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Rennen um SPD-Landtagskandidatur

Schröder-Köpf verliert gegen Leuschner

Von Thorsten Fuchs

Doris Schröder-Köpf muss bei ihrem Versuch, SPD-Landtagskandidatin für den südöstlichen Wahlkreis 24 zu werden, einen Rückschlag hinnehmen. In der ersten von fünf Mitgliederversammlungen unterlag die 48-Jährige am Montagabend gegen ihre Konkurrentin Sigrid Leuschner.
Sigrid Leuschner (l.) und Doris Schröder-Köpf von der SPD.

Sigrid Leuschner (l.) und Doris Schröder-Köpf von der SPD.

© Alexander Körner

Hannover. Sie wirkte enttäuscht, aber zugleich auch um Zuversicht bemüht: Doris Schröder-Köpf hat bei ihrer Bewerbung um die SPD-Landtagskandidatur im Wahlkreis Döhren am Montagabend gleich zu Beginn eine Niederlage erlitten. Die Mitglieder des Ortsvereins Döhren votierten in der ersten von fünf Vorstellungsrunden für ihre Konkurrentin Sigrid Leuschner. Mit 38 zu 34 Stimmen setzte sich die langjährige Landtagsabgeordnete gegen die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers durch.

In einer ersten Reaktion nach Bekanntgabe im Freizeitheim Döhren versuchte die zuvor von vielen Beobachtern favorisierte Schröder-Köpf, das Ergebnis positiv zu deuten: „Ich bin stolz, dass ich trotz des jahrzehntelangen Vorsprungs meiner Konkurrentin ein Ergebnis auf Augenhöhe erzielt habe“, sagte die 48-Jährige. „Ich hatte auch nicht damit gerechnet, hier zu gewinnen“, beteuerte sie. Schröder-Köpf spielte damit darauf an, dass die 60-jährige Leuschner 14 Jahre lang selbst den Ortsverein Döhren geleitet hat. Leuschner selbst wiederum war sichtlich erfreut, sieht den Ausgang aber als völlig offen: „Das geht weiter, das wird noch spannend.“

Der Montagabend stellte die erste von fünf Runden dar, in denen die SPD-Mitglieder darüber entscheiden, wer bei der Landtagswahl 2013 im Wahlkreis 24 im Südosten der Stadt für die Sozialdemokraten um ein Direktmandat kämpft. Das Votum gilt als richtungsweisend, weil die Döhrener die meisten Delegierten zu jener Konferenz entsenden, die am 21. März endgültig über den Kandidaten entscheidet. Sollte Leuschner auch bei der zweiten Runde am Dienstagabend in Kleefeld triumphieren, hätte sie bereits die Mehrheit der Wahlmänner und -frauen hinter sich.

Unter den Mitgliedern war die Stimmung deutlich gespalten. Befürworter Schröder-Köpfs hielten ihr zu Gute, mit der Kandidatur die Partei zu erfrischen: „Sie ist eine selbstständige Persönlichkeit, die mir vor allem wegen ihres Einsatzes für die Kinder imponiert“, sagte Ursula Pöhler, seit 37 Jahren SPD-Mitglied. „Schröder-Köpf kann mit ihrer sympathischen Art mehr Menschen für die Partei gewinnen“, vermutete Martin Köchy. Andere nehmen Schröder-Köpf hingegen übel, gegen eine verdiente Genossin anzutreten: Sie sei eine „Außenseiterin mit Prominentenstatus, die unsere Sigrid Leuschner verdrängen will“, sagte Fred Habicht, seit 56 Jahren SPD-Mitglied. Offenbar vermissen einige auch den sogenannten sozialdemokratischen Stallgeruch: „Wenn sie einen langen Atem hat, dann hat sie sicher Chancen in der Partei“, sagte Mitglied Richard Bohne. Auch der Ortsvereinsvorsitzende Angelo Alter hielt diesen Punkt für entscheidend: „Viele rechnen Leuschner hoch an, dass sie schon so lange dabei ist.“

Inhaltliche Unterschiede spielten dagegen offenbar eine untergeordnete Rolle. Journalisten waren bei der Diskussion nicht zugelassen. Schröder-Köpf betonte, dass sie sich vor allem um den demographischen Wandel und seine Folgen kümmern wolle. Die Gewerkschafterin Leuschner hingegen stellte die soziale Gerechtigkeit und den Kampf um den Rechtsextremismus in den Mittelpunkt. Zuhörer berichteten, Schröder-Köpf habe bei den bundespolitischen, Leuschner hingegen bei den Landes- und regionalen Fragen sattelfester gewirkt.

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