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Politik fordert bessere Notfallversorgung

Überforderte Kliniken Politik fordert bessere Notfallversorgung

Die Notfallversorgung in Krankenhäusern der Region Hannover steht erneut in der Kritik. Weil sich viele Stationen bei der Leitstelle wegen Überlastung abmelden, fordert die Ratspolitik eine Prüfung, ob überhaupt ausreichend Betten für Notfälle vorhanden sind. 

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Die Betten in der MHH sind oft voll, die Rettungswagen müssen dann andere Kliniken ansteuern. 

Quelle: Rainer Surrey (Archiv)

Hannover. Nach der Veröffentlichung einer internen Statistik der Regionsverwaltung zum Zustand der Kliniken in Hannover fordern Politiker schnelle Verbesserungen bei der Notfallversorgung. „Der Zustand ist so nicht hinnehmbar“, sagt die Gesundheitsexpertin der SPD-Ratsfraktion, Gudrun Koch. Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen müssten sofort behandelt werden. Zudem dürfe es nicht sein, dass Patienten hin- und her transportiert werden müssten, weil Krankenhausstationen voll sind und keine weiteren Patienten aufnehmen können. Es müsse jetzt überprüft werden, ob die Zahl der Betten auf den besonders stark betroffenen Abteilungen wie der Neurologie und der Intensivmedizin ausreichten.

Auch der Chef der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek, verlangte, möglichst schnell die Ursachen für die Probleme in den Kliniken abzustellen. Hier sei Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) gefragt. Sie müsse gegebenenfalls bei der Krankenhausfinanzierung nachsteuern, meint er. „Notfallversorgung darf nicht am Geld scheitern“, betont er.

Schlossarek tadelt zudem die Regionsverwaltung weil sie auf mehrere schriftliche Anfragen zum Thema Notfallversorgung und Engpässe in den Kliniken keine konkreten Zahlen vorgelegt hat. Es sei für ein Mitglied der Regionsversammlung nicht befriedigend, diese seit Langem eingeforderten Zahlen jetzt aus der HAZ zu erfahren, meint er.

Wie berichtet, sind die Probleme bei der Notfallversorgung schwer kranker Patienten in Hannover wesentlich größer, als bisher bekannt. Das geht aus eine internen Statistik der Regionsverwaltung hervor, die der HAZ vorliegt. Demnach sind besonders häufig die neurologischen Stationen, die Intensivstationen und die Abteilungen für innere Medizin betroffen. Beispielsweise war die Internistische Station der Medizinischen Hochschule (MHH) 2013 und im ersten Halbjahr 2014 zu mehr als 86 Prozent für die Aufnahme von Notfällen abgemeldet. Betroffen sind vor allem die MHH, das Friederikenstift und das Clementinenhaus. Mit Ausnahme vom Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen, wo die Neurologie 2014 insgesamt zu 73 Prozent abgemeldet war, ist die Lage in den Krankenhäusern im Umland dagegen wesentlich entspannter.

In der MHH gebe es nicht zu wenig Personal, sondern zu wenig Betten, sagt Sprecher Stefan Zorn. Beispielsweise habe im vergangenen Jahr die Bettenauslastung im Zentrum der MHH für Innere Medizin bei 100,6 Prozent gelegen. Es seien also Patienten über der eigentlichen Kapazitätsgrenze aufgenommen worden.

„Notfallpatienten werden selbstverständlich immer behandelt“, sagt der Sprecher der Diakonischen Dienste Hannover, Achim Balkhoff. Sein Unternehmen habe bereits im vergangenen Jahr reagiert, indem im Friederikenstift und in der Henriettenstiftung die Zahl der Betten für Schlaganfallpatienten aufgestockt worden sei.

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