, den ehemaligen Uni-Professoren Heinz Haferkamp, Hans Kurt Tönshoff und Herbert Welling, für ihre mutige Entscheidung.

Dass Lasertechnologie sich in vielen unterschiedlichen Bereichen bewährt - etwa in der hochpräzisen Abbildung von Objekten, dem Schweißen von Spundwänden unter Wasser oder der Steuerung hochempfindlicher Messsysteme - haben die Forscher längst bewiesen. „Hierher kommen nicht nur Auftraggeber mit Zukunftsfragen, es kommen auch Unternehmer mit handfesten Problemen, die sie lösen wollen“, lobte Lies. Das LZH habe viele Firmen in die Lage versetzt, Lasertechnik in die Produktion einzuführen.

LZH-Vorstandssprecher Wolfgang Ertmer betonte, die Möglichkeiten des Lichts seien so vielfältig, dass auch in den nächsten 30 Jahren kein Ende in Sicht sei. Aktuell arbeiten 180 Mitarbeiter aus 18 Ländern am LZH in der Hollerithallee im Wissenschaftspark Marienwerder. Vergangenes Jahr beschäftigten sie sich mit 89 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Der Umsatz des LZH betrug gut 18 Millionen Euro. Bis auf 3,6 Millionen Euro Grundförderung vom Land kommt alles Weitere aus Projektmitteln von Industrie, Land, Bund und EU.

Vergangene Woche hat das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (Nife) seinen Neubau bezogen - das LZH hat Nife mit angeschoben und entwickelt dort gemeinsam mit Medizinischer Hochschule, Leibniz-Uni und Tierärztlicher Hochschule innovative medizinische Implantate. Auch bei der Entdeckung der Gravitationswellen spielte das LZH eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit Karsten Danzmann vom Institut für Gravitationsphysik der Leibniz-Uni und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik haben die Laserfachleute die Messtechnologie zum Aufspüren der Wellen entwickelt.

Bei 17 Ausgründungen sind in den 30 Jahren mehr als 500 Arbeitsplätze entstanden. Der Wirtschaftsminister betonte speziell die Bedeutung von Laserverfahren für Niedersachsens starke Autoindustrie. So entwickelt eine Arbeitsgruppe im LZH aktuell für VW Laserverfahren, um Leichtbauwerkstoffe zu schneiden. „Der Laser arbeitet verschleißfrei“, erklärt Mitarbeiter Sven Blümel.

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