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Schüler erinnern an den Holocaust

Auschwitz-Gedenktag Schüler erinnern an den Holocaust

In einer bewegenden Feierstunde haben Schüler der Sophienschule in der Gedenkstätte Ahlem an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert. Sie legten weiße Nelken an der Wand nieder, auf der die Namen Hunderter Deportierter zu lesen sind.

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Gedenkstätte Ahlem: Kranzniederlegung zum Holocaust-Gedenktag.

Quelle: Nancy Heusel

Hannover. Er fand in seiner Rede sehr persönliche Worte: "Bis vor wenigen Monaten war ich der festen Überzeugung, dass Rassismus in Deutschland kein größeres Problem sei", sagte der 17-jährige Tobias Haase in der Gedenkstätte Ahlem. Er habe auch geglaubt, dass die Beschäftigung mit der NS-Zeit zu viel Platz im Geschichtsunterricht einnehme, bekannte er bei der Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung. Doch dann hätten ihm die teils rüden Reaktionen auf die Flüchtlingsströme die Augen geöffnet: "Das hat mir deutlich gemacht, dass es in Deutschland nicht nur aufgeklärte und weltoffene Bürger gibt", sagte er. Daher sei der 27. Januar, der Holocaust-Gedenktag, nicht nur ein Tag der Erinnerung: "Es ist auch ein Tag, an dem man an Toleranz und Nächstenliebe denken sollte."

Gemeinsam mit anderen Schülern der Sophienschule gestaltete Tobias Haase die Gedenkfeier in Ahlem. Die Jugendlichen erinnerten an Einzelschicksale jüdischer Bürger, indem sie deren Biografien nacherzählten - etwa die von Ruth Gröne. Als Kind musste diese den gelben Stern tragen, in der Reichspogromnacht drangen Nazis in die Wohnung ihrer Familie ein, ihr Vater starb im KZ. Bei der Gedenkstunde saß die heute 82-jährige Zeitzeugin in der ersten Reihe und applaudierte den Schülern für ihre Beiträge.

"Ahlem ist ein Ort, wie er für unser Gedenken nicht besser geeignet sein könnte", erklärte die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz. Die Nazis hatten die frühere Israelitische Gartenbauschule zu einem Deportationslager umfunktioniert und hier Zwangsarbeiter inhaftiert und ermordet. Die heutige Gedenkstätte ist ein Ort, der zugleich vom jüdischen Leben und vom jüdischen Leiden erzählt. "Ich bin stolz darauf, in einer Stadt zu leben, in der es heute wieder ein vielfältiges jüdisches Leben gibt", sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok, der gemeinsam mit Michalowitz einen Kranz an der "Wand der Namen" niederlegte. Auf dieser sind die Namen Hunderter Menschen verzeichnet, die über Ahlem in die Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Die Sophienschüler legten dort weiße Nelken nieder. Zur Erinnerung - und zugleich zur Mahnung für die Zukunft.

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