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Schnellweg wird für neue Brücke verschoben

Mittellandkanal Schnellweg wird für neue Brücke verschoben

Der komplette Messeschnellweg wird am Mittellandkanal neu geführt: Um die marode Brücke abreißen und neu bauen zu können, wird der Verkehr vierspurig auf eine neue Trasse gelegt. Die Arbeiten dauern vier Jahre und kosten 16,6 Millionen Euro. Zumindest ist das die derzeitige Schätzung.

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Mit großem Schwung und seitlichen Wegen: Die neue Brücke als Computerbild.

Quelle: Illustration: NLBSV

Hannover. Hannovers marode Schnellwegbrücken machen nicht nur am Südschnellweg zu schaffen. Jetzt reift auch die Planung für die Überführung des Messeschnellwegs über den Mittellandkanal: Das Betonungetüm muss ebenfalls abgerissen werden und soll durch einen Neubau – dann gleich etwas breiter mit Nothaltestreifen – ersetzt werden. Vier Jahre werden die Arbeiten dauern. Damit der Verkehr weiterrollen kann, wird der gesamte Schnellweg um rund 50 Meter nach Süden verschwenkt und über eine provisorische Brücke mit vier Fahrstreifen gelenkt. Gesamtkosten: 16,6 Millionen Euro – nach vorläufiger Planung.

60 000 Fahrzeuge rollen täglich über die Brücke, bis 2030 soll die Zahl auf 62 500 Fahrzeuge wachsen. Weder für die Menge noch für die steigenden Gewichte ist das Bauwerk 1967 errichtet worden. Mit „Dauermessungen von Verformungszuständen“ wird geprüft, ob die Brücke sicher bleibt. Vor fünf Jahren hatte das Gerät Alarm geschlagen, die Brücke wurde sofort gesperrt – doch es war nur ein Sensorfehler. Marc Oliver Meng von der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wollte gestern im Bauausschuss auf Nachfrage von FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke zwar keine Garantie geben, wie lange die Brücke hält – aber mit der Überwachung sei die Befahrung zumutbar.

Baustart kann frühestens im Herbst 2019 sein, vorher laufen das Planfeststellungsverfahren und die europaweite Ausschreibung der Aufträge. Die eigentliche Bauzeit wird dann von Provisorien geprägt sein, die aber so eingerichtet werden, dass der Verkehrsfluss kaum behindert wird. Die spätere Brücke wird aus zwei gleichgroßen Einzelbrücken bestehen. Das erste Bauteil wird zunächst südwestlich neben die jetzige Brücke gesetzt. Dann werden neue Rampen gebaut und der gesamte Schnellwegverkehr mit zwei Fahrstreifen pro Richtung über diese Teilbrücke gelenkt. Zwei Jahre lang kann so die alte Brücke „filetiert“ (Zitat Meng) und abtransportiert werden und dann das zweite, nordwestliche Brückenbauteil eingesetzt werden – das dann bereits an der richtigen Stelle. Anschließend wird der Schnellweg an dieses zweite Bauteil angeschlossen: Der Verkehr rollt übergangsweise nur noch darüber, und das erste Bauteil kann mit riesigen Hydrauliken an seinen endgültigen Bestimmungsort geschwemmt werden, sodass die neue Brücke fertig ist.

Architektonisch erhält die Konstruktion ihren Reiz durch zwei separate seitliche Radfahrer- und Fußgängerbrücken, die von Brückenbögen schwebend gehalten werden. Wie während der Bauzeit der Rad- und Fußgängerverkehr abläuft, ist noch nicht ganz klar. Ratsherr Michael Dette (Grüne) forderte dafür klare Konzepte: Wenn es für Kraftfahrzeuge Provisorien gebe, müsse dies auch für andere Verkehrsteilnehmer gelten, die schließlich größere Probleme hätten, lange Umwege zu fahren.

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