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Aus der Stadt Schostok will Vier-Punkte-Plan für den Mühlenberg
Hannover Aus der Stadt Schostok will Vier-Punkte-Plan für den Mühlenberg
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00:15 24.09.2017
Von Jutta Rinas
Der Mühlenberg soll positiver angenommen werden: Oberbürgermeister Stefan Schostok und Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski sprachen gestern in der Stadtteilversammlung. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Geplant sind neue Kita- und Hortplätze, mehr Personal und Platz für die aus allen Nähten platzende Grundschule Mühlenberg sowie ein neuer internationaler Elterntreff. An der schlechten Versorgung in dem Randstadtteil hatte es zuletzt massive Kritik gegeben.

Schostok sagte, die Notwendigkeit, in der Kita- und Schulversorgung „rasch und konzentriert“ zu handeln, sei durch einen überproportionalen Bevölkerungsanstieg am Mühlenberg entstanden. Die Zahl der Menschen im Stadtteil sei seit 2010 um 17,2 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Bevölkerungszuwachs in Hannover insgesamt liegt lediglich bei 5,8 Prozent. Die Geschichte des Mühlenbergs lehre, dass es nicht ein Rezept für alles gebe, sagte Schostok: Man müsse viele Prozesse in Gang bringen. „Wir wünschen uns, dass der Mühlenberg als Stadtteil viel positiver angenommen wird.“

Der Plan sieht im Einzelnen vor:

Vorbereitung auf die Schule: Noch vor Ende des Jahres will die Stadt für 47 Kinder, die im Sommer 2018 in die Schule kommen, ein Angebot zur Vorbereitung auf die Grundschule schaffen. Aktuellen Zahlen zufolge gibt es für diese Kinder im Stadtteil bislang keinen Kita-Platz. Möglicher Ort für das sogenannte Schuki-Programm könne das Jugendzentrum sein, sagt Dezernentin Rzyski. Kinder bräuchten vor der Grundschule unbedingt die Erfahrung, wie es sei, sich in einer Gruppe mit anderen Kindern zurechtzufinden. Die Familie allein könne das nicht leisten.

Kita- und Hortplätze: Weitere 140 Mühlenberger Kinder, die mit Beginn des aktuellen Kita-Jahres drei Jahre alt geworden sind oder es demnächst werden haben der Verwaltung zufolge ebenfalls derzeit keinen Kita-Platz. Für 118 von ihnen soll die bereits geplante Übergangskita in der Beckstraße Abhilfe schaffen. Sie wird Rzyski zufolge jetzt schneller fertig als geplant: Sie soll im Herbst 2018 an den Start gehen. Auch die Kindergartengruppen der Kita am Canarisweg sollen dann schon in der Beckstraße Platz finden. Die Kita hatte in der Vergangenheit Schlagzeilen gemacht, weil Anwohner Müll und Gegenstände von den Balkonen geworfen hatten. Der frei werdende Platz werde, so Rzyski, für eine zusätzliche Hortgruppe mit 32 Kindern genutzt. Insgesamt entsteht dann in der ehemaligen Wohnungskita ein Hort mit 64 Plätzen. Das Familienzentrum in der Beckstraße soll am Ende 150 Kindern Platz bieten.

Grundschule Mühlenberg: Die Grundschule, die sich wegen dramatischer Missstände in der Vergangenheit mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gewandt hatte, hat viel zu wenig Platz. Mitte September wurden dort zwei zusätzliche Container für den Unterricht aufgestellt. Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 soll ein weiterer folgen. Vom Schuljahr 2018/2019 an bis zur Fertigstellung des Neubaus soll überdies die dann abgewickelte Martin-Luther-King-Förderschule mitgenutzt werden. Derzeit werde überlegt, wie das sinnvoll geschehen könne, sagt Rzyski. Zudem sollten künftig multiprofessionelle Teams in der Schule eingesetzt werden.

Familienberatung, Jugendtreffs: Im Familienzentrum Mühlenberg soll eine neue Gruppe für Mütter mit Kindern unter drei Jahren eingerichtet werden. Der Juca-Treff im Canarisweg soll mithilfe einer Vollzeitstelle deutlich länger geöffnet werden. Bislang hat die Verwaltung für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen dort nur zehn Wochenstunden eingeplant. Dazu kommt noch in diesem Jahr eine neue Kontakt- und Beratungsstelle am Stauffenbergplatz 3, unter anderem mit einem internationalen Elterntreff. Sie wird mit Fördergeld in Höhe von 70 000 Euro aus einem Förderprogramm des Landes bezahlt.

In einer Erklärung weist die Stadtverwaltung Vorwürfe von sich, sie habe den Stadtteil vernachlässigt. Dort heißt es, die Stadt habe „Mühlenberg schon vor mehreren Jahren gezielt in den Blick genommen“. So habe man erreicht, dass der Stadtteil ins Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Dadurch stünden nun 12 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Schostok in der Versammlung im Freizeitheim Weiße Rose. Geplant seien Aufwertungen des Wohnumfelds, aber auch zahlreiche Beteiligungsprogramme.

Gerade bei Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz hätten oder einen Schulplatz bräuchten, sei der Bevölkerungszuwachs in dem Stadtteil erheblich gewesen. Allein von Anfang 2015 bis Ende 2016 habe es in der Gruppe der Null- bis Neunjährigen ein Plus von 187 Kindern gegeben. Deshalb habe man jetzt hier handeln müssen.

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