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Aus der Stadt Wie wird man eigentlich Musiker?
Hannover Aus der Stadt Wie wird man eigentlich Musiker?
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00:16 16.02.2017
Von Saskia Döhner
Berufsorientierung mal anders: Schüler besuchen die Musikhochschule. Quelle: Villegas
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Hannover

Schüler, die einen Einblick ins Berufsleben bekommen sollen, können ein Praktikum machen, ihre Eltern beim Zukunftstag zur Arbeit begleiten, eine Jobmesse besuchen - oder einmal in die Hochschule für Musik, Theater und Medien gehen. Das jedenfalls haben am Montag Elftklässler der Freien Evangelischen Schule in Bothfeld getan. „Die Idee kam von den Schülern“, sagt Lehrerin Roswitha Euler. „Sie konnten sich gar nicht vorstellen, dass man Musik studieren kann und dass wir in Hannover sogar eine Hochschule dafür haben.“

Elftklässler der Freien Evangelischen Schule besuchen die Hochschule für Musik Theater und Medien.

Die Gruppe hört beim Geigen- und Schlagzeugunterricht zu, sieht, wie ein Cembalo gestimmt wird, diskutiert mit einem Komponisten und besichtigt ein Tonstudio. „Ich hätte nie gedacht, dass Musik so vielfältig ist“, sagt der 18-jährige Joey. „Und auch nicht, dass man so viel Theorie braucht.“ Der 16-jährige Jan („Ich bin eigentlich eher musikfern“) ist insbesondre davon beeindruckt, wie sehr man sich auf ein Instrument spezialisieren kann.

Bei Julius Kopp ist das die Geige. Immer wieder spielt er ein paar Takte von Beethovens Violinkonzert, hält inne, führt den Bogen näher zum Steg, drückt den Finger fürs Vibrato tiefer in die Saiten. „Bei den süßen Tönen bist du schon toll, aber jetzt musst du ernst und heftig werden“, sagt Dozent Hans-Christian Euler. Den Schülern vermittelt er schnell ein bisschen Musiktheorie: „Dolce steht für süße Töne, Dolci heißen ja auch Süßspeisen auf Italienisch.“ Schon setzen Kopp und Pianist Jonas Haffner zu den nächsten Tönen an. Gleich bremst Euler den Studenten wieder, um erneut über die Bedeutung von ein paar Triolen zu diskutieren.

„Man geht schon ganz schön ins Detail“, sagt Elftklässlerin Victoria hinterher. „Wenn Perfektion das Ziel ist, muss man das auch“, findet Jan. Marvin hat einmal acht Jahre Klavier gespielt. Musik möchte der 17-Jährige dennoch nicht zu seinem Beruf machen. „Es war eher ein Hobby.“ Nach dem Besuch in der Musikhochschule würden einige Schüler am liebsten gleich ein klassisches Konzert hören. „Mit Orchester klingt das bestimmt noch viel beeindruckender“, meint der 17-jährige Cedric.

Berufsorientierung braucht Praxisbezug, ist Lehrerin Euler überzeugt. Das sei ein Leitsatz der Freien Evangelischen Schule, betont sie. „Man kann viel kennenlernen, wenn man tatsächlich da ist. Direktes Erleben ist das Entscheidende. Wenn der Lehrer vorn steht und erzählt, was theoretisch möglich ist, haben die Schüler nicht so viel davon.“ Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) will Berufsorientierung verstärkt in allen Schulformen einführen, auch an Gymnasien. Im Lehrplan soll das durch durchgehenden zweistündigen Politik- und Wirtschaftsunterricht ab Klasse acht und durch ein zweites Pflichtpraktikum in Jahrgang elf verankert werden. Bislang ist nur in der zehnten Klasse ein zweiwöchiges Praktikum vorgeschrieben. Auch um Studierfähigkeit soll es dabei gehen.

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